Die erste, vermutlich noch aus Holz erbaute Kirche dürfte
von den "Griesbachern", einem ausgestorbenen
Siedlergeschlecht, errichtet worden sein. Die erste urkundliche
Nennung der Pfarre Gutau stammt angeblich aus dem Jahr 1122,
dabei soll es sich allerdings
um eine Fälschung
aus späterer Zeit handeln. Gesichert ist aber das nächste
historische Datum: Am 12. Oktober 1131 wurde das Presbyterium
(Chor) der Kirche von Bischof Reginmar von Passau geweiht.
1147 wurde das Langhaus vollendet, von dessen Mauerwerk an
der West- und Nordwand noch Reste vorhanden sind.

In der Urkunde aus 1131 wird der Pfarrsprengel beschrieben,
der von Reichenstein im Süden bis Böhmen im Norden
reichte und vermutlich von der Pfarre Ried abgetrennt wurde.
Später entwickelten sich die einstigen Filialen von Gutau
zu eigenen Pfarren, so etwa Lasberg, St. Oswald, Kefermarkt
und St. Leonhard. Die Kirche gelangte samt zugehörigen
Gütern
noch im 12. Jahrhundert an das Stift St. Florian.

Im Besitz des Stiftes St. Florian blieb die Pfarre Gutau
bis ins Jahr 1717, als sie durch den Tausch mit der Pfarre
St. Gotthard in den Besitz der Starhemberger gelangte. Die
bischöfliche Bestätigung erfolgte im Jahr 1735.
Der älteste, noch erhaltene Bauteil der Pfarrkirche aus
dem 14. Jahrhundert ist frühgotische Friedhofs- oder Gruftkapelle
(heutige Loretto- bzw. Marienkapelle), die im Zuge der Erbauung
des gotischen Langschiffes in die Pfarrkirche einbezogen
wurde.
Um 1400 ist der Bau des gotischen Chores anzusetzten, wenig
später erfolgte an der Nordseite der Anbau der heutigen Taufkapelle.

Das uns vertraute Aussehen erhielt die Kirche mit der Errichtung
des dreischiffigen, spätgotischen Langhaus mit dem eindrucksvollen
Sternrippengewöbe und der Westempore im Zuge eines großzügigen
Umbaues, der um 1510 abgeschlossen wurde.

Aus dieser Zeit
stammt auch das reich verzierte Eingangsportal in die Sakristei.

Die auffallend schräge Westwand der Kirche (Rückwand) hängt
mit der Einbindung des Turmes zusammen.

Der vermutlich vor
der Kirche freistehende, in den Grundmauern
noch romanische Turm wurde mehrmals aufgestockt und erhielt
seinen jetzigen Helm nach dem Marktbrand im Jahr 1733.
Die barocke Ausstattung der Kirche erfolgte ab 1670.

Das
Altarbild mit dem Hl. Ägidius und das Auszugsbild sind Werke
des Barockmalers Clemens Beuttler aus dem Jahr
1679. Aus dieser Zeit stammen auch die barocken Konsolfiguren
an den Seitenwänden des Kirchenschiffes und die
Kanzel.


Die neugotische Ausschmückung und die Seitenaltäre wurde
bei einer Renovierung im Jahr 1960 entfernt.
Die letzten große Innenrenovierung wurde 1980/81 durchgeführt,
dabei wurde der Boden des Altarraumes angehoben, in der Taufkapelle
ein Rundfenster eingebaut und neue liturgische Ausstattung
des Linzer Bildhauers Hermann Dimmel angeschafft.
Die letzte Außenrenovierung erfolgte im Jahr 1989, wobei
der Turm durch die Übermalung der Ecksteine wieder sein ursprüngliches
gotisches Aussehen erlangte.
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