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Johannes Ev. Maria Gföllner (1867
1941)
Bischof von Linz
Johannes Ev. Maria Gföllner (geb. 1867), ein Landsmann Franz Doppelbauers
(Waizenkirchen) folgte Rudolph Hittmair zunächst als Pastoralprofessor, dann auch als
Bischof nach. Er teilte mit Hittmair auch die Reisefreudigkeit in jungen Jahren sowie die
Liebe zur Bergwelt.
Die kaiserliche Ernennung Gföllners zum Linzer Bischof hatte der
oberösterreichische Landeshauptmann Johann Hauser arrangiert, der in der politischen
Arena als unabkömmlich taxiert wurde und vor allem selbst Landeshauptmann bleiben und
nicht Bischof werden wollte.
Gföllner, der in die sich verdüsternde Kriegslage ins Bischofsamt
hineingestellte überzeugte Monarchist (drei Jahre war er Prinzenerzieher der
Habsburgerfamilie in Pola), nahm als Wahlspruch ein Friedensprogramm:
"Das ist der Sieg, der die Welt überwindet, unser Glaube." Um der
Kriegsmüdigkeit zu begegnen, besuchte er 1917 u. a. das Hessenregiment in Trient
bzw. an der italienischen Front.
Den Umsturz, d. h. den Sturz des legitimen Herrschers,
hatte er, obwohl er sich 1918 auf den Standpunkt der "gegebenen Tatsachen"
stellte, innerlich nicht mitvollzogen, auch hielt er wenig vom Parteienstaat. Bei den
Hirtenschreiben führte er im Titel "Von Gottes und des apostolischen Stuhles Gnaden
Bischof von Linz". Er fühlte sich als Kirchenfürst und verpflichtet, die Massen vor
den Verderbnissen der neuen (politischen) Vorstellungen (auch hinsichtlich der Moral) zu
bewahren. Mit der Weihe des Neuen Domes (1924) und der vorausgehenden Errichtung der
Dompfarre (1922) konnte er äußerlich das von Rudigier geerbte Bauprogramm in schwerster
wirtschaftlicher Krise abschließen, mit der Diözesansynode 1928 wollte er kirchliche
Strukturen festigen. Dem ebenfalls mit Hilfe Rudigiers gegründeten katholischen
Volksverein bzw. der Christlichsozialen Partei entzog Gföllner zunehmend seine
Unterstützung, entfernte 1933 (auch die Stimmungen im Landklerus ausnützend) die
hochrangigen Priesterpolitiker J. Pfeneberger, J. Moser und E. Hirsch aus ihren
Ämtern und leistete dadurch Vorarbeit für den Ständestaat auf Kosten demokratischer
Legitimation, wofür ihm kirchlicherseits auch die Enzyklika "Quadragesimo anno"
(1931) indirekt Argumentationshilfen bot.
Bereits 1933 hatte Gföllner, der immer auch politisch wirken wollte,
in dem Hirtenbrief "Über den wahren und falschen Nationalismus" als früher
Warner den Nationalsozialismus schroff abgelehnt. Das Hirtenwort (Auflage von ca. 35.000)
wurde in den Wochen der Machtergreifung Hitlers in Deutschland veröffentlicht, und fand
auch in Übersee Verbreitung.
Als Hitler die nicht mehrheitlich legitimierte österreichische
Kabinettspolitik durch die Politik der Straße in wenigen Tagen und Stunden 1938 stürzen
konnte, war der inzwischen alternde Bischof persönlich zutiefst erschüttert. Auf die
sofort einsetzenden restriktiven Maßnahmen des NS-Regimes vermochte er, innerlich
gebrochen, nur mehr schablonenhaft zu reagieren.
Praktisch in letzter Stunde konnte er die Ernennung des
Ordinariatsrates Dr. Joseph Cal. Fließer zum Weihbischof erwirken und faktisch seine
Amtsnachfolge in die Wege leiten.
Gföllner, der letzte vom Kaiser ernannte Bischof von Linz, starb nur
drei Tage nach der Ernennung Fließers zum Generalvikar am 3. Juni 1941.
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