Sonntagsgedanken
Im Anfang war das Wort
und das Wort war Gott.
Alles ist durch das Wort geworden.
In ihm war das Leben
und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis.
Und das Licht kam in die Welt,
aber die Welt erkannte es nicht,
die Seinen nahmen es nicht auf.
(aus dem Johannesprolog)
Gott wird Mensch, mit Fleisch und Blut einer von uns, das Wort ist Fleisch geworden, heißt es im Johannesevangelium aber die meisten Menschen erkennen dieses Wunder nicht.
Gott erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr berufen seid, schreibt Paulus. Wir haben es in der zweiten Lesung gehört.
Ja, die Botschaft von Weihnachten - eine ziemlich unglaubliche Geschichte.
Eine junge Frau und ein junger Mann, die heiraten wollen und sich vermutlich auf das gemeinsame Leben miteinander freuen.
Ein Engel, der eine jungfräuliche Schwangerschaft verkündet.
Die junge Frau - überrumpelt und verwirrt - sagt JA.
Der junge Mann - ziemlich beeindruckend - bleibt trotzdem bei ihr und macht das Ganze mit.
Abgesehen von den Strapazen der Herbergssuche lautet die Geburtsanzeige dann nicht: geboren wurde Jesus, der Sohn von Maria und Josef, Gewicht: 3,5 kg, Größe: 56 cm usw.
Nein, ein Engel verkündet: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, ich verkünde euch eine große Freude, die allen Menschen zu teil werden soll, heute ist euch in der Stadt Davids - in Bethlehem - der Retter geboren.
Am Ende des Weihnachtsevangeliums heißt es dann: Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.
Ja, da hatte sie einiges zu tun. Wir sind eingeladen, es Maria gleichzutun. Die Botschaft von Weihnachten im Herzen zu bewahren und sie uns nicht aus dem Sinn gehen zu lassen.
Gott ist unbegreiflich, wir können ihn mit unserem menschlichen Verstand nicht fassen, wir können nur auf sein Wort hören und es glauben, es aufnehmen in unsere Herzen, verinnerlichen, darüber nachdenken und unserem Gespür folgen, wie Maria und Josef.
Das Wort ist Fleisch geworden. Gott kommt durch Maria als kleines Kind in der Krippe zu uns Menschen in aller Liebe und Zärtlichkeit, wie so ein neues Leben nur sein kann.
Wie die Hirten können wir die Botschaft von Weihnachten „Heute ist euch der Retter geboren“ nur glauben, uns vertrauensvoll aufmachen, diesem Licht in unserem Leben einfach folgen, uns auf die Begegnung mit dem göttlichen Jesuskind einlassen und dann werden wir sehen, wohin uns der Weg führt, manchmal werden wir dieses Licht klar und deutlich sehen, manchmal wird es nur schwach scheinen, aber verlöschen wird es nie und am Ende werden wir dann möglicherweise die Herrlichkeit Gottes von Angesicht zu Angesicht schauen dürfen.
Am Beginn eines neuen Jahres steht die Frage: Was es wohl wieder alles bringen mag? Ich wünsche euch allen jedenfalls für dieses Jahr, dass ihr das Wunder der Weihnacht in euren Herzen immer wieder spürt und ihm nachgeht.
Einen schönen Weihnachtssonntag,
eure Dekanatsassistentin Patrizia Wohlmacher