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„Ich betrachte vieles im Leben als Geschenk ...“

Erika Kirchweger

Erika Kirchweger über Frauen von heute und morgen: sich reich beschenkt fühlend setzt sie gerne Zeit und Engagement für das Eigentliche ein, das in dem Vielen oft untergeht.

Erika Kirchweger

 

Warum ich mich als Frau in der Katholischen Kirche in Oberösterreich engagiere und einbringe ...

 

Ich bin in die Katholische Kirche über die Pfarre und die Katholische Frauenbewegung hineingewachsen. Da erlebe ich eine Spiritualität, die mir gut tut und meinen Glauben festigt. Die großartigen Projekte der Aktion Familienfasttag, die Möglichkeit mich gesellschaftspolitisch einsetzen zu können und einfach viele tolle Menschen und vor allem Frauen in Pfarren, aber auch in den vielen verschiedenen Vernetzungen, in denen ich eingebunden bin, sind eine riesengroße Bereicherung in meinem Leben. Ich betrachte vieles in meinem Leben als Geschenk und ich bin reich beschenkt. Da gebe ich gerne meine Zeit und mein Engagement.


Themen, die mir als Frau unter den Nägeln brennen ...

 

Frauen wie Männer sind heute von so vielen Themen und Ansprüchen im Leben gefordert, sodass über das Viele oft das Eigentliche verloren geht. Die Vielfalt der Lebensmöglichkeiten, die Pluralität der Gesellschaft und der Umgang mit Anderen und Fremden ist eine große Herausforderung für unser aller Zusammenleben. Dazu kommen Ungerechtigkeiten in der Verteilung von Arbeit und Einkommen und brüchige, ökonomische Sicherheit. Da sind Frauen auch heute betroffen und benachteiligt.

 

Diese gesellschaftspolitischen Themen stehen meiner Meinung nach jetzt an ...

 

Der steigenden Armut entgegenzuwirken und gezielte Maßnahmen zu setzen, um Frauen im Alter und Alleinerziehende davor zu bewahren, ist mir wichtig.


Gewalt in den Familien und Beziehungen zu verringern, durch Prävention und vor allem Frauen zu unterstützen um aus Gewaltbeziehungen herauskommen zu können.


Politische Maßnahmen für eine gerechtere Verteilung von Arbeit und Einkommen.

 

Beeinträchtigte Menschen und vor allem Menschen, die schwer am Arbeitsmarkt ankommen können, weil sie die geforderte Leistungsfähigkeit nicht erreichen, brauchen Chancen und Möglichkeiten. Dazu muss es die nötigen finanziellen Ressourcen geben.


Was oder wer mich beGEISTert und mir Kraft gibt, damit Kirche lebendig wird und in Bewegung bleibt ...

 

Die Gemeinschaft von Frauen in der Kirche begeistert mich. Das Engagement so vieler, die sich miteinander verbunden fühlen. Besonders spürbar wurde das in der Frauenreise nach Siena. Katharina von Siena wurde 2013 zur Patronin und Weggefährtin der Katholischen Frauenbewegung. Ihre innige Gottesverbindung und ihr Einsatz bei Kranken und Sterbenden, aber auch ihr Einmischen in die politischen Verhältnisse ihrer Zeit und ihre loyale, aber scharfe Kirchenkritik sind faszinierend. So ist sie Weggefährtin und Prophetin für Frauen von „heute und morgen“.

 

Eines ihrer Zitate begleitet mich seither immer wieder:
„Die Stunde ist kostbar. Warte nicht auf eine spätere Gelegenheit.“


„Die Nächstenliebe stärkt unsere Seelen. Sie macht das Herz weit-nicht eng-so dass jedes Geschöpf aus Liebe zu Gott darin Raum findet, und zwar so, als würden wir jeden einzelnen Menschen wie unsere eigene Seele erachten.“

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Zur Person:

Dipl.-Päd.in Erika Kirchweger war ehrenamtliche Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung (kfb) in Oberösterreich.

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