Dienstag 18. Dezember 2018

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Die Entstehung des Siegel des Priesterseminares.

Am 1.März 1789 wurde Josef Anton Gall (1748-1807) als 2. Bischof von Linz inthronisiert. Die Bevölkerung begegnete ihm mit Skepsis, da er als Josephiner, Aufklärer und Freund der Generalseminare galt. Generalseminare gab es drei in Österreich: in Wien, in Graz und in Innsbruck. Dort sollten - um Kosten zu sparen und eine Gleichschaltung in der Ausbildung zu gewährleisten - die Alumnen aller Diözesen ausgebildet werden. Doch dieses Konzept scheiterte und nach 10 Jahren wurde dieses Vorhaben wieder fallen gelassen.

 

Da Bischof Gall aber ein fortschrittlicher Pädagoge war und ihm eine gediegene Ausbildung des Klerus sehr am Herzen lag, führte er nach Aufhebung der Generalseminare in Linz wieder die theologische Studien ein und erwarb 1804 aus eigenen Mitteln die ehemalige Deutschordenskommende in der Harrachstraße. nach zweijährigem Um- und Ausbau zog das Priesterseminar in die Gebäude ein.

 

Wappen Bischof Josef Anton Gall. © Priesterseminar

 

Vermutlich ist auch aus dieser Zeit das Siegel des Hauses, das Wappen Bischof Josef Anton Gall, der Hahn (von Lat. Gallus = Hahn).

So wurden Überlegungen angestellt, dieses Wappen zu aktualisieren. Wir konnten den Graphiker und Künstler Herbert Friedl, der in unserem Haus sein Atelier hat, gewinnen, sich dazu Gedanken zu machen.

 

Das Ergebnis sehen Sie hier: Die Gestalt des Hahnes wurde beibehalten, weil er im Wappen zur langen Tradition unseres Hauses gehört. Die bischöflichen Insignien und der Wahlspruch Galls aber wurden weggelassen. Die reduzierte Strichführung findet zum Wesentlichen: Zeichen, Institution und Ausrichtung.

 

Siegel des Priesterseminares. © Priesterseminar 

 

Was aber besagt der Hahn im Wappen?

Auch hier gibt es eine Veränderung. Das ursprüngliche Siegel ist ja das Bischofswappen Galls und nicht so sehr das Siegel des Priesterseminars. Der Hahn bei Gall legt sich auf Grund seines Namens nahe. Was mit dem Hahn ausgedrückt werden soll, beschreibt `Das Buch der Wappenkunde` folgendermaßen: "Die führende Rolle unter dem Federvieh übernimmt der Hahn. Seine Charaktereigenschaften, vor allem die Angriffslust gepaart mit Stolz, prädestinieren ihn geradezu zur Schildfigur, und dies bereist zur Zeit der ersten nachweisbaren Wappen. Er zeigt sich stehts kampfbereit, den rechten Fuß zum Angriff erhoben, den Schnabel geöffnet, die Flügel leicht angehoben und die Nacken- und Schwanzfedern gestäubt."

Diese Eigenschaften mögen dem ehrgeizigen Gall durchaus zugestanden werden, auch wenn er sich durch seine bescheidene Lebensführung, Schlichtheit und Selbstlosigkeit zusehends größere Anerkennung in der Bevölkerung erwarb, aber für ein Priesterseminar scheinen diese Attribute unpassend.

 

Was nun tun?

Durch die Einfügung von "A+O" in das Siegel kommt eine andere Dynamik in die Aussage. Bei der ersten Überlegung wird man nicht wirklich glücklich! Jesus Christus und der Hahn legen ja gleich eine Verbindung mit dem Verrat des Petrus nach der Gefangennahme Jesu nahe.

 

Und doch liegt in diesem Bild viel Kraft für ein Haus, in dem sich junge Männer auf den Dienst des Priesters, auf die besondere Nachfolge Jesu vorbereiten. Der Bezug zu Petrus - selbst wenn er aus eine "negative" Situation fällt - bringt den Apostel ins Bild, der für Jesus Christus alles verlassen hat, der mit dem Einsatz seines ganzen Lebens Zeugnis abgelegt hat und den wir als Fels der Kirche verehren.

Und der Hahn selbst: er ist Mahner, Stimme des Gewissens, die ruft, wenn wir Unrecht tun. Da mag der Verrat des Petrus für viele stehen, dem wir im eigenen Leben untreu werden, das wir aus eigener Schwachheit verleugnen oder in ein besseres Licht stellen wollen.

 

Dann geht es doch darum, dass in einem Haus wie dem Priesterseminar Menschen ausgebildet werden, die in Ehrlichkeit und Treue zu sich und Gott ihren Weg gehen. Menschen, die ihr Gewissen Orientieren an der Botschaft der Bibel und dem Glauben der Kirche und die ihre Stimmer erheben, wo Ungerechtigkeit geschieht.

 

Die Stunde des Hahns ist der Morgen. Beim Aufgang der Sonne erhebt er seinen Ruf. Wiederum eine allegorische Verbindung: Christus, die helle Sonne, wird angekündigt vom Hahn. Er mahnt zur Wachsamkeit und zum Aufstehen. Nicht in der Bequemlichkeit zu bleiben, sondern ans Werk zu gehen, das zu tun, was getan werden muss.

Ausgerichtet bleibt der Christ auf den hin, der zugleich unser Ursprung ist. Dieser Grundsatz unseres Glaubens macht dieses Siegel zeitlos, denn es gilt für die Weltzeit und nicht nur für die jeweiligen Personen, die gerade jetzt im Seminar arbeiten und studieren.

Mit dem neuen Logo ist nicht nur eine schöne, gefällige und moderne Verpackung gelungen. Mit dem neuen Logo kommt auch eine neue und tiefe Deutung des Inhalts zum Tragen. Möge der Hahn im Wappen daran erinnern, für wen wir gehen und wer die Richtschnur unseres Lebens ist.

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