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Gottesdienstvorschlag

Tag der Arbeitslosen 30. April und Tag der Arbeit 1. Mai

Sozialpredigt zum Tag der Arbeitslosen (30. April) und Tag der Arbeit (1. Mai)
Mag. Katja Haller, Referentin 
Bischöfliche Arbeitslosenstiftung | Fachbereich Gesellschaft & Soziales, Diözese Linz


Der 1. Mai ist als Tag der Arbeit gut bekannt. Es ist ein Tag, an dem wir die Bedeutung von Arbeit für unsere Gesellschaft betonen. Doch schon am Tag davor, am 30. April, richtet sich der Blick auf jene Menschen, die keine Arbeit haben: am Tag der Arbeitslosen.


Der Tag der Arbeitslosen macht sichtbar, was oft übersehen wird: die Lebensrealitäten von Menschen auf Arbeitssuche. In Oberösterreich haben sich dafür zahlreiche soziale und kirchliche Organisationen zusammengeschlossen. Gemeinsam geben sie diesen Menschen eine Stimme und machen auf gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen aufmerksam. Heuer richtet sich der Blick besonders auf arbeitslose Jugendliche.


„Es gibt viel zu wenig offene Lehrstellen für die vielen Jugendlichen, die eine suchen. Ich habe die Balken einer Statistik gesehen und die sind frustrierend. Ich habe noch keine Lehrstelle gefunden. Es ist, als würden alle meine Bemühungen nichts bringen.“


Das sagt der 15-jährige Florian. Ein Mensch, der noch am Anfang seines Lebens steht und doch nicht weiß, wie es weitergehen soll.


Viele Jugendliche erleben derzeit diese Situation. Sie schreiben Bewerbung um Bewerbung und doch tut sich keine Tür für sie auf. In Oberösterreich steigt die Zahl der Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, stark an. Gleichzeitig werden weniger Lehrstellen angeboten. 


Der 16-jährige Erin beschreibt es so:


„Es ist schwer eine Lehrstelle zu finden. Es gibt weniger Betriebe, die ausbilden. Die Anforderungen sind sehr hoch. Betriebe setzen Erfahrung oder auch den Führerschein voraus. Wie willst du da mit 16 eine Lehrstelle bekommen?“


Keine Antworten auf Bewerbungen, wochenlanges Warten auf eine Rückmeldung, Absagen ohne Begründung machen den arbeitslosen Jugendlichen zu schaffen.

 

Die 15-jährige Leonie erzählt: „Mich belastet, dass ich auf Antworten der Betriebe so lange warten muss und nicht weiß, ob sie mich überhaupt wollen oder nicht.“


Noch vor Beginn ihres Berufslebens geraten Jugendliche bereits stark unter Druck. Die wirtschaftliche Situation erschwert den Einstieg in die Arbeitswelt.

 

Die 19-jährige Ruth sagt: „Es ist schwierig, eine 
Perspektive für die Zukunft zu entwickeln.“


Dabei geht es bei Arbeit für junge Menschen um viel mehr als um Erfolg, Karriere, Geld, ein sicheres Einkommen. Arbeit bedeutet Zugehörigkeit, Anerkennung und das Gefühl, gebraucht zu werden. Jugendliche wollen einen sinnvollen Platz in der Gesellschaft finden. Wenn dieser Platz fehlt, betrifft das nicht nur die äußere Lebenssituation. Arbeitslos zu sein nagt sehr 
stark am Selbstwert und vermittelt schnell das Gefühl:

Ich werde nicht gebraucht. Ich bin nicht erwünscht.

 

Manche Jugendliche geraten an einen Punkt, an dem sie kaum noch weiterwissen und richtiggehend verzweifelt über ihr Leben sind. Es sindbesonders jene, die ohnehin schon in jungen Jahren schwere Erfahrungen mit sich tragen, wie Mobbing oder Gewalt. Sie kämpfen deshalb mitstarken Ängsten oder Depressionen. Für sie sind psychosoziale Einrichtungen besonders wichtig, um auf ihren weiteren Lebensweg gut unterstützt und begleitet zu werden.

Der 18-jährige Raphael sagt:
„Viele Leute sehen nicht, dass arbeitslose und psychisch kranke Jugendliche nicht automatisch faul sind. Sie sind nur überfordert.“


Leni ist 17 und beschreibt ihren Wunsch so:
„Ich brauche Halt und Unterstützung für meinen weiteren Weg. Allein schaffe ich es nicht.“


Jugendliche sind froh, dass es psychosoziale Projekte gibt, wo sie aufgefangen und begleitet werden. Dort können sie erst einmal zur Ruhe kommen und sich stabilisieren mit Hilfe von Therapeut:innen und Sozialarbeiter:innen. 
Bevor es um Berufswahl und Bewerbungen geht, brauchen viele Jugendliche zuerst etwas anderes. 


Sie brauchen Sicherheit und Halt. Sie brauchen Menschen, die ihnen zuhören, sie wirklich sehen und ernst nehmen.
In der Bibel sehen wir immer wieder: Gott schaut besonders auf jene Menschen, die übersehen werden. Jesus fragt nie zuerst nach Leistung, Erfolg oder Status. Er sieht die Menschen und ganz besonders jene, die am Rand der Gesellschaft stehen.


Kein Mensch ist nur wegen seiner Leistung und nur wegen seines wirtschaftlichen Nutzens wertvoll. 


Jeder Mensch hat Würde.

Jeder Mensch hat eine Berufung.

Darum stellen sich auch gesellschaftliche Fragen:

 

Was sagt es über unsere Gesellschaft, wenn junge Menschen keinen Platz finden?
Was sagt es über unsere Arbeitswelt, wenn Menschen dem Leistungsdruck nicht entsprechen 
können?

Wenn sie nicht mehr mithalten können? Sind unsere gängigen Maßstäbe dem Leben, unserem Miteinander, der Gemeinschaft wirklich dienlich? Oder sollten wir nicht vielmehr innehaltenund nach neuen Arten des Wirtschaftens, der Zusammenarbeit und des Miteinanders suchen? 


Wir sind alle gefragt: als Gesellschaft, als Kirche, als Erwachsene. Junge Menschen brauchen Räume, in denen sie wachsen können. Sie brauchen Menschen, die ihnen etwas zutrauen und sie begleiten, 
sodass sie Vertrauen fassen können in sich und in andere.


Die 17-jährige Nina formuliert ihre Hoffnung so:
„Wenn es mir schlecht geht und ich nicht an mich glaube, brauche ich, dass wenigstens andere versuchen, an mich zu glauben.“


Und der 20-jährige Artan sagt:
„Ich will respektiert werden so wie ich bin. Ich will als Mensch gesehen werden. Ich wünsche mir, dass die Erfahrungen von Jugendlichen mit einbezogen werden und nicht nur ältere Leute entscheiden. Unsere Perspektiven sind wichtig für die neuen Probleme unserer Zeit. Ich wünsche mir, dass unsere Stimme gehört wird.“


Vielleicht beginnen Hoffnung und Zuversicht genau dort, wo ein Mensch spürt:


Da glaubt jemand an mich.
Da sieht mich jemand.
Da traut mir jemand etwas zu.
Unsere Aufgabe als Gesellschaft und auch als Kirche ist es, jungen Menschen genau das zu zeigen:
Ihr seid nicht übersehen.
Eure Zukunft ist uns wichtig.
Ihr seid wichtig.
Und eure Stimme ist wertvoll für diese Welt

PDF-Datei der Sozialpredigt >>

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