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Anregende Gespräche und selbstgebrautes Bier in Otterbach

Seit mehr al 100 Jahren werden in Otterbach junge Bauern ausgebildet. Deshalb und weil das Dekanat Schärding sehr landwirtschaftlich geprägt ist, wurde hier zu einer Begegnung von Bischof Scheuer und Bischofsvikar Vieböck mit der bäuerlichen Bevölkerung eingeladen.

Am Podium nahmen neben den beiden Gästen der Obmann der Bezirksbauernkammer, Peter Gumpinger, und Bezirksbäuerin Gabi Bäck sowie Diakon Wolfgang Zopf Platz.

 

Bischof Scheuer kennt die Landwirtschaft von seiner eigenen Kind her, stammt er doch von einem Nebenerwerbsbauern ab.

In seinem Statement überblickte der Bischof die ganze Bandbreite des bäuerlichen Lebens heute. In der Landwirtschaft sieht er eine „Geschichte des Wandels“. Die Technik hat viele belastende Arbeiten erübrigt, doch auch neue Belastungen mit sich gebracht. Auch Werte haben sich gewandelt, von der Wertschätzung des Brotes in früherer Zeit zum leichtfertigen Wegwerfen von Lebensmitteln heute. Auch die Aufgaben der Landwirtschaft haben sich gewandelt. Dabei sind die Pflege der Landschaft und Nachhaltigkeit wichtige Faktoren: „Ohne bäuerliche Betriebe gäbe es keine Kulturlandschaft und keinen Fremdenverkehr.“

Er benannte auch Probleme wie Konflikte zwischen Jung und Alt, die Schwierigkeit, Hofübernehmer oder für Jungbauern eine Frau zu finden.

Zur Religion erinnerte der Bischof daran, dass die Kirche in Oberösterreich immer „eine Bauernkirche“ war und in den Städten weniger Rückhalt hatte. In seinem Dank hob er die große Bedeutung der Bäuerlichen Bevölkerung für die Kultur, aber auch für die Kirche hervor.

 

Bezirksbäuerin Gabi Bäck strich das große Potential der jungen Bäuerinnen hervor, auch wenn sie nicht aus der Landwirtschaft kommen. Viele bringen neue Ideen ein. Ein Anliegen ist den Bäuerinnen auch die Bewusstseinsbildung, dass alle von der Arbeit der Bauern leben.

 

Der Obmann der Bezirksbauernkammer, Peter Gumpinger, stellte fest, dass in der Landwirtschaft vieles etwas zeitverzögert komme und dass es auch hier einen großen Zwang zu immer mehr Professionalität gebe. Die Abwanderung von jungen Menschen schafft ein Defizit am Land, doch „die Großstädte leben von der geistigen und intellektuellen Substanz des Landes.“ Als großen Wert in der Landwirtschaft sieht er die Selbständigkeit.

Bischofsvikar Willi Vieböck erzählte vom sehr positiven Eindruck, den die Schüler mit ihrem Elan und Tatendrang bei seinem Besuch am Vortag hinterlassen haben.

Diakon Wolfgang Zopf, der mehr als 30 Jahre lang Lehrer an der Schule war, verwies auf die Spannung hin, die besonders die Landwirtschaft spürt: „Wir müssen die Schöpfung bewahren – aber leben muss man auch können.“

In der anschließenden Diskussion, geleitet vom ehemaligen Religionslehrer der LWS Schlierbach, Josef Preundler, wurden kirchliche Themen ebenso angesprochen wie Erfahrungen aus der Landwirtschaft und die Verantwortung als Christen und als Bauern. Einige Schlagworte daraus: „Wo am wenigsten gejammert wird, geht´s am besten weiter“, die 10 Gebote sind „die größte Entbürokratisierung“; „die Bauern und die Kirche sitzen in einem Boot, sie sind immer mehr gefordert“; Spiritualität kommt oft zu kurz; zu Hause ist es oft schöner und spannender als in einem Urlaub…

 

Mit besonderen Gaumenfreuden aus der eigenen Produktion in der Landwirtschaftsschule klang der Abend aus: mit selbstgebrautem Bier und Weißwürsten aus dem Projekt „Fairwursten“, bei dem nur fair gehandelte Produkte aus dem Weltladen Schärding verwendet wurden. Die jungen Bauern übernehmen eben Verantwortung.

Begegnung mit der Bäuerlichen Bevölkerung
Begegnung mit der Bäuerlichen Bevölkerung
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