Wednesday 23. October 2019

Geschichte

 

 

Die Geschichte des Innviertler Domes

 

Innviertler Dom. © Pfarre Zell an der PramSchon 995 wird eine Kapelle in Zell erwähnt, die zur Pfarre Raab gehörte. 1483 erhielt Zell einen ständigen Priester und wurde erstmals eine selbstständige Pfarre.

 

Unsere Pfarrkirche wurde 1777 unter dem Münchner Hofbaumeister Francois de Cuvillies dem Jüngeren erbaut und 5 Jahre später durch einen Blitzschlag gleich wieder zerstört. Gerettet konnten nur die Seitenaltäre werden. Unsere Pfarrchronik berichtet eindrucksvoll vom Turmbau 1897/1897. Seine imposante Höhe von 65 Metern erreichte der Turm erst einige Zeit später (1908). So trägt unsere Kirche nicht von ungefähr den stolzen Beinamen „Innviertler Dom“. Heute wartet die klassizistische Kirche mit einer Guggenbichler-Madonna und Fresken von Fritz Fröhlich auf deinen Besuch.


Von 1997 bis 2002 wurde die Kirche außen und innen generalsaniert und dabei der Altarraum großzügig erweitert(-> Innviertler Dom in neuem Glanz). Unter anderem glänzt seit der Renovierung ein vergoldeter Volksaltar – je nach Lichteinfall entstehen verschiedene Farben und Stimmungen.

 

 

 


Jahr des Heiles 1897 

 

Auszug aus der Pfarrchronik

 

Auszug aus der Pfarrchronik. © Pfarre Zell an der Pram

 

 

Thurmbauvorbereitung


Mit Anfang dieses Jahres begann der Holzeinkauf zum Thurmdach. Dazu bedurfte man bei 20 meist schöne Holzbäume, die am großen Ende einen Umfang von 6 –7 Schuh, resp. circa 2 meter im Umfange, messen mußten. Diese starken Stämme wurden in Tischling und in Würthing um den Preis von nahezu je 30 Gulden – geringere auch um 15 Gulden bis 18 Gulden gekauft. Im Ganzen wurden 615 Kubik Fuß à 50 Kreuzer, zusammen also 308 Gulden gekauft, und beiläufig 80 Stück Holzbäume von verschiedener Größe von den Pfarrleuten geschenkt.

 

 

Laden wurden gekauft


... Auch wurden von den Pfarrleuten beiläufig 100 Stück Pfosten theils geschenkt, theils zum Gerüst geliehen. Die gekauften Laden circa 700 Stück wurden von Felix Jörger Großwimmer in Taiskirchen angekauft. Unter obigen Holzstämmen ist aber das Gerüstholz noch nicht inbegriffen, welches erst nachträglich beigestellt werden muß...


Zum Gerüst wurden mit Schluß des Jahres noch 45 Stämme Holz à 2.50, 18 Stämme à 1.50, 58 Stämme à 1.- und eine größere Zahl von Stangen gekauft und noch behauen; außerdem wurden ähnliche Stücke Holz geschenkt, so daß circa 140 theils größere, theils kleine Stämme und etwa 100 Stangen zum Gerüstholz für das nächste Jahr bereit lagen. In der Nähe des Armenspitals wurde der Holzplatz aufgeschlagen, außerdem wurden auch viele Laden neben der Kirche aufgestappelt. Nachdem vermög Erlasses d. kk Bez.Hauptmannschaft Schärding dto 6/7 Z. 16.000 u. d. kk Statthalterei dto 30/6 Z. 9459 die Baubewilligung ertheilt worden ist, schieden wir vom Jahr 1897 mit d. trostvollen Hoffnung, daß d. Jahr 1898 für d. Pfarre Zell ein Freudenjahr sein werde.


Übersetzt von Matthias Ratschan

 

 

Innviertler Dom in neuem Glanz

 

Die Geschichte scheint sich zu wiederholen, auch wenn die Mittel moderner geworden sind. Der Pfarrbrief im November 1997 dokumentiert:


Innviertler Dom in neuem Glanz
Mehr Arbeit als erwartet - aber nun fertig

 

Endlich ist es so weit: Unser schöner Kirchturm wird zu bestaunen sein. Die Sanierungsarbeiten waren wesentlich dringender als angenommen. Besonders am mittleren Teil des Turmes mußte bis zu 95% des Putzes entfernt werden. Ganze Quadratmeter des Verputzes hatten sich vom 

Mauerwerk abgehoben und wurden großteils nur mehr von zwei bis vier Anstrichen gehalten. In extremen Fällen war der Verputz über den Ziegeln gelöst. Außerdem war die Putzfläche an sehr vielen Profilen, im Gesimse sowie bei verschiedenen Verschnörkelungen zu erneuern. Es wurden über 25 000 kg Schutt abgeschlagen und mittels Eimer über die Seilwinde abtransportiert; dieselbe Menge mußte wieder mit neuem Mörtel ergänzt werden. Naturgemäß verteuern sich die Maurerarbeiten gegenüber dem Kostenvoranschlag auf das dreifache. Zuzüglich zu den angenommenen Sanierungsarbeiten mußten die Turmuhr sowie sämtliche Jalousien mit einem Auftragvolumen von S 400.000,- erneuert werden. Sämtliche Arbeiten wurden äußerst gewissenhaft durchgeführt. Ein Dankeschön allen Maurern, Spenglern, Elektrikern und sonstigen Professionisten. Ein besonderer Dank für die geleistete Arbeit gebührt allen unseren Helfern aus der Pfarre. Die Gesamtkosten werden sich auf etwa 1,400.000,-- S belaufen.

 

Anton Reitinger, Obmann des Finanzausschusses

 

 

Dank der spendablen Zeller Bevölkerung, namhaften Förderungen durch verschiedene Institutionen (Diözese, Land, Gemeinde, Vereine und Gruppierungen) steht bereits die nächste Großbaustelle ins Haus: Die Innensanierung des Innviertler Domes. Diese soll mehr als nur eine äußerliche Umgestaltung werden, sie soll ein Entwicklungsprozess der gesamten Pfarre werden.

 

 

Pfarrbrief April 2001: Unsere Pfarrkirche - eine Baustelle


Wer im Glauben unterwegs ist wird feststellen, dass dieser immer wieder den Anforderungen der Zeit standhalten muss. So ist auch unser Glaube eine ständige Baustelle, an der wir selbst mitarbeiten müssen. Wer den Glauben nicht verlieren will muss selbst Hand anlegen. Zur Zeit ist auch unsere Kirche eine Baustelle und so auch Sinnbild unseres gemeinsamen Unterwegsseins. Es wurde nunmehr mit der Umgestaltung des Altarraumes begonnen.

 

Unser Gotteshaus braucht neben der manuellen Arbeit auch unseren finanziellen Beitrag. Daher hat der Pfarrgemeinderat beschlossen, eine Haussammlung durchzuführen. Die Kosten der Sanierung werden sich insgesamt auf 4 bis 4,5 Mio. Schilling belaufen.

 

 

Künstlerwettbewerb


Die Neugestaltung des Kirchenraumes erfolgt unter Einbeziehung von Künstlern. Dazu hat sich der Pfarrgemeinderat einstimmig für einen Künstlerwettbewerb ausgesprochen. Der Auftrag umfasst die Bereiche: Altarraum, hinterer Eingangsbereich, Integration des Kreuzweges. Die dazu erarbeiteten Vorschläge werden in einer öffentlich zugänglichen Jurysitzung am Donnerstag, 10. Mai 2001 im Pfarrheim präsentiert.

 

Das Siegerprojekt von Siegrun Appelt und Anna Wickenhauser
Birnenholzeinrichtung mit transparentem Blattgold

 

Innviertler Dom. © Pfarre Zell an der Pram

 

 

Pfarrbrief Juli 2001


Nun erhält unser Kirchenraum ein "neues" Kleid. Die Hinterfüllungen, vor allem im Orgelbereich und beim Triumphbogen, sind bereits abgeschlossen. So steht nun der Neufärbelung nichts mehr im Wege. Diese wird bis Mitte August abgeschlossen sein. Es wird bereits in ca. zwei Wochen wieder mit der Ausgerüstung im oberen Deckenbereich begonnen. Nach Abschluss der Arbeiten an der Raumschale wird im Altarbereich der Boden neu verlegt und der Altarraum mit Taufstein, Altar und Ambo, sowie den anderen liturgischen notwendigen Orten neu gestaltet.

 

Anton Haunold

 

 

Pfarrbrief September 2001


Unsere Innensanierung schreitet zügig voran. Nach dem Fertigstellen der Raumschale geht es nun an die Verlegung der Stufen und des Pflasters. Ambo und Volksaltar werden gemäß dem ausgeschriebenen Künstlerwettbewerb neu gestaltet, wobei der Volksaltar beweglich ausgeführt wird. Dies ermöglicht uns den Altarraum bei Begräbnissen aber auch bei Hochfesten optimal zu nutzen. Mit der Restaurierung der Seitenaltäre und des Hochaltars sowie der Statuen und Kreuzwegbilder wird wahrscheinlich heuer noch begonnen. Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 1,2 Mio ATS.


Die Orgel wird einer Generalreinigung unterzogen und auch neu gestimmt, damit der neu gestaltete Raum seine excellente Akustik voll zur Geltung bringen kann.

 


Weitere Sanierungsschritte


Unter der Empore wird ein dem Platzangebot entsprechender Beichtstuhl, sowie gegenüberliegend ein Schriftenstand eingebaut. Tauf- und Sterbechronik werden im Glockhaus einen würdigen Platz finden. Die Beleuchtung wird durch zusätzliche Beleuchtungskörper verbessert, die Lautsprecheranlage wird ebenfalls dem heutigen technischen Stand angepasst.
 

Anton Haunold

  

Innviertler Dom. © Pfarre Zell an der Pram


2003 ist die Innensanierung abgeschlossen und sowohl nach Experten- als auch nach vielen Laienmeinungen bestens gelungen. Ebenso die Fertigstellung der Seitenkapelle: Einbau des Kripperls. Angedacht, war auch der Einbau einer schalldichten Tür, um Kleinkindergottesdienste parallel zum Pfarrgottesdienst anbieten zu können. In der Zwischenzeit hat sich allerdings der Kleinkindergottesdienst im Pfarrheim so gut etabliert, dass dieser Schritt wieder fallen gelassen wurde.  2004 wird das Sanierungsprojekt Kirche abgeschlossen sein - auch die Bepflasterung außen. Der Innviertler Dom wird seinem Namen gerecht und erstrahlt in neuem Glanz.

 

2018 muss ein Teil der Bepflasterung neu verlegt werden, um den Vorplatz zum neuen Pfarrheim entsprechend gestalten zu können. Auch der Kirchenjahrweg rund um die Pfarrkirche wird dabei wieder aufgefrischt.

 

Recherchiert von Fredi Steininger

Links

 

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