Sonntagsgedanken 26. Juli
Wir sind heute inmitten der Natur versammelt: unter dem Himmel, umgeben von Bäumen, Blumen, Wiesen und Feldern – beim Christoph-Kreuz. Die Schöpfung selbst wird zu unserem Gotteshaus. Sie erinnert uns daran, dass Gott alles Leben gewollt und wunderbar geschaffen hat. Sie lässt uns die Allmacht Gottes erahnen. Wenn wir die Schönheit der Natur betrachten, entdecken wir die Spuren seines Wirkens.
Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus verweist im Evangelium seine Zuhörer nicht auf große Paläste oder beeindruckende Bauwerke. Er zeigt auf die Lilien am Wegesrand. In einer einfachen Blume erkennt er die Schönheit und Fürsorge Gottes. Auch wir erleben heute die Schöpfung unmittelbar. Wir sind in sie hineingestellt.
Gottes Himmelszelt spannt sich über uns. Seine Sonnenstrahlen wärmen uns.
Vielleicht hören wir Vogelstimmen, spüren den sanften Wind oder sehen die Farben der Blumen und Bäume, richen den Sommer.
All das ist nicht selbstverständlich. Die Welt ist kein Zufallsprodukt, sondern Geschenk Gottes. Die Lilien des Feldes erinnern uns daran, dass Gottes Liebe in den kleinen Dingen sichtbar wird. Oft sind wir mit Sorgen beschäftigt und übersehen die Schönheit, die uns umgibt. Jesus lädt uns ein, wieder staunen zu lernen. Wer staunt, wird dankbar. Wer dankbar ist, lernt zu schätzen und schützen. Deshalb gehört zur Bewunderung der Schöpfung auch die Verantwortung für sie. Gott hat uns die Erde nicht zum Ausbeuten, sondern zum Bebauen und Bewahren anvertraut.
Mögen wir in der Schönheit der Natur immer neu die Größe Gottes erkennen und mit unserem Leben antworten: durch Dankbarkeit, Achtsamkeit und Liebe. Und uns mit unserem Leben seiner Allmacht anvertrauen. Amen.
Einen schönen Sonntag,
eure designierte Pastoralvorständin Patrizia Wohlmacher