Neues Logo für die Pfarre Freistadt
Das Logo der neuen Pfarre Freistadt besticht durch seine Einfachheit, Klarheit und Schlichtheit. Es setzt sich aus zwei Hauptelementen zusammen: einer Bildmarke und einer Wortmarke.
Das Bildelement, das Symbol des Logos der neuen Pfarre Freistadt, referenziert in seiner Symbolik auf die Bedeutung der Anwesenheit Christi in unserer Mitte.
Ein transzendentes Zeichen
Im Zentrum der christlichen Glaubensgemeinschaft steht Christus. Er ist in unserer Mitte stets gegenwärtig im Wort des Evangeliums und in Gestalt der konsekrierten Hostie.
Wenn wir uns an das Schaugefäß der Monstranz (lat. „monstrare“ = zeigen) erinnern, dann ist in ihrem Zentrum ein leerer Ort, in den die konzentrierte Hostie – Christus – eingesetzt werden kann, um in die Sichtbarkeit für alle zu treten. Auf diesem Bild baut allegorisch die erste Ausdeutung des Symbolelements des Logos der neuen Pfarre Freistadt auf. Es abstrahiert und reduziert das Gefäß der Monstranz in die Form eines Kreises. In der Tradition der römisch-katholischen Kirche wird in der konsekrierten Hostie Christus gegenwärtig geglaubt – nicht als Person, sondern in seiner göttlichen, transzendenten Form. So wird die Form der Person aufgelöst und die reine Bedeutungsebene seiner Persona, seine Qualität greifbar. Dieser immateriellen, transzendenten Ebene der göttlichen und heilbringenden Christusqualität wird im Logo der leere Ort zugeschrieben. In der Abwesenheit eines definierten Symbols darf das göttliche Licht zu strahlen beginnen – gleich der konsekrierten Hostie in einer Monstranz.
Gleichzeitig stellt der Kreis in einer weiteren Bedeutungsebene die versammelte (Feier-) Gemeinschaft um Christus – die Kirche – da. Dieser umfängt den leeren Ort der göttlichen Präsenz als ihr Zentrum. Leer bedeutet in diesem Fall nicht substanzlos, verwaist, sondern reduziert auf die pure Essenz unseres Glaubens: das Göttliche, welches durch Christus in die Welt wirkt.
Das Element des Kreises, welches somit die transzendente Christusessenz umschließt, ist kein statischer Kreis. Dieser ist nicht mathematisch konstruiert, sondern voller Leben, abweichend von der Idealform, in sich bewegt.
Im apostolischen Schreiben „EVANGELII GAUDIUM“ brachte Papst Franziskus sein überaus zeitgemäßes Zukunftsbild der Kirche wie folgt zum Ausdruck: „Brechen wir auf, gehen wir hinaus, um allen das Leben Jesu Christi anzubieten! … Eine ‚verbeulte Kirche‘ … ist mir lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist. … Ich will keine Kirche, die darum besorgt ist, der Mittelpunkt zu sein.“ (Apostolisches Schreiben „EVANGELII GAUDIUM“ des Heiligen Vaters Papst Franziskus, 2013; Auszug aus Abschnitt 49)
Auf diese Worte bezieht sich das Bildelement des Logos der neuen Pfarre Freistadt in zweifacher, direkter Übersetzung:
1. Die sich öffnende Ausrichtung nach links unten soll Erinnerung, Einladung, und Auftrag an die Gemeinschaft sein, sich auf die christlichen Kernwerte Offenheit und Nächstenliebe bewusst auszurichten. Die Offenheit des Kreises ist somit kein Symbol für Schwäche oder für Vergänglichkeit, sondern für Vitalität und Lebenskraft.
2. Die unterschiedliche Konturenführung des Kreises, seine lebendigen Linien, die einem Pinselstrich entnommen sind, stellen die Vielfalt, die Bewegung, den Facettenreichtum der Gemeinschaft und seiner Menschen da. Von der feinen, zarten Haarlinie bis hin zum klar kontrollierten Schattenstrich, ist jede Form einer Linie hier vertreten.
Das göttliche Licht
Die Farbe – das warme Gelb – orientiert sich am Gelb der katholischen Kirche, entwickelt dieses aber in ein wärmeres, goldeneres, einladenderes Gelb weiter.
Die Farbe und das Material Gold steht in allen Kulturen für das Göttliche, das Wertvollste.
Im Gold spiegelt sich stets das göttliche Licht wider – scheint durch dieses hindurch –, welches alle Farben, alle Facetten, alle Strahlkraft in sich vereint. Somit dürfen wir diese Farbe nicht nur als Farbe, sondern als direktes in Erscheinung treten des göttlichen Lichtes verstehen und wahrnehmen, das alle Facetten jeglicher möglichen Farbe in sich birgt und ausstrahlen lässt.
Das geschriebene Wort
Die Schrift bedient sich Formen klassischer Schriften, die jedoch in ein neues, frisches, klares Bild übersetzt sind.
Das im Logo der neuen Pfarre Freistadt verwendete Schriftbild ist somit ein Symbol für Tradition und Neubeginn zugleich. Ihre Form schlägt die Brücke zwischen Gestern und Morgen – vereint sie im Heute.
Die Symbiose
Die Zusammensetzung von Symbol und Text ist bewusst in einer dynamischen Spannkraft positioniert.
Der Text tritt durch den sich öffnenden Bereich des Kreises in diesen ein und verschmilzt somit mit diesem und mit dem leeren Ort der Anwesenheit der Essenz in ihm. Er fließt dadurch zugleich wieder nach außen.
Dies soll Ausdruck dafür sein, dass die Kirche, die Gemeinschaft und Christus eins sind. Dass sie um ihn und durch ihn in der Welt präsent sein darf und über die eigenen Grenzen hinaus ausstrahlt. Somit ist Christus in und durch unsere Gemeinschaft in der Gesellschaft, in der Welt lebendig, erfahr- und greifbar, gegenwärtig.
Diese Wort-Bild-Marke der neuen Pfarre darf für uns Zeichen und Erinnerung sein, dass wir unseren Glauben stets auf Christus gründen. Aus ihm, mit ihm und durch ihn dürfen wir als Gemeinschaft sowohl im Tun als auch im Geiste bestehen und uns stets um ihn versammeln.
Dass wir die Traditionen wahren und bereit sind, mit offenem Herzen neue Wege zu beschreiten, die uns die Zeit eröffnet.
Damit die transzendente Essenz Christi durch uns in dieser Welt gegenwärtig, sichtbar und spürbar werden darf.
Unsere kirchliche Gemeinschaft der Pfarre Freistadt wird somit ein lebendiges Zeichen einer Kirche, die im Miteinander, mit Zuversicht, erfüllt von Klarheit und Gottvertrauen die Liebe Gottes ausstrahlt und Menschen anzieht.
So dürfen wir im Vertrauen auf Christus gemeinsam in die Zukunft gehen.