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Zur Geschichte von Niederwaldkirchen:

1.) Die Geschichte
2.) Bauten
3.) Einrichtung der Kirche
1.) Die Geschichte
Der Edle Eppo von Windberg schenkte 1107
oder 1108 seine Besitzungen und dazu drei Pfarrkirchen, die auf seinen
Gütern lagen, (hl. Maria in Waltchirchen, cella S. Mariae, ecclesia
conventualis' St. Peter und St. Johann am Windberg) mitsamt den Zehenten
dem Augustiner Chorherrenstift St. Florian. Die Schenkung wurde 1109 von
Kaiser Heinrich V. bestätigt. Grenzen des Pfarrsprengels waren der
Pesenbach, der Iltisbach und die Grenze Böhmens. Die beiden Bestätigungen
Bischof Ulrichs von Passau von 1111 und 1113 werden für unecht gehalten,
doch 1122 bestätigte Bischof Reginmar den Besitz der Augustiner Chorherren.
1625 wurde dem Stift auch die Vogtei übertragen.
Schon 1465 war der erste Chorherr Pfarrer. Zerstörungen in den Hussitenkriegen.
Im 16. Jh. gab es einen Streit der Pfarrgemeinde mit dem Stift wegen Einsetzung
von katholischen Pfarrern, 1595 Versammlung von 2500 Bauern in Niederwaldkirchen.
1597 Niederschlagung der Unruhen durch Oberst Gotthard von Starhemberg.
Kirchweiler mit gassenartigem, nach Westen zur Kirche ansteigendem Platz.
2.) Bauten
Die Pfarrkirche (Mariä
Himmelfahrt)
Die Kirche liegt inmitten des Friedhofes, vom Platz.
durch einen zweigeschossigen Torbau mit einer Stiegenanlage abgeschlossen.
Die Kirche ist kein einheitlicher
Bau. Mehrere Bauten liegen zugrunde:
1. Romanischer Kern des einschiffigen Langhauses, soweit
die Mauern (West- und Nordwand) sichtbar sind, sockellos. Unter dem Dach
in der Südwand vier rundbogige rom. Fensterchen. -
2. Der etwas eingezogene zweijochige kreuzrippengewölbte
Chor mit 7/8-Schluss ist wohl in der 2. Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts
entstanden. Der massige Westturm in seinen beiden Untergeschossen gleichzeitig.
Das Obergeschoß mit flachem geschwungenem Helm und doppeltem Knauf
wird einem Entwurf des Jakob Prandtauer, 1710-1720, zugeschrieben.
3. Errichtung der südlich vom Langhaus angebauten
Blasius-Kapelle, einer Stiftung der Schallenberger. Urk. 1413 eine Stiftmesse.
Dreijochiger, kreuzrippengewölbter Bau mit mächtigem Gurtbogen.
Die Gewölbe auf eingezogenen Strebepfeilern. Die Kapelle vor der
got. Wölbung des rom. Mittelschiffes errichtet.
Schlussstein mit drei Rosen, deshalb fälschlich als Jugendwerk des
Stephan Krummenauer angesehen. Unter der Kapelle die Gruft der Schallenberger.
-
4.
Wölbung des Langhauses wohl nach den Zerstörungen in den Hussitenkriegen,
Mitte 15. Jh. (Verkaufbrief 1441 wegen Zerstörung durch die Ungläubigen).
Vierjochiger kreuzrippengewölbter Saal, die Gewölbe auf eingezogenen
Strebepfeilern. Die zweijochige Westempore dreischiffig, im Mittelschiff
Kreuzrippengewölbe. In allen Fenstern stark erneuertes got. Maßwerk.
5. Barockisierung beim Neubau des Pfarrhofes. Einrichtung
des Ganges nördlich der Kirche. West- vorhalle und Kreuzkapelle am
Chorschluss außen zwischen den Strebepfeilern mit bemerkenswertem
Schmiedeeisengitter um 1720. Gleichzeitige Kreuzigungsgruppe. Darunter
Karner.
3.) Einrichtung der Kirche
Großartiger
Hochaltar strammt angeblich aus 1722. An den Flanken zurückschwingende
Säulenarchitektur, in der Mitte Nische. In den Seitenöffnungen
zwischen je zwei Säulen unter Muschelkartuschen die ausgezeichneten
Statuen der beiden Johannes, rechts der Täufer,. links der Evangelist.
In der Mittelnische sitzende Muttergottes mit Jesuskind, dicht umgeben
von Engeln. Diese Figur ist vielleicht ein got. Gnadenbild um 1470, die
Köpfe aber Anfang 17 Jahrhundert überarbeitet und stark überfasst.
Im Aufbau Gottvater mit der Taube und zahlreiche Engel. Alle Figuren von
Leonhard Sattler. Sechs gute Rokoko.-Silberleuchter.
Rechts neben dem Volksaltar ein Rokoko-Kredenztischkreuz
Kommuniongitter aus Marmorbalustern, A. 18. Jh. Rok.-Chorgestühl
und -Kirchenbänke. Gute neugot. Arbeiten: rechts hll. Josef, Franziskus
und Anna. Neugot. Kanzel.
In der Blasiuskapelle Altar von Untersberger, Gmunden, um 1860 mit dem
hl. Blasius, hl. Leonhard und hl. Aloisius. Volkstümlicher Taufstein
mit Stifts-wappen. Gute Figuren der Heiligen Sebastian und Rochus um 1730.
An der Westwand der Kapelle Wappengrabstein des Casper Schallenberger
zu Lufftenberg und Biberstain und Frau Martha von Trauttmanstorff 1535.
(1529 war Caspar II. Hauptmann des ständischen Aufgebotes gegen die
Türken).
Im Gang an der Nordwand (große Laube) gute neugot. Engel, Bild Christus
auf dem Ölberg und got. Opferstock, sowie zwei granitene Weihbrunnbecken,
17. Jh. Rok.-Tür.
Im Friedhof südlich der Kirche Gruftkapelle der Schallenberger (heutige
Aufbewahrungshalle).
Grabstein-Inschrift: Hir leit der Edl Vest Ritter, Kaspar von Schallenberg,
der Todt ist am 17. Michaelstag Anna Domini 1444 und auch der Edl Walthasar
Schallenberg, sein Bruder, der Todt ist an St. Florianitag Anna Domini
1457.
Der Stiftbrief von 1340 des Pilgrim II., seine Vordem Witten die St. Johannes-Kapelle
im Friedhofe gestiftet. 1793 profaniert und unterteilt und Schule bis
ca. 1950. Bau um 1300. Barockisiert 1631 mit Tonnengewölbe und Stichkappen,
damals wohl dem hl. Josef geweiht. Einschiffiger zweijochiger Saal mit
7/8-Schluss.
Im Friedhof got. Totenleuchte Mitte 15. Jh.
Der Pfarrhof ist ein mächtiger rechteckiger zweigeschossiger Baublock
mit abgetrepptem Walmdach. Die Fensterverdachungen alternierend, segmentbogig
und eckig. Nördlich vorgelagerte Terrasse. Im ersten Obergeschoß
barocke Stuckdecken Anfang 18. Jh. (wahrscheinlich 1715 - 30 erbaut).
Am Nordende Brunnen 1675.
Auf dem ehemaliger Dorfplatz beim Gasthaus Groiß schöne Mariensäule
am Sockel, 1781, die Statue wohl erst 1. Viertel des 18. Jh.
Die Kirche wurde 1992 grundlegend saniert . Ebenso wurde der barocke Pfarrhof
in den Jahren 1987 bis 1995 restauriert.
Entnommen aus dem Dehio Führer
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