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Gedanken zum Erntedankfest

Evangelium

 

Heute stehen die Erntekrone und die Erntegaben in unserer Mitte. Sie erinnern uns daran: Vieles, was wir zum Leben brauchen, können wir nicht selbst machen. Wir dürfen säen, arbeiten und ernten, lernen und planen, uns einsetzen und Verantwortung übernehmen – aber Wachstum, Gelingen und Leben bleiben letztlich immer Geschenk.

 

Heute schauen wir auf das Gute und Gelungene. 

Heute danken wir Gott für die Früchte der Erde: für Brot und Getreide, für Obst und Gemüse, für alles, was auf unseren Feldern und in unseren Gärten gewachsen ist. Wir danken aber auch für die Ernte unseres Lebens: für das, was uns in der Arbeit gelungen ist, für gute Erfahrungen in der Schule, für Begegnungen in der Familie und für schöne Momente und Erfolge in unserer Pfarrgemeinde und in den Vereinen.

 

Und wir vergessen nicht diejenigen, denen es nicht gut geht: Menschen, die Hunger leiden, die keine Arbeit haben, die krank oder einsam sind oder deren Mühe nicht zum erhofften Erfolg geführt hat.

 

Dankbar für alle guten Gaben – lautet die Überschrift für unser Erntedankfest. Wenn wir die Erntekrone und die Erntegaben anschauen, sehen wir viele verschiedene Früchte. Keine Frucht ist genau wie die andere. Und doch gehören sie zusammen. Das ist auch ein schönes Bild für unser Leben.

 

Wir haben in diesem Jahr vieles geschafft. Manche haben hart gearbeitet. Andere haben Prüfungen bestanden, eine Ausbildung fertig gemacht, ein Schuljahr abgeschlossen oder etwas Neues gelernt. Manche haben im Beruf eine schwierige Aufgabe gemeistert. Andere haben im Verein oder in unserer Pfarrgemeinde Verantwortung übernommen, organisiert, geholfen oder einfach Gemeinschaft erlebt.

 

Heute dürfen wir sagen: Dafür bin ich dankbar.

 

Dankbarkeit bedeutet nicht, dass immer alles leicht war. Vielleicht gab es auch Enttäuschungen, Sorgen oder Dinge, die nicht gelungen sind. Aber Erntedank lädt uns ein, einmal bewusst auf das Gute zu schauen. Was ist in diesem Jahr gewachsen? Vielleicht eine Freundschaft, unser Vertrauen, unser Wissen und Können, unser Zutrauen in uns selbst, eine Gemeinschaft, ein Team. Möglicherweise haben wir etwas geschafft, von dem wir vor einem Jahr noch nicht geglaubt haben, dass es möglich ist. Und dann dürfen wir sagen: Danke, Gott.

 

Jesus erinnert uns im Evangelium an die Vögel des Himmels und die Blumen auf dem Feld. Sie machen uns deutlich: Unser Leben ist nicht nur das Ergebnis unserer Leistung. Wir können viel tun. Wir können säen, ernten, lernen, arbeiten, trainieren und planen. Aber wir können das Leben nicht selbst herstellen. Darum ist Dankbarkeit eine wichtige Haltung. Sie sagt: Ich habe nicht alles allein geschafft. Ich bin beschenkt.

 

Und wer dankbar ist, wird auch bereit zu teilen. Erntedank darf deshalb nicht nur heißen: Danke, dass es mir gut geht. Es bedeutet auch: Gott, zeige mir, wo ich gebraucht werde. Vielleicht können wir Zeit schenken, jemandem zuhören, Lebensmittel teilen, jemanden unterstützen, der aus welchem Grund auch immer gerade keine gute Ernte in seinem Leben einbringen kann.

 

Die Erntekrone und die Erntegaben erinnern uns heute daran: Alles Gute ist Gabe. Alles Gelingen ist Grund zum Danken. Und alles, was wir haben, dürfen wir miteinander teilen.

 

Einen schönen Sonntag,

eure designierte Pastoralvorständin Patrizia Wohlmacher

 

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