Samstag 16. Februar 2019

Neuer gestalteter Altarraum

Am 8. Dezember wurden im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes mit Bischof Manfred Scheuer die neu gestalteten liturgischen Orte im Mariendom geweiht.

Am 16. Juni 2017 hatten die Umbauarbeiten begonnen, ein gutes halbes Jahr später ist der „neue Raum im Neuen Dom“ fertiggestellt – der Linzer Mariendom, Österreichs größte Kirche, fasziniert nun noch mehr als bisher durch einen neuen Raumeindruck und große Weite. Herzstück der Umgestaltung ist die erhöhte Altarinsel in der Vierung des Doms, auf der sich Altar, Ambo, Bischofssitz (Kathedra) und Priestersitz befinden. Alle vier Orte sind aus Jura-Kalkstein gefertigt, der in den Farben des Doms gehalten ist und aus der Nähe von Eichstätt (Bayern) stammt.

 

Neuer Altarraum

 

Die Verortung von Altar, Ambo, Kathedra und Priestersitz im Kreuzungsbereich von vielbegangenen Wegen des städtischen Umfelds weist darauf hin, dass die Welt „draußen“ auf das liturgische Geschehen einströmt und dass dieses sich umgekehrt auf den umgebenden Stadtraum auswirkt. Daher wurde die zentrale Zone zwischen Gemeindebänken, Leitungssitzen, Ambo und Altar so gestaltet, dass sie für BesucherInnen, TouristInnen und PassantInnen außerhalb der Gottesdienstzeiten begehbar ist: Das mittlere Drittel der Altarinsel kann in gottesdienstfreien Zeiten abgesenkt werden und ermöglicht es DombesucherInnen, „mitten im Dom“ zu stehen. Eine Ahnung jenes Mysteriums, das die christliche Gemeinde hier feiert, soll auch tagsüber wahrnehmbar bleiben – für die Gläubigen, die zum stillen Gebet kommen, aber auch für Menschen, die selbst keine Erfahrung mit Religion und Liturgie mitbringen.

 

Neuer Altarraum

 

Die Bankreihen sind auf drei Seiten um den Altar (nach hinten und im Querschiff) angeordnet. Nach dem sogenannten Communio-Verständnis des Zweiten Vatikanischen Konzils ist die gesamte Feiergemeinde Trägerin der Liturgie. Ziel der Neugestaltung war daher, den TeilnehmerInnen der Gottesdienste den aktiven und möglichst nahen Mitvollzug der liturgischen Feiern zu ermöglichen. Das Ergebnis ist eine Altarraumgestaltung, bei der sich die gesamte Feiergemeinde sichtbar um den Altar und den Ort der Verkündigung des Wortes Gottes (Ambo) versammelt. Die Gemeindebänke wurden erhalten, optisch angepasst und in drei gleich großen Bankblöcken im Hauptschiff bzw. im Querschiff verortet. Die Mitfeiernden sitzen bzw. stehen in einem Halbkreis um den Altar. Durch die Communio-Raumgestaltung in der Vierung halbiert sich der Abstand von der letzten Bankreihe zum neuen Altar bei gleicher Sitzplatzanzahl um die Hälfte.

 

Ein neues Beleuchtungskonzept fördert die Wahrnehmung des Zusammenspiels von Altar, Ambo, Kathedra (Bischofssitz) und Priestersitz. Ebenso wurde die Lautsprecheranlage erneuert. Die Bestuhlung im Bereich hinter Kathedra und Priestersitz bietet Platz für mehr als 50 Priester, Diakone und weitere liturgische Dienste. Dahinter finden Chor und Orchester als wesentlicher Teil der Feiergemeinde eine optimale Aufstellung, wodurch auch die akustischen Verhältnisse im Mariendom deutlich verbessert wurden.

 

Die Positionierung der Altarinsel in der Längsachse unterstützt die optische Hinführung zum historischen Hochaltar und ermöglicht einen freien Blick auf den Hochaltar mit dem lebensgroßen Kruzifix und der Marienstatue sowie auf die Mosaike am Fuß des Altars, die gereinigt wurden und nun wunderschön zur Geltung kommen. Durch die (Rück-)Versetzung des restaurierten historischen Chorgestühls an seinen ursprünglichen Ort (vor dem Presbyterium) ist ein offener Raum entstanden, der für die Feier der Tagzeitenliturgie (Stundengebet) sowie für unterschiedliche Feiern und Andachtsformen zur Verfügung steht.

 

Neuer Altarraum

Alle Fotos: Erwin Wodicka

 

Auch das Pflaster wurde neu verlegt und die Pflüger-Orgel (Chororgel) gereinigt, versetzt und neu intoniert. Die historische Kanzel wurde an ihren an den ursprünglichen Ort zurückversetzt. Eingebaut wurde auch eine ökologische und kostensparende Infrarot-Heizung, die den derzeitigen Stromverbrauch deutlich reduzieren wird.

Katholische Kirche in Oberösterreich
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