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Mo. 02.03.26

Machen Sie sich ein neues Bild von Kirche!

Irene Huss, Pastoralvorständin der Pfarre Braunau

Die Frauenkommission der Diözese Linz setzt sich für mehr Sichtbarkeit von Frauen ein: in Bildern, in Worten und in Taten.

Wer an die katholische Kirche denkt, hat unweigerlich ein Bild von Männern im Kopf: Beginnend beim Papst, über prächtig in Purpur gekleidete Kardinalskollegien bis zum Pfarrer im Ort – Frauen kommen in diesen Bildern, wenn überhaupt, nur am Rande vor. Die Frauenkommission der Diözese Linz hat daher ein Fotoprojekt erstellt, das den weiblichen Anteil des kirchlichen Lebens zeigt. Dieser ist erheblich: In der Diözese Linz gibt es rund 260 hauptamtliche Seelsorgerinnen, die in Pfarren, Kliniken, Altenheimen und Jugendzentren für die Menschen da sind oder diese als Betriebsseelsorgerinnen an ihren Arbeitsstätten aufsuchen. Auch im kirchlichen Bildungsbereich, im Ehrenamt, in der Caritas, in den Ordensgemeinschaften und in der Verwaltung stellen Frauen die Mehrheit. Einzig in der Führungsebene sind sie noch nicht paritätisch vertreten, jedoch hat die Österreichische Bischofskonferenz hier bereits Weichen gestellt: Bis 2028 will sie ein Drittel der Führungsposten im diözesanen Dienst von Frauen besetzt sehen. „Wir behalten die Entwicklung hier genau im Blick“, bekräftigt die Vorsitzende der Frauenkommission, Susanne Würleitner, MA BEd. „Gerechte Teilhabe ist eine Grundvoraussetzung für Synodalität, für diesen neuen Umgang des Aufeinander-Hörens und Miteinander-Entscheidens in der Weltkirche. Dazu zählt, dass man die Systeme so gestaltet, dass allen Menschen Partizipation überhaupt ermöglicht wird.“

 

49 Frauen stehen für Zehntausende: Die Kirche ist weiblich!
Von September 2024 bis Juni 2025 waren Mag.a Magdalena Welsch, Frauenbeauftragte der Diözese Linz, und der Fotograf Laurenz Kaiser für 29 Fototermine in Linz und allen vier Vierteln unterwegs. 49 Frauen haben sie stellvertretend für Zehntausende vor die Kamera gebeten und einen Fundus zusammengetragen, aus dem nicht nur die Frauenkommission schöpfen kann: Ein Best-off von knapp 600 Bildern steht über die diözesane Mediendatenbank auch externen Nutzer:innen unter diesem Link zur Verfügung.[1] „Unser Ziel war es, sowohl von der Qualität als auch von der Quantität her zu überzeugen“, erläutert Magdalena Welsch. „Wir haben uns auf Schatzsuche begeben und können nun hochwertiges Bildmaterial zu einer Fülle an Themenbereichen und Schlagwörtern anbieten: zu Feiern wie Erntedank und Maiandacht; zum kirchlichen Bildungsbogen von der Elementarpädagogik bis zu Kursen für Senior:innen; zu ehrenamtlichem Engagement als Mesnerin, Organistin oder in der kfb-Ortsgruppe; zu Seelsorge in der Pfarrkirche, auf Festivals oder im Gefängnis – wir zeigen, wie bunt und vielfältig Kirche ist! Und dass ohne Frauen nichts geht.“

Diözesanbibliothek Linz
Festivalseelsorge
kfb-Fastensuppenessen
Beim Fußballspielen im kirchlichen Jugendzentrum haben die Smartphones Platzverbot.
Altenpastoral
Gläubig, solidarisch, queer – christliche Kirchen unter dem Regenbogen
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In Bildern sichtbar werden
Mit Unterstützung des Frauenbüros der Stadt Linz, des Frauenreferats OÖ und der Katholischen Frauenbewegung OÖ wird das Fotoprojekt nun in einer Ausstellung bis 10. April 2026 im Linzer Wissensturm gezeigt.

Die Vernissage findet am 6. März 2026 um 18:00 Uhr statt - um Anmeldung unter diesem Link wird aufgrund der begrenzten Platzanzahl gebeten.

Den Festvortrag hält Mag.a Gabriele Eder-Cakl, Direktorin des Österreichischen Pastoralinstituts. Für den Druck wurde Stoff gewählt: In diesem Material schwingt viel weibliche Symbolik mit, zugeschriebene wie selbstgewählte: weich und widerstandsfähig, schön und schwungvoll, beschützend umfangend. Noch vor der Vernissage wurde die Wanderausstellung bereits aus Innsbruck angefragt, wo sie im Rahmen der „Langen Nacht der Kirchen“ am 29. Mai 2026 gezeigt werden soll. Das zeigt den enormen Bedarf an Bildern von echten Frauen: Sie sind der heilende Gegenentwurf zur gefilterten Bilderflut des Social-Media-Zeitalters. Sie durchbrechen die nach wie vor herrschenden Klischees in der bildlichen Darstellung von Frauen als entweder gut, geduldig und fromm oder lüstern, erotisch und gefährlich. Sie ermöglichen Identifikation und Akzeptanz.

 

In Worten sichtbar werden
Die Bilder werden von Texten begleitet: Die abgebildeten Frauen werden ebenso zitiert wie Frauen, die in der Kirche in Österreich und in der Weltkirche eine aktive Rolle spielen, sowie herausragende christliche (Vor-) Denkerinnen von der mittelalterlichen Universalgelehrten Hildegard von Bingen bis zur evangelischen Theologin Dorothee Sölle. Diese Texte werden nicht nur in deutscher Sprache zur Verfügung stehen, sondern dank der Unterstützung zahlreicher Freiwilliger auch in Englisch, Französisch, Italienisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Slowakisch, Spanisch, Tschechisch, Ukrainisch und Ungarisch. Man benötigt nur ein Smartphone: Mittels eines QR-Codes erhält man die Übersetzung angezeigt. Dadurch wird die Ausstellung auch Besucher:innen mit anderen Muttersprachen in vollem Umfang zur Verfügung gestellt, betont Magdalena Welsch: „Viele Menschen aus anderen Ländern arbeiten in unserem Land. Wer hier lebt, glaubt und betet auch hier. Das wollen wir wertschätzen, denn katholisch bedeutet wörtlich übersetzt allumfassend, nicht ausschließend.“

 

In Taten sichtbar werden
Passend dazu steht die Kundgebung des „Bündnis 8. März“ dieses Jahr unter dem mehrsprachigen Motto: „Enough! Basta! Genug!“ Am 8. März 2026 findet die Demonstration anlässlich des Weltfrauentags statt, an der auch kirchliche Gruppierungen und Organisationen teilnehmen. Die Frauenkommission lädt all jene, die von der gleichen Würde und den gleichen Rechten aller Menschen überzeugt sind, zur Kundgebung ein! Treffpunkt ist um 14:00 Uhr bei der Kugelskulptur vorm Musiktheater im Linzer Volksgarten.

 

Maiandacht
RegionalCaritas
Firmvorbereitung
Orgel, die Königin der Instrumente
Pflegeberuf in der Caritas
Faschingsstunde beim SelbA-Training für Senior:innen
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[1] Auszug aus den Nutzungsbedingungen: „Jegliche dem Wesen und den Werten der römisch-katholischen Kirche widersprechende Verwendung der Inhalte ist untersagt. Ein allenfalls enthaltener Urheber-, Hersteller- und/oder Quellenvermerk odgl. („Quelle“) muss angeführt und darf nicht verändert oder entfernt werden.“

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