AUSGESPROCHEN – Frauen*Stimmen gegen Gewalt Kunst. Perspektiven. Positionen.
Die „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ sind eine weltweite jährliche Kampagne vom „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ am 25. November bis zum „Tag der Menschenrechte“ am 10. Dezember. Die Frauenkommission der Diözese Linz, die Katholische Frauenbewegung, die Katholische Männerbewegung, die Katholische Arbeitnehmer:innen-Bewegung, die Caritas, das Linzer Bündnis 8. März, der Treffpunkt mensch & arbeit Wels und das Franziskus-Gymnasium Wels des Vereins für franziskanische Bildung laden am Freitag, 27. November 2026, ab 18:30 Uhr ins Franziskus-Gymnasium Wels (Schubertstraße 51, 4600 Wels) zu einer vielschichtigen Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt ein.
Persönlich betroffen
Jede vierte Frau in Österreich erfährt in ihrem Leben körperliche, sexualisierte oder psychische Gewalt. Jede zehnte Frau erlebt einen Vergewaltigungsversuch oder eine Vergewaltigung. Geht man davon aus, dass jeder Mensch durchschnittlich 100-200 Menschen persönlich kennt, bedeutet das auf den Leser bzw. die Leserin dieser Zeilen heruntergebrochen: 12 bis 25 Frauen aus Ihrem persönlichen Umfeld haben eine Gewalterfahrung. 5-10 Frauen, die Sie namentlich kennen, wurden Opfer einer Vergewaltigung oder eines Vergewaltigungsversuchs. Es ist sehr wahrscheinlich, dass man Opfern von Gewalt begegnet, wenn man einkaufen geht, ein Zugabteil betritt, einen Gottesdienst feiert oder die betriebliche Weihnachtsfeier besucht. Doch kaum jemand spricht darüber. Für ein Problem dieser Größenordnung fehlen uns die Worte – im wahrsten Sinne. Daher widmen wir einen Abend dem Wiedergewinnen von Sprachfähigkeit angesichts eines weitverbreiteten gesellschaftlichen Übels: der Gewalt an Mädchen und Frauen.
Kunst.
Katharina Wenty nennt Dinge nicht nur beim Namen, sie destilliert Erfahrungen und Erlebnisse von Frauen in Poesie und trägt diese so packend vor, dass es unter die Haut geht. Die mehrfach ausgezeichnete und international erfolgreiche Künstlerin hat sich ihre Sporen als Slam-Poetin verdient: In dieser Kunstgattung werden selbstverfasste Texte in einer vorgegebenen Zeit vorgetragen, das Publikum kürt danach den Sieger bzw. die Siegerin. Katharina Wenty legt den Fokus ihrer Texte auf gesellschaftsrelevante Themen, welche sie Wort für Wort seziert, um die darunterliegenden Missstände schonungslos offenzulegen.

Perspektiven.
Die Politikwissenschaftlerin Maria Rösslhumer leitete von 1999 bis 2023 den Verein „Autonome Österreichische Frauenhäuser“ (AÖF), dem auch die „Frauenhelpline gegen Gewalt“ (0800 222 555) zugeordnet ist. Sie gründete 2019 den Verein „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ in Österreich und wurde 2020 von der Österreichischen Liga für Menschenrechte mit dem Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Sie ergänzt Katharina Wentys künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt um Zahlen, Daten, Fakten aus über drei Jahrzehnten Arbeit mit und für Frauen, die Gewalt am eigenen Leibe erfahren haben.

Positionen.
Im dritten Teil der Veranstaltung bringt die Moderatorin Ursel Nendzig vom Magazin „Welt der Frauen“ Erfahrungswelten miteinander in Verbindung: Neben Maria Rösslhumer kommen dabei Sr. Ida Vorel (Leiterin des „Quartiers 16 für Frauen in Notsituationen“ in Vöcklabruck), Candice Octave (Mitglied der Inklusiven Redaktion der Caritas OÖ und des Europäischen Solidaritätskorps), Wolfgang Bögl (Ehe-, Familien- und Lebensberater mit Schwerpunkt Männerberatung) sowie eine Schülerin zu Wort. Im Franziskus-Gymnasium Wels finden im Zuge der „16 Tage gegen Gewalt“ Projekte zum Thema statt, die im Laufe des Abends präsentiert werden. Auch die musikalische Gestaltung der Veranstaltung übernehmen die Schüler:innen und Lehrer:innen.
Gut zu wissen:
Aufgrund der Thematik empfehlen wir ein Mindestalter von 14 Jahren.
Es wird vor Ort eine Kinderbetreuung angeboten – bitte den Bedarf bei der Anmeldung angeben.
Eine Anmeldung ist aufgrund der begrenzten Platzanzahl erforderlich:
Zur Anmeldung
Die Buchhandlung „Buch & Segen“ ist mit einem ausgewählten Büchertisch vor Ort.
Die freiwilligen Spenden, die an diesem Abend gesammelt werden, gehen an das „Quartier 16 für Frauen in Notsituationen“ in Vöcklabruck und den Verein „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ in Perg.
Die Veranstaltung wird vom Frauenreferat des Landes OÖ und der Katholischen Aktion OÖ finanziell unterstützt.
Frauenkommission der Diözese Linz
Die Frauenkommission der Diözese Linz wurde im Oktober 1997 im Auftrag des damaligen Diözesanbischofs Maximilian Aichern gegründet. Sie vertritt die Interessen von Frauen, die ehren- oder hauptamtlich in der Kirche arbeiten, und von Frauen, die sich der Kirche zugehörig fühlen. Die Frauenkommission sensibilisiert für Frauenfragen und setzt sich die strukturelle Gerechtigkeit für Frauen in der Katholischen Kirche in Oberösterreich zum Ziel. Basis dafür ist das christliche Menschenbild, das die Gottebenbildlichkeit von Mann und Frau von Anfang an verkündet. Die Frauenkommission berät und informiert die Diözesanleitung und bringt ihre Kompetenzen in die Meinungs- und Entscheidungsprozesse der Kirche ein. Derzeit besteht sie aus 26 Mitgliedern, die die kirchlichen Berufsgruppen, Vereinigungen und Organisationen repräsentieren.

