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„Das Wichtigste ist, dran zu bleiben ...“

Steffie Sandhofer

Steffie Sandhofer über eine Kirche, die Menschen stark macht fürs Leben, die Vision einer Chancengleichheit, den Umbau von Machtsystemen und die hoffnungsmachende Überlegung „What would Jesus do?“.

Steffie Sandhofer

 

Warum ich mich als Frau in der Katholischen Kirche engagiere und einbringe ...

 

Ich engagiere mich, weil ich dran glaube, dass Kirche einen wichtigen Dienst für Menschen macht. Weil Gemeinschaft möglich gemacht wird, weil gemeinsam gefeiert, gebetet, getrauert und gelacht werden kann. Kirche kann auch safe space. Ich glaube aber, dass ich mich ganz unabhängig von meinem Geschlecht hier engagiere. Ich glaube an eine Kirche, die Gott* in den Mittelpunkt stellt, die Menschen stark macht fürs Leben und für den Alltag, mit allen Höhen und Tiefen. Und deshalb bin ich ein Teil davon, um diese Vision in der Kirche möglich zu machen, für viele. 

 

Themen, die mir als Frau unter den Nägeln brennen ...

 

Machtsysteme müssen sich verändern, damit wir in eine Gleichberechtigung hineinkommen. Und dabei geht's nicht allein um Haltungen, sondern darum, dass sich Strukturen verändern müssen. Gerade in der Kirche merken wir, wie sehr da unsere Strukturen hinderlich sind und irgendwann checkt man, dass Energie dort hinlaufen muss, wo man auch etwas verändern kann. Das ist manchmal einfacher und manchmal schwerer auszuhalten. Aber das Wichtigste ist, da dran zu bleiben.


Es braucht Gleichberechtigung, wenn es um Charisma und Kompetenz geht. Ganz egal, ob man ehrenamtlich oder hauptamtlich engagiert ist, wenn man sich für die Familie, für Freunde oder für einen Job engagiert: Wie können wir dazu beitragen, dass alle Menschen ihre Berufung leben können, ohne aufgrund von bestehenden Strukturen nachhaltige Benachteiligungen einzubüßen? 


Ich wünsche mir, dass Frauen füreinander einstehen, einander feiern, Erfolge und Freude teilen und Beisammenstehen auch durch schwierige Zeiten, nicht nur um sich gemeinsam zu stärken, sondern damit Mädchen und Frauen erleben können: Ich bin stark. Ich weiß, was ich kann und ich kann etwas beitragen. Das führt zu Veränderung: Menschen, die füreinander da sind.

 

Diese gesellschaftspolitischen Themen stehen meiner Meinung nach jetzt an ...

 

Ich finde es am allerwichtigsten, Machtsysteme umzubauen. Das trifft jetzt nicht nur Kirche, sondern auch Gesellschaft. Mir geht's in allem darum, dass ich mir Beteiligung von vielen Menschen wünsche. Ich möchte mich einsetzen dafür, dass Macht verteilt wird, gerecht und gleichberechtigt. Ich bin aufgewachsen mit „Frauen an die Macht!“ zum Preis, dass sie Männer ersetzen sollen. Ich sage „Frauen an die Macht“, bis die Gleichberechtigung hergestellt ist. Bis wir darüber diskutieren, ob ganz viele bestehende Meinungen an einem Tisch sitzen. Ich träume von einer Welt, in der Strukturen dazu beitragen, dass Menschen dieselben Startbedingungen haben. Wir haben die gleichen Rechte am Papier, aber nicht die gleichen Chancen. Das muss sich ändern. Die Grundhaltung, die dahintersteht, hat auch Auswirkungen auf alle Themen, die jetzt dran sind: Wie sprechen wir miteinander und übereinander in einer gewaltfreien Sprache, um den Frieden zu sichern? Wie achten wir alle Menschen und Geschöpfe und setzen uns ganz konkret dafür ein? Wie kommen wir als Christinnen ins Handeln, um als starke Stimmen der Kirche und der Gesellschaft etwas verändern zu können, und nicht nur beim Reden stehen zu bleiben?

 

Was oder wer mich beGEISTert und mir Kraft gibt, damit Kirche lebendig wird und in Bewegung bleibt ...

 

Ich liebe derzeit die Story vom Jünger Petrus. Der will am Wasser gehen, es funktioniert auch, und irgendwann packt ihn dann doch die Angst und er beginnt unterzugehen. Jesus streckt seine Hand aus, hebt ihn hinauf und versucht herauszufinden, was ihm Angst gemacht hat. (Mt 14,28–31)


Und das hat mich tief beeindruckt. Das ist so wichtig, dass wir füreinander Menschen sind, die raufheben, wenn grad irgendwas runterdrückt. Jede und jede:r kommt irgendwann in die Situation wo man zweifelt, wo Hoffnungslosigkeit überrollt, wo man einfach im Leben ansteht. Dann wünsch ich mir, dass wir uns daran erinnern: What would Jesus do. – Raufheben, damit wirds Leben vielleicht nicht immer leichter, aber aushaltbarer. Und das will ich für andere machen, aber das machen auch mal viele andere für mich. 

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Zur Person: 

Steffie Sandhofer BEd ist als Jugend- und Kinderpastoralassistentin mit Schwerpunkt Digitale Pastoral in der Erzdiözese Wien tätig. Sie redet über Gott und die Welt, unter anderem auf ihrer Webseite und ihrer Initative #weilmaglaubn sowie auf den begleitenden Social-Media-Kanälen.

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