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Wallfahrtskirche Maria Trost:



Maria Trost
Der von einem schmucken Kirchlein bekrönte Maria Trost-Berg grüßt ins freundlich herbe Mühlviertler Land hinein und ist seit Jahrhunderten als bedeutendster Wallfahrtsort des oberen Mühlviertels ein beliebter Anziehungspunkt für Ausflügler und besinnliche Wanderer.

Dem von Rohrbach kommenden Wallfahrer öffnet sich die bewaldete Bergkuppe und gibt den Blick frei auf die Fassade der Wallfahrtskirche Maria Trost. Ihr geschwungener Westgiebel mit Krüppelwalm wirkt behütend und Schutz gewährend gegen die rauhen Wetter aus West und Nord. Dieselbe Funktion für den seelischen Bereich wird auch betont in dem über der Eingangshalle angebrachten Reliefbild des Schutzengels (1867 von Franz Oberhuber aus Linz fertiggestellt). Bevor wir eintreten, sei zur Baugeschichte kurz vermerkt: Die Maria Trost-Kirche wurde anstelle der verfallenen Burg des Geschlechtes der Perger von Graf Theodorich von Rödern um 1645/1655 erbaut in Erfüllung eines Gelübdes, weil Berg 1645 vor den Schweden verschont geblieben war. Aus der Landkarte des Georg Matthäus Vischer von 1667 und aus dessen Stich des Schlosses Berg 1679 wissen wir, dass die Bergkuppe damals abgeholzt war und das Kirchlein ursprünglich zwei Türme hatte oder dass zumindest zwei Türme geplant waren. Ihre heutige Gestalt mit dem einzigen als Dachreiter über dem Presbyterium gebauten Turm hat die Kirche seit der großen Restaurierung der Jahre vor 1765. Aus dieser Zeit stammt auch der Großteil der Innenausstattung.

Durch den bis 1892 dreiseitig offenen Vorraum betreten wir, in ständigem Aufstieg am Gipfel des Berges angekommen, die Kirche. Der Kirchenraum ist ein hohes einschiffiges Langhaus mit barockem Tonnengewölbe, durch Stichkappen in drei Joche gegliedert, und erhält das Tageslicht von den drei großen Fenstern der Südseite. Ein barockes Deckenfresko, das die Himmelfahrt Mariens darstellt, stammt aus der Zeit um 1744 und wird umrahmt von einer ornamentalen Malerei, die sich über den ganzen Bereich der Decke erstreckt und überleitet zum Wandfresko am tief herabgezogenen Fronbogen, der das Langhaus vom wesentlichen niedrigeren Presbyterium trennt. Das Wandfresko – der Meister beider Fresken ist uns unbekannt geblieben – gibt die biblische Szene Mariae Verkündigung wieder. Sein gemalter Rahmen leitet über zu zwei Wappenbildern des Grafen Bernhard Franz von Rödern (+ 1743) und seiner Frau Carolina geb. Freifrau von Ottislav, die uns als große Wohltäter der Kirche bekannt sind. Das Presbyterium, ein durch Fenster von allen drei Seiten lichtdurchfluteter Raum, lenkt unwillkürlich den Blick auf das gewandete Gnadenbild im Strahlenkranz. Das Maria Trost – Gnadenbild ist eine frühbarocke Madonna mit dem Jesuskind, mit kostbaren Gewändern gekleidet, die den Festzeiten entsprechend gewechselt werden. Die Statue ist 1,70 Meter hoch und ist von einem Strahlenkranz mit 1,80 Meter Durchmesser umgeben. Dominierend steht die Madonna zwischen beiderseits je zwei Säulen in der zentralen Rundnische des Hochaltares, die mit einem halbkreisförmigen Bogen den Altar nach oben abschließt und großartig in das barocke Tonnengewölbe einmündet. Im Zentrum des Bogens schwebt über dem Gnadenbild die Figurengruppe Gott Vater und der Hl. Geist in Gestalt der Taube, diese meisterhafte Anordnung offenbart und die Theologie dieser Altarkonzeption und zeigt die Stellung Mariens zur Dreifaltigkeit als Tochter des Vaters, Mutter des Sohnes und Braut des Hl. Geistes.

Das Gnadenbild wird flankiert von Statuen der Heiligen Joseph und Joachim, die ebenfalls von bemerkenswerter Qualität sind. Während wir bei den übrigen Figuren der Kirche Datierung und Zuschreibung an einen bestimmten Meister nur nach der Methode von Stilvergleich und Ähnlichkeit wagen dürfen, ist es anlässlich der Restaurierung des Hochaltars 1959 gelungen, den Künstlers des Gnadenbildes festzustellen: der Schöpfer dieser Plastik ist Johann Worath, der sie im Jahr 1656 geschaffen hat. J. Worath war Bildhauer des Schlägler Abtes Martin Greysing und hat für Stift Schlägl und die umliegenden Pfarren Werke von bleibender Bedeutung geschaffen. Er starb 1680 in Aigen.

Auch der 1949 aufgestellte Tabernakel des Hochaltares ist bemerkenswert. Der Entwurf stammt von Josef Furthner, geschnitzt wurde er vom Bildhauer Johann Freilinger aus St. Martin i.I., vergoldet von A. Pössl. Die beiden Engel, die den Tabernakel in anbetender Haltung flankieren, gehören zum barocken Altaranbau.

Von 1996 bis 2002 renovierte Benefiziat Benedikt Pendlmayr die Wahlfahrtskirche und das Benefiziatenhaus und wirkte mit großem Engagement in der Seelsorge. Er ist am 17. März 2002 verstorben.

Seit 1. September 2003 ist H. Stephan Weber Benefiziat am Berg.