Praxismodul Friedhof, Gurten, 12. Juni 2026
Am 12. Juni 2026 fand in Gurten das Praxismodul Friedhof im Rahmen des Lehrgangs Kulturgutpflege der Diözese Linz unter der Leitung von Dr.in Martina Gelsinger, Fachbereich Kunst, statt. Rund um den neu gestalteten Friedhof bei der Pfarrkirche sowie im Pfarrheim Gurten beschäftigten sich die Teilnehmer:innen mit aktuellen Fragen zu Urnenerdbestattung, Ökologie, Recht, christlicher Bestattungskultur und dem Friedhof als pastoralen Ort.
Bei strömenden Regen fanden die Einführung und die Informationen zur Projektentwicklung zunächst in der Kirche statt. Der Friedhof Gurten wurde 2025 umfassend neu gestaltet und gilt als gelungenes Beispiel für eine zeitgemäße Weiterentwicklung historisch gewachsener Friedhofsanlagen. Bei einem Rundgang erläuterten Ing. Josef Duft, Projektleiter der Pfarre Gurten, sowie Landschaftsplanerin DI.in Julia Zopf die wesentlichen Planungs- und Umsetzungsmaßnahmen. Thematisiert wurden unter anderem die Neugestaltung der Wege, die Bepflanzung, neue Urnenerdgrabanlagen mit Bäumen und Blumenwiese sowie der Gedenkort für Sternenkinder nach einem Konzept des Künstlers Christoph Holzeis. Der Ölberg im Bereich des Nordportals der Kirche wird restauriert und nach einem Entwurf des an der Linzer Kunstuniversität lehrenden Christoph Holzeis neu gestaltet. Er wird zu einem Andachtsort an der Schnittstelle zwischen Kirche und Friedhof mit der Möglichkeit zum stillen Verweilen, zur Andacht und zum Anzünden von Kerzen.
Mag.a Lucia Göbesberger, Umweltbeauftragte der Diözese Linz, gab Impulse zur Auseinandersetzung mit der ökologischen Bedeutung von Friedhöfen und den Positionen der Katholischen Kirche dazu. Zentral ist dabei die mittlerweile vor mehr als 10 Jahren verabschiedete Enzyklika Laudato si des verstorbenen Papstes Franziskus zum Themenbereich Umwelt- und Klimaschutz.
Nach einer gemeinsamen Pause und Zeit für Austausch im Pfarrheim folgte ein Vortragsblock mit Expert:innen aus verschiedenen Fachbereichen und Institutionen der Diözese Linz. Dr. Michael Zugmann sprach über christliche Bestattungskultur und deren Bedeutung für Trauer, Erinnerung und Hoffnung. Dr.in Heidi Pachner stellte die Neuerungen der Friedhofsordnung der Diözese Linz vor und berichtete über erste Erfahrungen aus der Praxis. Fragen der Gestaltung von Gedenkorten und die Herausforderungen zeitgemäßer Friedhofsplanung thematisierte Dr.in Martina Gelsinger vom Fachbereich Kunst. Den Abschluss bildete Clemens Frauscher, Verwalter des St. Barbara Friedhofes in Linz. Aus seinen Erfahrungen in der Verwaltung eines Friedhofes in kirchlicher Trägerschaft im Zentrum von Linz gab er in seinem Vortrag unter dem Titel „Tue Gutes und rede darüber“ Anregungen für eine positive Kommunikation rund um Friedhof als Anknüpfungspunkt für die Seelsorge in den Pfarren.
Das Praxismodul bot den Teilnehmer die Möglichkeit, ein beispielhaftes Friedhofsprojekt vor Ort kennenzulernen und sich mit Fachleuten über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Gestaltung, Ökologie, Recht, über grundlegende Aspekte der christlichen Bestattungskultur und einer positiven Kommunikation über den Friedhof und seine Bedeutung für Kirche und Gesellschaft auszutauschen. Die Teilnehmer:innen erlebten die Verbindung von Praxisbeispiel, fachlichem Input und persönlichem Austausch als wertvollen Impuls für ihre Tätigkeit im Kontext der Verwaltung und Gestaltung von Friedhöfen.
Martina Gelsinger
Fachbereich Kunst