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Wed 07.10.26

Gruß von Pfarrer Dr. Wagner an die Kinder

In dieser Zeit, wo alle aufgerufen und gefordert sind, richtet Herr Pfarrer Dr. Gerhard M. Wagner am Mittwoch an die Kinder einige Zeilen der Ermunterung.

 

 

Meine lieben Kinder, verehrte Gäste im Internet!

 

Heute ist der 7. Oktober. Da feiert die Kirche das Rosenkranzfest, das uns an den Seesieg über die Türken bei Lepanto am 7. Oktober 1571 erinnert. Dieser Sieg, durch den die Christen des Abendlandes vom Vordringen des Islam befreit wurden, war deshalb möglich, weil viele Menschen fest gebetet, vor allem den Rosenkranz gebetet haben. Unzählige Menschen haben sich, auf die Fürbitte Mariens vertrauend, in ihren Sorgen zum Rosenkranzgebet geflüchtet. Nach dem Sieg über die Türken in der Schlacht bei Peterwardein (Ungarn) am 5. August 1716 wurde das Rosenkranzfest in der ganzen Kirche gefeiert. Wenn ich heute um 9.45 Uhr zu den Kindern in den Kindergarten von Windischgarsten komme, werde ich den Kindern den Rosenkranz nahebringen. Eine Perle ist das Vaterunser, die anderen zehn Perlen sind die Gegrüßt seist du, Maria. Wenn wir nun zehn Mal den Gruß Mariens wiederholen, dann möchten wir dieses Gebet vertiefen, damit es ganz in unser Herz eindringt und uns erfüllt.

 

So sehen wir, wenn wir auf Jahrhunderte zurückschauen, wie machtvoll das Gebet ist. Und wenn dann auch in unserem Leben Schwierigkeiten daherkommen, dann sollen wir wissen, dass wir das Leben mit all seinen Dunkelheiten nicht alleine stemmen müssen, sondern Kraft schöpfen dürfen im Gebet. Der Rosenkranz ist ein Gebet, mit dem man versucht, Jesus, sein Wort und das, was er getan hat, immer besser zu verstehen. Dazu greift man besondere Ereignisse aus dem Leben heraus, macht zehn kurze Sätze, die zehn Mal wiederholt werden, so dass sie sich in den Kopf, aber auch ins Herz einprägen. Diese Zehnerblöcke heißen „Gesätze“. Jeder Satz eines Gesätzes beginnt mit dem Gruß, den der Engel Gabriel gesagt hat, als er Maria die Botschaft brachte, dass sie die Mutter von Jesus sein würde. „Ave Maria“, sagt der Lateiner, und „Gegrüßt seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit (das heißt: gesegnet) unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes (das bedeutet: dein Sohn), Jesus, den du, o Jungfrau, in Bethlehem geboren hast.“ Oder auch: „Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat.“ Oder ebenso: „Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist“. Immer zehn von diesen kurzen Glaubenssätzen werden durch ein Vaterunser umrahmt.

 

Habt Ihr zuhause einen Rosenkranz? Oder hast Du Deine Mama oder vielleicht auch den Papa schon Rosenkranz beten gesehen? Obwohl viele Kinder heute den Rosenkranz überhaupt nicht mehr kennen, sind in Windischgarsten alle Kinder durch die Schule mit dem Rosenkranz vertraut. Wir beten den Rosenkranz in der Schule, aber vor allem auch beim Jungscharlager. Und das alles, obwohl man oft sagt, die Beter würden den Rosenkranz „herunterleiern“. Dass man zehn Sätze immer wieder wiederholt, betrachten viele als langweilig. Das sind wieder einmal die vielen Ausreden, die alle brauchen, wenn sie etwas nicht tun wollen. Auch der Rosenkranz wiederholt immer wieder Wahrheiten, von denen wir in der Bibel lesen. Und das, weil jeder von uns weiß, wie schwierig diese Botschaft ist, dass wir sie tief im Herzen verstehen.

 

Weil es oft gar nicht so einfach ist, mit eigenen Worten zu beten, ist es gut, wenn wir feste Formen des Gebets haben. Solche Texte, aus denen der Rosenkranz sich zusammenfügt, sind Haltepunkte, an denen wir uns festhalten können, bis die eigenen Worte wieder zurückkommen. Wenn dann Kinder einen Rosenkranz in ihre Hand nehmen, dann sind das tatsächlich Haltegriffe, die allen Menschen guttun. Während man nach wie vor gerne zur Erstkommunion oder Firmung Kindern einen Rosenkranz schenkt, scheint der Rosenkranz als gemeinschaftliches Gebet fast überall verschwunden zu sein.

 

Heute treffen wir uns am Nachmittag um 16.00 Uhr in der Pfarrkirche unter dem Motto: „Eine Million Kinder betet den Rosenkranz“. Da wollen wir in Windischgarsten auch dabei sein. So freue ich mich schon, wenn viele kommen. Wenn nicht, dann kannst Du Deine Mama heute am Rosenkranzfesttag bitten, dass sie ein Gesätzchen vom Rosenkranz mit Dir betet. Das dauert ungefähr fünf Minuten, aber Du wirst spüren, dass Dich dieses Gebet ganz glücklich macht. Auch ich freue mich immer wieder, wenn ich den Rosenkranz beten kann, und ich freue mich, wenn viele auch für Dich beten. Wer den Rosenkranz betet, der wird gleichsam von der Gottesmutter Maria an der Hand genommen, denn mit ihren Augen dürfen wir die wichtigen Ereignisse des Lebens Jesu betrachten.

 

Auch freue ich mich, wenn wir uns immer wieder am Sonntag in der Pfarrkirche zur Sonntagsmesse treffen, denn im fünften Geheimnis des lichtreichen Rosenkranzes heißt es: „Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat“. Deshalb sollt Ihr Euch für die Messfeier am Sonntag unbedingt Zeit nehmen. Und andere Kinder in der Schule sollt Ihr auch überzeugen, dass es am schönsten ist, wenn Kinder in der Jungschar mittun.

 

So grüßt und segnet Euch!

Euer Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner

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