Gedanken zur Fastenzeit
Fastenzeit – Weg zu Gott: Die Fastenzeit ist eine heilige Einladung, Gott neu Raum zu geben in unserem Leben. Im Verzicht öffnen wir unsere Hände, damit er sie füllen kann. Diese vierzig Tage sind ein Weg – ein Weg der Umkehr, der Reinigung des Herzens, der Rückkehr zum Wesentlichen. Herr, führe uns durch diese Zeit und erneuere unser Herz.
Die Fastenzeit, auch österliche Bußzeit genannt, ist der bewusste Weg nach Ostern. Sie lädt ein zur Erneuerung – nicht nur im Äußeren, sondern vor allem im Inneren. Es ist eine Zeit, innezuhalten, Ballast loszulassen und neu zu fragen, was wirklich trägt. Immer wieder ruft Gott sein Volk zur Umkehr: „Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen“ Joel 2,12.
Fasten bedeutet mehr als Verzicht. Es heißt, sich neu hinwenden: zu Gott, zu den Mitmenschen, zu sich selbst. Gleichzeitig kann es bedeuten, sich bewusst abzuwenden von Gewohnheiten, die einengen, von Gedanken, die herunterziehen, oder von allem, was dem Leben nicht dient. So entsteht Raum, sich wieder neu zuzuwenden – dem Wesentlichen, der Hoffnung, dem Vertrauen. Jesus selbst ging den Weg des Fastens in der Wüste (Mt 4,1–11). Dort wandte er sich entschieden Gott, dem Vater zu und ab von Versuchung und falscher Macht.
Buße bedeutet, sich abzuwenden vom Unrecht und sich Gott neu zuzuwenden: „Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist“ Ez 18,31. Auf diesem Weg geschieht Schritt für Schritt Erneuerung. Und am Ende steht Ostern: ein tiefes Aufatmen, ein Neubeginn, ein Fest des Lebens. Der Weg führt durch das Kreuz hindurch zum leeren Grab, zur Auferstehung. Die Fastenzeit führt nicht in die Enge, sondern in die Weite – vom Verzicht zur Fülle, vom Dunkel ins Licht, vom Alten ins neue Leben.
Eine gute Zeit,
eure Dekanatsassistentin Patrizia Wohlmacher