5.000 Menschen - und wer berichtet darüber?

Das "Bündnis 8. März" umfasst 49 Mitgliedsorganisationen aus Linz und ganz Oberösterreich. Die Frauenkommission der Diözese Linz ist eine davon. Wir empfinden es als sehr bedenklich, dass kaum Medien über die sehr gut organisierte Kundgebung berichten, an der heuer circa 1.000 Menschen mehr teilgenommen haben als letztes Jahr. Medien kommt die elementare gesellschaftliche Aufgabe zu, Aufmerksamkeit zu verteilen, Sachverhalte korrekt zu benennen (zunehmend wird in Radio, Fernsehen und Print nicht mehr von „Beziehungstaten“, sondern von „Femiziden“ berichtet) und Expert:innen dazu auf die Bühne zu bitten. Die Macht der Medien besteht darin, dass Themen als wichtig erkannt oder der Vergessenheit anheimgegeben werden – an allen Tagen im Jahr!
Bei der Kundgebung am 8. März in Linz gab es starke Redebeiträge: Andrea Wienerroither vom Treffpunkt Pflegepersonal war auf der Bühne, ebenso Celina Petermandl von der Inklusiven Redaktion der Caritas OÖ und Vertreter:innen diverser Linzer Organisationen wie maiz und HOSI Linz. Pflege, Menschen mit Beeinträchtigungen, die queere Community – das sind keine Gruppen, die besonders häufig im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Noch seltener kommen sie selbst zu Wort: Es wird über sie gesprochen, sie treten nicht als Subjekte in Erscheinung. Es wäre schön gewesen, wenn ihr Engagement und ihr Mut mit medialer Aufmerksamkeit belohnt worden wäre.
Das Bündnis 8. März wird auch 2027 eine Kundgebung zum Weltfrauentag veranstalten. Stellvertretend für die 49 Mitgliedsorganisationen lädt die Frauenkommission Medienvertreter:innen bereits jetzt herzlich dazu ein!