Saturday 24. August 2019

Heute schon gekämpft?

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Heute ist der Sonntag des guten Hirten – der Weltgebetstag für geistliche Berufe. Da stellen wir uns besonders die Frage nach unserer Berufung. Wofür trage ich Sorge? Mit dem Vorbild des Heiligen Georg können wir uns fragen: Wofür lohnt es sich zu kämpfen?

Der amerikanische Dichter Mark Twain hat einmal gesagt: „Die zwei wichtigsten Tage in deinem Leben sind der Tag, an dem du geboren wurdest und der Tag, an dem du erkennst wozu!“

Wofür lebst du? Alle Menschen haben regelmäßig jemanden nötig, der uns an diese Grundfrage des Lebens erinnert: Damit wir nicht an der Oberfläche hängen bleiben sondern damit wir den Tiefgang jedes Augenblicks erfahren können.

 

Wie wird man den heilig? Dazu gibt es wohl ganz unterschiedliche Wege. Der Heilige Georg hat gekämpft und den Drachen, das Böse, besiegt, ja getötet. Die Heilige Margareta wiederum hat einen Drachen gezähmt. Und Franz Jägerstätter hat sich gar nicht mit dem Drachen eingelassen, sondern den Kontakt verweigert. Alle diese drei haben ihre Klarheit und Standhaftigkeit für Gottes Willen mit dem eigenen Leben besiegelt. Und da kommen wir zum Jesus-Wort im Evangelium: Der gute Hirte gibt sein Leben für die Schafe.

 

Papst Franziskus hat in diesen Tagen ein Lehrschreiben veröffentlicht: „Gaudete et exsultate. Über den Ruf zur Heiligkeit in der Welt von heute“. Er ruft darin in Erinnerung, was zumindest einmal im Jahr Thema des Gottesdienstes ist, zu Allerheiligen: Dass jeder und jeder auf seine und ihre Art berufen ist, heilig zu leben. Priester werden traditionell als „Geistliche“ bezeichnet. Aber eigentlich ist ja jede Christin und jeder Christ mit Taufe und Firmung eingetaucht in die Heilige Geistkraft Gottes. Wir können geistlich leben: Das ist kein Lustkiller, sondern wir sind dem Zeitgeist und der Ungeist der Welt nicht unterworfen. Das öffnet neue Chancen und Lebensmöglichkeiten – neue und bessere!

 

Hören wir ein paar Sätze von Papst Franziskus: „Denken wir nicht nur an die, die bereits selig- oder heiliggesprochen wurden. Der Heilige Geist verströmt Heiligkeit überall, in das ganze heilige gläubige Gottesvolk hinein. Es gefällt mir, die Heiligkeit im geduldigen Volk Gottes zu sehen: in den Eltern, die ihre Kinder mit so viel Liebe erziehen, in den Männern und Frauen, die arbeiten, um das tägliche Brot nach Hause zu bringen, in den Kranken, in den älteren Ordensfrauen, die weiter lächeln. In dieser Beständigkeit eines tagtäglichen Voranschreitens sehe ich die Heiligkeit der streitenden Kirche. Oft ist das die Heiligkeit „von nebenan“, derer, die in unserer Nähe wohnen und die ein Widerschein der Gegenwart Gottes sind.“

 

Hören wir Papst Franziskus noch ein wenig zu: „Um heilig zu sein, muss man nicht unbedingt Bischof, Priester, Ordensmann oder Ordensfrau sein. Oft sind wir versucht zu meinen, dass die Heiligkeit nur denen vorbehalten sei, die die Möglichkeit haben, sich von den gewöhnlichen Beschäftigungen fernzuhalten, um viel Zeit dem Gebet zu widmen. Es ist aber nicht so. Wir sind alle berufen, heilig zu sein, indem wir in der Liebe leben und im täglichen Tun unser persönliches Zeugnis ablegen, jeder an dem Platz, an dem er sich befindet.

  • Bist du ein Gottgeweihter oder eine Gottgeweihte? Sei heilig, indem du deine Hingabe freudig lebst.
  • Bist du verheiratet? Sei heilig, indem du deinen Mann oder deine Frau liebst und umsorgst, wie Christus es mit der Kirche getan hat.
  • Bist du ein Arbeiter? Sei heilig, indem du deine Arbeit im Dienst an den Brüdern und Schwestern mit Redlichkeit und Sachverstand verrichtest.
  • Bist du Vater oder Mutter, Großvater oder Großmutter? Sei heilig, indem du den Kindern geduldig beibringst, Jesus zu folgen.
  • Hast du eine Verantwortungsposition inne? Sei heilig, indem du für das Gemeinwohl kämpfst und auf deine persönlichen Interessen verzichtest.“

Soweit Papst Franziskus. Heiligkeit ist so etwas wie ein großes Vorzeichen vor deinem Leben, ein großes Plus. Klar, unser menschliches Leben ist nicht immer geradlinig. Aber die Richtung ist seit der Taufe klar. Franziskus schreibt: „Lass dich verwandeln, lass dich vom Geist erneuern, damit dies möglich wird und damit deine wertvolle Sendung nicht scheitert. Der Herr wird sie auch inmitten all deiner Fehler und schlechten Momente zur Vollendung führen, wenn du nur den Weg der Liebe nicht verlässt und immer offen bleibst für sein übernatürliches Wirken, welches reinigt und erleuchtet.“

 

Geistlich zu leben liegt nicht unbedingt im Trend der Zeit. Und ehrlich gesagt, unser Streben danach hat bei uns in Wolfsegg durchaus noch Luft nach oben - nach oben Richtung Himmel. Aber das muss ja nicht so bleiben. Papst Franziskus ermutigt uns: „Fürchte dich nicht davor, höhere Ziele anzustreben, dich von Gott lieben und befreien zu lassen. Fürchte dich nicht davor, dich vom Heiligen Geist führen zu lassen. Die Heiligkeit macht dich nicht weniger menschlich, denn sie ist die Begegnung deiner Schwäche mit der Kraft der Gnade. Im Grunde genommen gibt es, wie Léon Bloy sagte, »nur eine Traurigkeit im Leben: kein Heiliger zu sein«.“ Amen.

 

Markus Himmelbauer, 22. April 2018

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