MEHR ALS NUR EIN SCHÖNES FEST
Die kirchliche Trauung ist ein Sakrament und ein heiliger Bund.
Eineinhalb Jahre nach ihrem Jawort blicken Magdalena und Samuel zurück - auf einen besonderen Tag, an dem Liebe, Gemeinischaft und Glaube zusammenkamen.

Es ist früher Nachmittag. Der Himmel ist weichblau, getupft mit einzelnen Wolken, die träge über den Horizont treiben. Magdalena, 31, und Samuel, 29, öffnen die schwere Holztür der Pfarrkirche im oberösterreichischen St. Veit im Mühlkreis. Sonnenlicht fällt durch die bunten Fenster, Staubkörner tanzen in der Luft.
„Es fühlt sich jedes Mal wie ein Ankommen an“, sagt Magdalena leise. Sie lächelt und erinnert sich: Am 7. September 2024 haben Samuel und sie hier geheiratet, mit fast 300 Gästen, viel Musik und einer Agape unter dem alten Nussbaum im Pfarrhof.
Nicht aus Tradition oder weil es Familie und Freunde so erwartet hätten, sondern aus einer bewussten Entscheidung heraus. Samuel sagt: „Für uns war es ein wichtiger Schritt, um zu zeigen: Wir gehen diesen Weg gemeinsam.“
Magdalena Poxrucker, Teil des Dialekt-Pop-Trios Poxrucker Sisters, und Samuel Hanner, Fotograf und Referent in der kirchlichen Jugendarbeit, sind seit 2019 ein Paar. Sie kennen einander seit Jugendtagen, immer wieder liefen sie sich über den Weg – ob bei der Firmung, in der Jungschar oder bei Jugendmessen. Aus flüchtigen Begegnungen wurde Freundschaft, aus Freundschaft Liebe. Magdalena: „Er ist mein bester Freund, voller Energie und Motivation.“ Samuel: „Sie gibt mir Stabilität und nimmt mich so, wie ich bin.“
Dass sie einmal heiraten wollen, war bald klar. Dennoch trug er den Verlobungsring eineinhalb Jahre mit sich herum, wartete lange auf den rechten Moment. Magdalena: „Am ersten Abend in unserem neuen Haus hielt er ihn mir wortlos entgegen.“ Samuel: „Ich war so nervös, ich habe kein Wort herausgebracht.“
Beiden war wichtig, den Bund fürs Leben vor Gott zu schließen. „Wir sind in der Kirche verwurzelt, verdanken ihr unsere Beziehung“, sagt er. „Die standesamtliche Hochzeit regelt rechtliche Dinge. Aber vor Gott und der ganzen Welt Ja zu sagen, gibt der Ehe ein besonderes Gewicht. Es verbindet und ist verbindlich“, sagt sie.
Besonders bereichernd fanden sie die Vorbereitung auf ihre Trauung. Der zweitägige Outdoor-Kurs fand im Böhmerwald statt, inklusive Zelt, Lagerfeuer, kalten Nachtstunden und heißen Gesprächen. Es ging um Themen wie Geld, Kinder, Pflichten und Rechte in der Ehe, aber auch um Sexualität. „Man setzt sich intensiv mit Fragen auseinander, für die im Alltag oft kein Platz ist“, sagt Magdalena. Etwa: Welche Vorstellung habe ich vom Leben? Wo sehe ich mich in 15 Jahren? Was bedeutet Treue? Was erwarten wir voneinander?
Mehr als eineinhalb Jahre ist ihre kirchliche Hochzeit nun her. „Wir haben damals unsere Liebe gefeiert“, betonen beide. Und alle waren da, die ihnen wichtig sind: die Familie, der Freundeskreis, die Gemeinde. Das Paar spürte, dass ihre Beziehung eingebettet ist; dass andere hinter ihnen stehen, sie begleiten, an sie denken. Was ihnen von diesem Tag besonders in Erinnerung geblieben ist? Die kirchlichen Rituale und Symbole, betonen beide. Der Tausch der Ringe, die Hochzeitskerze, die Versprechen. Magdalena: „Sich gegenüberzustehen und die Trauungsworte zu sagen, war einer der bewegendsten Momente. Ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten.“
Hat sich ihre Beziehung durch die Ehe verändert? Nein, meinen beide. Ihre tiefe Verbundenheit hätten sie schon vor der Hochzeit verspürt. Ob man in der Ehe ehrlicher und persönlicher über Ängste, Schwächen, die Zukunft redet? Wieder verneint das Paar. Diese Fragen sollte man sich schon vorher ehrlich stellen. „Nur so merkt man, ob man wirklich zusammenpasst.“
Text: Nikolaus Nussbaumer, Fotos © Robert Maybach. Beitrag erschienen in der Frühjahrs-Ausgabe 2026 von „GRÜSS GOTT! Das Magazin über Gott und die Welt“, S. 58/59. www.gruessgott.at