Seminarmodul Restaurierung und Denkmalpflege, Gleink, 18. April 2026
Angelaufene Silberleuchter, abblätternde Farben, rissige Textilen, bröckelnde Steine: die unterschiedlichsten Schäden im Kirchenraum waren Thema des Lehrgangs Kulturgutpflege am 18. April 2026 in Gleink. Der Fachbereich Kunst lud hierbei nicht nur engagierte PfarrmitarbeiterInnen sowie die TeilnehmerInnen des oberösterreichischen Mesnerkurses ein, sondern erstmals war das Modul in einer Kooperation auch Teil des Lehrgangs für Denkmalpflege der Katholischen Privatuniversität Linz.
Als Einstieg erklärte der Landeskonservator Daniel Resch die Grundzüge des Denkmalschutzes. Restauratorische Fachleute aus den Bereichen Glas, Textil, Metall, Stein, Wand und Holz erläuterten schließlich Schadensbilder der verschiedenen Materialien wie z.B. bei gefassten Holzskulpturen, aufwändig gestickten Paramenten oder auch bei der Raumschale, die nicht nur „Hintergrund“ ist, sondern ein wesentliches architektonisches Gestaltungselement.
Nach dem – rechtzeitigen – Erkennen von Schadensbildern ist aber besonders die Ursachensuche wichtig, um bei Restaurierungen Probleme nachhaltig zu beseitigen und unnötige Kosten zu sparen, vor allem aber, um solche Schäden im Vorfeld zu vermeiden. Meistens sind die Schäden nämlich „hausgemacht“, etwa durch zu scharfe Reinigungsmethoden, falsches Lüften des Kirchenraums oder einfach auch durch Wegschauen bei Problemen. Vor allem eine pflegliche Handhabung der Objekte kann ihre dauerhafte Erhaltung auch für die nächsten Generationen garantieren. Einfache Maßnahmen – etwa das Tragen von Baumwollhandschuhen in der Sakristei – können viel zur Schonung der wertvollen Gegenstände beitragen.
Zum Abschluss konnte im Rahmen einer Besichtigung des kulturGUTspeichers der Diözese Linz das Gehörte eindrücklich nachvollzogen werden. Diözesankonservatorin Ulrike Parzmair-Pfau und Referentin Judith Wimmer führten durch die abwechslungsreichen Abteilungen des Kunstdepots. Die TeilnehmerInnen konnten wertvolle Tipps für die tägliche Praxis und frische Motivation mit nach Hause nehmen.
Judith Wimmer
Fachbereich Kunst