Am Sonntag, 23. August boten die designierte Pastoralvorständin Patrizia Wohlmacher und der Chor G’mischter Satz im Burgareal Obernberg eine abendliche Stationen-Andacht zum Frauendreißiger an - gemeint sind damit die 30 Tage zwischen 15. August und 15. September. Der Weg führte vom Tor mit dem schattenspendenden Nussbaum über den Rosengarten zum Kreuz beim Aussichtsturm.
Der Frauendreißiger ist eine alte wieder neu belebte Marienandacht. Maria begleitet die Kirche als Mutter des Glaubens vom Jubel der Aufnahme in den Himmel bis zum stillen Mittragen unter dem Kreuz. In der Zeit des Frauendreißigers spielt Volksfrömmigkeit, Landwirtschaft und Kräuterheilkunde eine Rolle, die sich ineinander vermischen. Schon immer galt die Spätsommerzeit als kraftvolle Phase der Natur, in der Heilpflanzen und Kräuter ihre stärkste Wirkung besitzen sollen.
Die Kirche übernahm viele dieser Vorstellungen und verband sie mit Maria als Schutzfrau und Himmelskönigin. Viele Heil- und Küchenkräuter tragen bis heute ihren Namen z.B. Frauenmantel, Mariendistel, Rosmarin. Zwischen 15. August und 15. September liegen auch fünf Marienfeiertage. Am bekanntesten ist Maria Himmelfahrt am 15. August. Dann sind da noch Maria Königin (22.08.), Maria Geburt (08.09.), Maria Namen (12.09.) und Maria Schmerzen (15.09.). Wir schauen also zuerst in den Himmel und dann auf ein paar irdische Lebenssituationen von Maria.
Die Andacht zum Frauendreißiger ging all diesen Aspekten in meditativen Texten, Bibelstellen und Gebeten nach, musikalisch umrahmt mit vielen schönen großteils neuen Marienliedern.
Der Ausklang dieses vielbesuchten Spätsommerabends führte in die Burglounge.
Danke an Karl Schießl, der die Andacht bildlich sehr stimmungsvoll festgehalten hat.