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„… weil ich es kann!“

Michaela Pröstler-Zopf

Michaela Pröstler-Zopf über den Raum der Möglichkeiten, ihren unerschütterlichen Glauben an ein gutes Leben in Frieden für alle, Gottes Spuren im Leben der Menschen und das „Tunwort Kirche“.

Michaela Pröstler-Zopf

 

Warum ich mich als Frau in der Katholischen Kirche in Oberösterreich engagiere und einbringe ...

 

„… weil ich es kann!“

 

Meine ersten Erinnerungen gehen in die Kindheit zurück und von da an wurde ich immer wieder von kirchlichen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern gefragt, ob ich Aufgaben in der Kirche übernehmen will. Mir wurde viel zugetraut, manches zugemutet und ich habe mir von Anfang an immer auch Freiräume geschaffen, in denen ich vorgegeben habe, wo und wie ich meine Talente einbringen will. Der Raum der Möglichkeiten war für mich immer größer als der Raum der Beschränkung innerhalb der Katholischen Kirche.

 

Ich will an dieser Stelle die kritischen Phasen nicht verschweigen: Als politisch denkende, feministische Frau gibt es auch viele Punkte, was die Rolle der Ämter und der Frauen in der Kirche betrifft, die ich nach wie vor kritisch sehe, wo ich nicht einverstanden bin. Ich habe mich entschieden, innerhalb der Kirche zu bleiben und die Veränderung „von innen“ voranzutreiben. Das mache ich, „so gut wie ich es eben kann“.
 

Themen, die mir als Frau unter den Nägeln brennen ...

 

Ungerechte Strukturen und Machtverhältnisse, die Frauenleben behindern und vernichten.


Ausgehend von meinem Kontext in Österreich geht es da um gerechte Bewertung bzw. Verteilung von unbezahlter Arbeit im Care-Bereich und im Haushalt, es geht um faire geschlechterunabhängige Löhne, den Stopp von sexualisierter Gewalt. Mit dem Blick auf die Situation von Frauen weltweit verschärft sich diese Lage der Ungerechtigkeit dramatisch. Wir müssen diesen solidarischen Blick auch über die Grenzen hinweg aufbringen.
 

Diese gesellschaftspolitischen Themen stehen meiner Meinung nach jetzt an ...

 

Ich werde den Glauben an ein gutes Leben für alle in Frieden nicht aufgeben. Gesellschaftspolitisch muss das Miteinander wieder stärker in den Blick kommen. Ich höre mit Entsetzen die Absichten „aufzurüsten“, vorurteilsbesetzte Hassparolen gegen Menschengruppen, Wirtschaftsstrategien, die dem Reichtum weniger Einzelner dienen ... mir fehlt der Blick auf das große Ganze.


Eine der entscheidendsten gesellschaftspolitischen Fragen stellt sich meiner Meinung nach mit der Verteilungsfrage: Gelingt es uns so zu leben und zu wirtschaften, dass wir Wohlstand für alle generieren, einen stabilen Sozialstaat ausbauen und Reichtum gerecht verteilen?
 

Was oder wer mich beGEISTert und mir Kraft gibt, damit Kirche lebendig wird und in Bewegung bleibt ...

 

Ich bin berührt und motiviert, wenn Menschen ihre Stimme erheben und Unrecht benennen und laut sagen, was das Leben verhindert. Wir brauchen diese prophetische Kraft in der Kirche.


Meine Begeisterung für die Kirche nährt sich auch aus Begegnungen und Gesprächen. Wenn Menschen davon erzählen, wie sie ihre Arbeit tun und damit ihr Leben meistern, was sie trägt und hält und wie sie sich dabei gegenseitig unterstützen. Wenn Seelsorge da anknüpft und Gottes Spuren im Leben der Menschen sichtbar macht, dann bleiben wir auch als Kirche in Bewegung. Dafür will ich arbeiten und mich einsetzen. Kirche ist für mich ein Tunwort, wir bauen am Reich Gottes und deswegen immer wieder mit Dorothee Sölle: „Da kann man nichts machen, ist der gottloseste aller Sätze.“

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Zur Person:

Mag.a Michaela Pröstler-Zopf ist Leiterin des Teams mensch & arbeit im Fachbereich Arbeitswelten und Begegnungsräume des Bereichs Seelsorge & Liturgie.

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