Weihnachtsgedanken
schreibt Papst Franziskus in seiner jüngsten Enzyklika „Fratelli tutti“, „weil sie nicht nur eine Art ist, sich das Brot zu verdienen, sondern auch ein Weg zum persönlichen Wachstum, um gesunde Beziehungen aufzubauen, um sich selbst auszudrücken, um Gaben zu teilen, um sich mitverantwortlich für die Vervollkommnung der Welt zu fühlen“ (FT 162).
Die Erfahrungen dieses Jahres haben uns vor Augen geführt, wie zerbrechlich dieses hohe Gut der Arbeit ist. Die globale Gesundheitskrise hat enorme Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Lockdown, Homeoffice und Kurzarbeit verändern Arbeitsprozesse. Viele Branchen stehen vor schier unlösbaren Herausforderungen, viele Firmen kämpfen ums Überleben. Die zahlreichen Schicksale, die sich hinter den stark gestiegenen Arbeitslosenzahlen verbergen, bereiten mir große Sorgen.
Dankbar bin ich allen Kräften, die hier entgegenwirken wollen: einer tragfähigen Sozialpartnerschaft, allen, die durch gutes Wirtschaften gute Arbeit ermöglichen und Arbeitsplätze erhalten, allen Institutionen und Initiativen, die den von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen eine Perspektive ermöglichen wollen. Dankbar bin ich auch Ihnen für Ihr Vertrauen in die Arbeit der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung.
Es ist die Aufgabe der Christinnen und Christen, Nöte wahrzunehmen und gleichzeitig den Menschen Hoffnung zuzusprechen. Das tun wir aus der weihnachtlichen Erfahrung heraus, dass Gott sich ganz dem Menschen zuwendet. Diese Erfahrung von Weihnachten wünsche ich Ihnen allen!
Bischof Manfred Scheuer
Foto: Diözese Linz/Hermann Wakolbinger