Samstag 7. Februar 2026

Soziale Medien sind gleichzeitig Pfarrblatt wie Pfarrcafé

Kaffee

In den sozialen Medien geht es um zwei Dinge: um Informationen und um Beziehungen. 

Menschen, die die sozialen Medien nutzen, wollen etwas erfahren. Über die Welt, über den Papst, über Weiterbildungsmöglichkeiten und über ihre Freunde. Zum anderen knüpfen sie Kontakte und pflegen diese. Die Menschen zeigen einander ihre Urlaubsfotos, diskutieren, machen sich ihr nächstes Treffen im Kaffeehaus aus, bewerten Restaurants, lesen das Evangelium, lachen über Cartoons und vieles mehr.

 

Das was Menschen immer schon tun – nämlich Informationen beschaffen, miteinander reden, lachen – hat sich auch für viele ChristInnen von Pfarrblatt und Pfarrcafé um die sozialen Medien erweitert. Und es ist tatsächlich eine Erweiterung. Pfarrblätter und Pfarrcafé werden nicht überflüssig. Soziale Medien sind eine Ergänzung, eine weitere Möglichkeit um Kontakte zu knüpfen, zu pflegen, zu halten oder Infos anzubringen.

 

Dadurch, dass Menschen sich regelmäßig in sozialen Netzwerken (ein anderer Begriff für soziale Medien) bewegen, erreichen sie Informationen auf diesem Weg schneller und vor allem gezielt. „Like“ jemand seine/ihre favorisierte Tageszeitung, so erhält er/die die brandaktuellen Headlines sofort auf seiner/ihrer Facebook-Timeline und ist up to date – oder anders gesagt: auf dem neuesten Stand. Gleiches gilt für spezifische Interessensgebiete. Markiert jemand eine Seite für Kochrezepte mit „Gefällt mir“ oder eine bestimmte Sportart, so erhält er/oder über diesen Weg regelmäßig Informationen. Selbiges kann mit Informationen aus der Pfarre passieren, wenn die Pfarre auf Facebook aktiv ist. Aktuelle Veranstaltungen, Informationen, aber auch Impulse erreichen die Kirchenangehörigen und Interessierte auf direktem und schnellem Weg.
 

Warum sind soziale Medien „Medien“ und auch noch „sozial“

 

Viele Namen werden verwendet, um die sozialen Medien zu bezeichnen. Social Media, neue Medien, soziale Medien, Web 2.0, soziales Netzwerk – sie alle benennen ein Phänomen, das es so vor zehn Jahren nicht gab und das sich ständig wandelt. Während es früher nur wenigen möglich war, Informationen zu verteilen – wie Zeitungen, Radio, Fernsehen – kann das heute quasi jeder Privatmensch: mithilfe der sozialen Medien. Deswegen wird heute unter dem Begriff „Medien“ nicht automatisch eine Zeitung oder ein Radiosender verstanden. Die Medien haben sich aufgespalten: in die klassischen und in die sozialen.

  • Wie klassische Medien funktionieren. In den klassischen Medien gibt es zwei Beteiligte: SenderIn und EmpfängerIn. Das heißt, Einzelne senden Informationen aus. Das Publikum empfängt die Informationen. Was das Publikum denkt, bleibt im Verborgenen – außer jemand macht sich die Mühe und schreibt einen Leserbrief. Beispiele für klassische Medien sind Zeitungen und Magazine, Flugblätter, das Radio, Fernsehstationen. Aber auch neuere Medien wie Homepages gehören zu den klassischen Medien, weil sie meist nach dem Sender-Empfänger-Prinzip betrieben werden:  der/die Homepage-BetreiberInnen schreibt etwas, die BesucherInnen lesen das Geschriebene. Rückmeldemöglichkeiten direkt über die Website gibt es meistens nicht. Die Menschen tauschen sich über die empfangenen Informationen nicht in den klassischen Medien aus – was bringt es schon, auf einem Flugblatt was dazu zu kritzeln – sondern im Privaten, mit Familie und Freunden, am Stammtisch oder im Pfarrcafé.
  • Ganz anders geht es zu in den sozialen Medien. Man braucht nicht zuerst einen Verlag zu gründen oder einen Radiosender aufmachen, um seine Meinung öffentlich kundzutun. Das Internet macht es jedem Menschen möglich, sich seine Plattform zu schaffen, um dort zu schreiben, eigene Filme herzuzeigen und vieles mehr. Wer in den sozialen Medien über Gelesenes diskutieren möchte, muss nicht erst einen Freund anrufen oder bis zum nächsten Treffen warten. An Ort und Stelle kann jeder Mensch seinen Kommentar abgeben. Medien und öffentliche Meinungsbildung sind nicht mehr eine Sache einzelner, sondern vieler, die untereinander vernetzt sind. Denn: die sozialen Medien sind gleichzeitig Netzwerk. Menschen kommunizieren mit Menschen. Mit Bekannten oder nicht so Bekannten, die einander durch ihre Aktivitäten im sozialen Netzwerk erst besser kennen lernen. Soziale Netzwerke können Distanzen überbrücken helfen – zeitliche wie örtliche. So spielt es keine Rolle, ob der/die Facebook-FreundIn auf Weltreise ist und soeben mit dem Wohnmobil durch Australien tingelt. Fotos und Status-Bericht ermöglichen es, die Reise mitverfolgen, zum Geburtstag zu gratulieren, die Freundschaft unkompliziert weiterzupflegen. Ist die Zeit zu knapp für eine lange Plauderei bei Kaffee und Kuchen, machen es uns die sozialen Medien einfach, trotzdem Anteil am Leben von Freunden zu nehmen. Ein kurzes „wie geht es dir“ ist schnell geschrieben – und nährt Freundschaften auch in stressigen Zeiten.

Das Soziale an den sozialen Medien sind die sozialen Kontakte, die geknüpft und gepflegt werden. Aber auch, dass jeder Mensch etwas in diesem Medium beitragen kann. Nicht nur einzelne, wie dies bei den klassischen Medien der Fall ist. Außerdem sind so gut wie alle sozialen Medien kostenlos. Man braucht sich nur anzumelden.

 

Soziale Medien sind eine Tatsache

 

Heute stellt sich nicht mehr die Frage, ob die sozialen Medien gut oder schlecht sind. Ob sie bleiben oder vergehen werden. Das Prinzip der sozialen Medien hat die Medienwelt revolutioniert. Es ist Gegenwart und Zukunft. Und: Das eine schließt das andere nicht aus, denn klassische und soziale Medien verweben ineinander. Zeitungen twittern genauso wie Privatpersonen oder Papst Franziskus. Radio-Sender sind in Facebook aktiv. Online-Zeitungen bieten Kommentarfunktionen unter ihren Artikeln an. Das einzige was zählt, ist, dass man etwas zu sagen hat, was jemanden interessiert. Und hier kommt wiederum der Mensch ins Spiel. Wie Menschen in Zeitungen nur das lesen, was sie interessiert, filtern Menschen auch im Internet. Zum einen lesen sie Dinge, die sie wissen wollen. Zum anderen interessieren sie sich für ihre Freunde, Bekannten und das, was diese interessiert. Empfehlungen von Freunden haben Gewicht – nicht nur im sogenannten „echten“ Leben. Auch in den sozialen Netzwerken. Wer als Institution, wie eine Pfarre, in den sozialen Medien aktiv werden möchte, soll sich daher bewusst sein: Es geht nicht nur um Infos. Es geht um Beziehung. Es sind die Menschen, mit denen wir kommunizieren.

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