Was sich unterscheidet sind der Zweck und manche Details. Denn natürlich haben sich in jedem Netzwerk eigene Spielregeln entwickelt. So kommt es in Facebook immer wieder vor, dass eine Art digitaler Kettenbrief die Runde macht. In Twitter wäre so ein Aufruf absolut daneben.
- Facebook:
Es ist das wichtigste soziale Netzwerk in Österreich. Mehr als 30 % der ÖsterreicherInnen sind dort angemeldet. Auch die Katholische Kirche in Oberösterreich ist auf Facebook vertreten, wie viele Pfarren, Einrichtungen, Diözesen in Österreich und darüber hinaus.
Wer sich als Mensch in Facebook anmeldet (Fachwort: Facebook-UserIn wird) erstellt ein eigens Profil. Er/Sie ist ab sofort als Person in Facebook vertreten – mit eigenem Foto, Geburtsdatum etc. Facebook-UserInnen können sich untereinander befreunden, um in Kontakt zu kommen. Nicht alles was ein/e UserIn tut ist automatisch öffentlich, denn es gibt Privatsphäre-Einstellungen, die jede/r für sich selbst festlegen kann.
Institutionen, wie eine Pfarre, erstellen eine Fanseite. Die UserInnen können Fan von Fanseiten werden – sprich Pfarrmitglieder können Fans der Pfarre werden. So erhalten sie die Informationen, die die Pfarre postet, wie Veranstaltungsfotos, Termine, Texte, Videos, etc. Die Pfarre kann in den Statistiken erfahren, wie viele Menschen die Inhalte der Seite sehen. Dies ist sehr praktisch, weil das Studieren der Statistiken eine Art Qualitätskontrolle darstellt. Wie viele Menschen sehen meine Beiträge? Wie viele klicken meinen geposteten Link überhaupt an? Und so weiter. Der Vorteil für eine Pfarre sich in Facebook zu engagieren, liegt klar darin, dass viele Menschen Facebook nutzen. Aber auch, dass viele Institutionen dort anzutreffen sind. Dies macht es möglich mit anderen in Beziehung zu treten, Informationen zu finden und zu teilen (z.B. lustige Comics, das Neueste von Papst Franziskus). Außerdem ist Facebook eine Plattform, die es ermöglicht, Inhalte anderer Plattformen dort einzubinden wie z.B. YouTube-Videos.
- Blog:
Ein Blog ist eine Art öffentliches Tagebuch – zumindest war es das, als Blogs aufkamen. Der/Die BloggerIn schrieb meist aus der Ich-Perspektive eigene Gedanken, Beobachtungen, Meinungen auf. Solche persönlichen Blogs gibt es auch heute noch. Sie sind eine gute Möglichkeit für engagierte ChristInnen, um ihre Erfahrungen anderen Menschen mitzuteilen. Sehr beliebt sind derzeit Blogs zum Thema „Pilgern“. Begeisterte PilgerInnen beschreiben Pilgerrouten, geben spirituelle Erfahrungen und Naturerlebnisse wieder. Viele literarisch Begabte bloggen Gedichte, Aphorismen, Gebete. Die Ordensgemeinschaften Österreich bloggen Neuigkeiten aus den Orden, die Pfarre Wartberg bloggt zum Fortschritt der Kirchenrenovierung usw. Ein weiteres sehr beliebtes Blog-Format ist der Weiterbildungs-Blog. LeserInnen können natürlich zu jedem Blog-Artikel ihre Meinung dazuschreiben. So entstehen manchmal interessante Diskussionen.
- Twitter:
Hier geht es um kurze Textnachrichten. Und diese Texte sind wirklich kurz: nämlich nicht länger als 140 Zeichen. Menschen folgen einander, wenn sie die Nachrichten des anderen erhalten wollen – nicht wie in Facebook, wo sich die UserInnen befreunden. Bei Twitter geht es um den Austausch. Manchmal entsteht eine Verbindung zwischen twitternden Menschen, die sich über ein bestimmtes Thema unterhalten, z.B. Twittern zu „Im Zentrum“, zur Papstwahl, zur Fernsehsendung „Tatort“ etc. Dieser Austausch kann live passieren, z.B. während eine Fernsehsendung läuft, kommentieren Menschen Handlungsstränge mit ihren Handys oder Tablets auf der Couch. Menschen folgen auf Twitter Privatpersonen oder auch Promis, dem Papst, Medienleuten. Die kurzen Textbeiträge (Tweets) sind öffentlich, außer man macht sie nur für ausgewählte Follower sichtbar. Mittels des sogenannten Retweetens, bei man nicht die eigenen Tweets weiterverbreitet, sondern die der anderen, können manche Nachrichten eine große Verbreitung erreichen. Nicht so gut wird es bei Twitter aufgenommen, wenn man wie der sprichwörtliche einsame Wolf agiert – nämlich nur seine eigenen Beiträge verbreitet. Eine Hand wäscht die andere. Das ist das Prinzip von Twitter. Twitter ist nicht jedermanns/fraus Sache. Sehr häufig wird es in der Medienbranche verwendet.
- YouTube:
Die bekannteste Video-Plattform, auf der selbstproduzierte Videos hochgeladen werden können. YouTube-Videos sind so verbreitet, dass sie sich mittlerweile problemlos auf Homepages einbinden lassen. Auch in Facebook werden YouTube-Videos gerne geteilt. Meistens kommunizieren die Menschen nicht direkt über YouTube miteinander (wenngleich es möglich ist), sondern in den Plattformen, in denen die YouTube-Videos verbreitet werden (z.B. Facebook).
- Issuu:
Ein Werkzeug auf dem man PDFs hochladen kann, die dann wie ein Magazin zum Blättern im Internet dargestellt werden. Wieder ist es möglich, das schön dargestellte PDF (z.B. ein Pfarrblatt) auf Homepages oder Blogs einzubinden sowie über Facebook etc. zu teilen.
- Slideshare:
Hier können Präsentationen wie PowerPoint-Folien über das Internet schön dargestellt werden – und wieder auf diversen anderen Kanälen eingebunden bzw. verteilt werden.
- Soundcloud:
Eine Plattform für Audio-Dateien, die sich damit wieder wunderbar in anderen Medien einbinden und teilen lassen.
- Wikipedia:
Ein Lexikon, das von den UserInnen nach dem Prinzip der sozialen Medien selbst geschrieben wird. D.h. jede/r kann helfen dieses Lexikon fortzuschreiben.
Apps:
Dies sind kleine Programme, die man auf dem Handy über das Internet installieren kann. So gibt es eine Facebook-App, mit deren Hilfe der/die HandybenutzerIn mit einem Klick über das Handy auf Facebook einsteigen kann. Ansonsten müsste man langwierig über Google oder die direkte Facebook-Adresse mit dem Handy zum eigenen Facebook-Account surfen. Es gibt soziale Medien, die nur über eine App über das Handy funktionieren und verwendbar sind, d.h. über den Computer nicht funktionieren. Solche sozialen Medien sind WhatsApp oder Instagram. WhatsApp ist bei Jugendlichen sehr beliebt und eine Art SMS-Dienst. Instagram ist ein Programm und soziales Medium zum Fotografieren, Bearbeiten und Austauschen von Fotos mit Freunden.