Sonntag 16. Dezember 2018

Martin von Tours (11.11.)

Ausschnitt aus dem Mosaik des heiligen Martin (1977) an der ehemaligen Spitalskirche St. Martin in Aigen im Mühlkreis. © Wolfgang Sauber/wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Zu seinen Ehren werden Gänse verspeist. Sein Name ist schon Kindergartenkindern bekannt, die mit leuchtenden Laternen durch Dörfer ziehen. Der 11. November scheint sich also um einen echten Star zu drehen: Martin von Tours.

Eine großartige Sache, wenn man bedenkt, dass der heilige Martin bereits im November 397 verstorben ist. Vielleicht war es ja der Umstand, dass er der erste war, der nicht wegen eines Martyriums, sondern aufgrund seines Lebens als Heiliger verehrt wurde, der zu seinem Ruhm maßgeblich beitrug.

 

Martinus - Soldat Gottes


Einer römischen Familie mit militärischem Hintergrund entstammend, war schon die Bedeutung seines Namens Programm. Martinus bedeutet "zum Kriegsgott Mars gehörend" - und dieser Name bedeutete für die Christen dann abgeleitet "Soldat Gottes" - einer, der sich in die Pflicht seiner Kirche stellte, mit Ernsthaftigkeit und Disziplin.

 

Diese Haltung scheint auch Martin selbst geprägt zu haben, wenn er am Ende seines Lebens folgendes sagt: "Mein Herr, es ist ein harter Kampf, den wir in Deinem Dienste in diesem Dasein führen. Nun aber habe ich genug gestritten. Wenn Du aber gebietest, weiterhin für Deine Sache im Felde zu stehen, so soll die nachlassende Kraft des Alters kein Hindernis sein. Ich werde die Mission, die Du mir anvertraust, getreu erfüllen. Solange Du befiehlst, werde ich streiten." Martin, um 316 in Pannonien geboren, trat bereits mit 15 Jahren in die römische Armee ein, wo er unter Konstantin und Julian diente.

 

Drei Jahre bereitete Martin sich auf die christliche Taufe vor. Aus dieser Zeit wird berichtet, dass Martin Kranken beistand und Notleidenden Hilfe brachte. Von seinem Sold behielt er nur das Lebensnotwendige.

 

Geteilter Mantel


Bekannt sind von Martin vor allem die zahlreichen Legenden, wie die Geschichte von der Mantelteilung, die heute noch von zahlreichen Kindern nachgespielt wird. Als 18jähriger Soldat begegnete er am Stadttor von Amiens einem unbekleideten Bettler. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Martin teilt den Mantel und gibt dem armen Mann eine Hälfte. In Verbindung mit dieser Erzählung steht der Bericht einer Christusbegegnung: Im Traum erscheint Jesus Christus dem Martin, mit seinem halben Militärmantel bekleidet.

 

Absolutes Gottvertrauen


Im Rahmen der Kämpfe zwischen den Römern unter Kaiser Julian bat Martin beim Imperator um die Entlassung aus dem Militär aus religiösen Gründen: "Bis heute habe ich Dir als Soldat gedient; erlaube, dass ich in Zukunft für Gott streite." Weil ihm Kaiser Julian die religiösen Gründe seines Gesuchs nicht abnahm, erwiderte er: "Wenn man meine Haltung der Feigheit, nicht aber der Glaubenstreue zuschreibt, werde ich morgen unbewaffnet vor die Schlachtreihe treten, und im Namen des Herrn Jesus werde ich unter dem Schutz des Kreuzes, ohne Schild und Helm, sicher durch die Reihen der Feinde gehen." - Zu diesem "Test" kam es aber nie, weil sich die Germanen zuvor ergaben.

 

Bischof - trotz den Gänsen


Martin gründete 360 in Poitiers ein Kloster und fand bald viele Gleichgesinnte. Sein weiser Rat und seine guten Taten machten ihn schnell in der ganzen Umgebung bekannt. Von den Menschen wurde er als Favorit für das Amt des Bischofs von Tours erkoren. Er versuchte sich diesem Drängen zu entziehen, doch nach jüngeren Quellen vereitelten just Gänse das Versteckspiel des Heiligen. Und so wurde er am 4. Juli 372 Bischof von Tours.

 

Ein Leben nach dem Evangelium


Viele Wunderdinge werden mit dem dritten Bischof von Tours verknüpft, der mit viel persönlichem Einsatz nach dem Evangelium zu leben versuchte. Zeit seines Lebens distanzierte er sich von Gewalt - und trat dabei auch gegen andere Bischöfe, ja sogar gegen den römischen Kaiser auf.

 

Nach seinem Tod wurde der 11. November, der Tag seines Begräbnisses, schon bald als hoher Feiertag begangen. Und seinem Leben zu Ehren singen die Kinder heute noch Lieder über ihn und lernen an seinem Beispiel, was es heißt, nach dem Evangelium zu leben.

 

Quellenangabe:
Becker-Huberti, Manfred: Heiliger Martin - Geschichte. URL: www.heiliger-martin.de/geschichte/index.html [Stand: 11/2014]

(mh)

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