Gruß von Pfarrer Dr. Wagner an die Kinder
Meine lieben Kinder, geschätzte Gäste im Internet!
Im Jahr, in dem wir des 800. Todestages des heiligen Franz von Assisi gedenken, feiern wir heute einen Heiligen, der schon in Kindertagen mit Franz in Berührung gekommen ist. Es ist der heilige Bonaventura, der ein wichtiger Gottesgelehrter im Mittelalter war. Über viele Jahre hinweg bis zum Mai 1274 leitete er den Franziskanerorden. Es war eine glückliche Wahl, so glücklich, dass Bonaventura später oft als „zweiter Gründer des Franziskanerordens“ bezeichnet wurde. Das letzte Jahr seiner Amtszeit war Bonaventura mit zwei Aufgaben belastet, weil der Papst ihn auch zum Kardinal beauftragt hatte, das zweite Konzil von Lyon vorzubereiten. Am 15. Juli 1274 noch vor Abschluss des Konzils starb er.
Bonaventura hieß ursprünglich Giovanni Fidanza, Johannes. Als er auf die Welt kam, war er sehr klein und kränklich. Es war, so schien es, nicht sicher, ob er überleben würde. Weil Giovanni als Kind krank wurde, brachte die Mutter Maria Ritelli ihren kleinen Buben zum heiligen Franziskus und bat diesen, er möge ihr Kind segnen. Fünf Jahre später im Jahr 1226, als Franziskus bereits im Sterben lag, brachte die Mutter den kleinen Giovanni noch einmal zu Franziskus, um dem Heiligen zu zeigen, dass sein Segen und sein Gebet das erhoffte Wunder gewirkt und dem Kind Heilung gebracht hatte. Als der bereits sterbende Franziskus Mutter und Sohn kommen sah, rief er mit kraftloser Stimme aus: „O buona ventura – welch glückliche Fügung“! Von diesem Tag an trug der kleine Giovanni den Namen Bonaventura.
So denken wir heute mit der ganzen Kirche an den heiligen Buonaventura, der uns durch sein Lebensbeispiel zeigt, dass wir, wenn wir Jesus lieben, eine gute Zukunft haben. Wenn Du Dir in den Ferien jeden Tag Zeit nimmst, um zu beten, wirst Du ruhiger und gelassener. Du wirst erfahren, dass Jesus Dein Leben trägt, sodass Du vor der Zukunft keine Angst haben musst. Ist nicht das Vertrauen, das wir Gott schenken, der eigentliche Halt? Obwohl keiner von uns weiß, was in seinem Leben noch alles daherkommt, zeigt uns das Leben des Hl. Bonaventura, dass wir mit Gott stets auch im Leben einen Weg finden, der uns zufrieden und glücklich macht.
Wenn Du Dich noch nicht für das Jungscharlager vom 9. bis 15. August angemeldet hast, dann sollst Du das jetzt sofort tun. Du sollst dieses Kinderlager nicht versäumen, weil so deutlich wird, dass Gemeinschaft etwas ist, ohne die wir nicht leben können. Du erkennst, wie wichtig der andere ist, dass Du ihn nicht übersiehst. Du lernst, was es heißt, auf den Andern Rücksicht zu nehmen. Du bekommst vieles geschenkt und lernst auch, Verantwortung in der Gemeinschaft zu übernehmen. Oder möchte ich in unserer Zeit nur fordern, weil ich ständig unzufrieden bin? Und wenn wir uns beim Jungscharlager auch Zeit für Gott, das Gebet, die Messfeier nehmen, dann werden wir für unser Leben erkennen, dass Gott uns nie verlässt, weil er immer bei uns bleibt.
In der Freude darüber grüßt Euch
Euer Pfarrer Dr. Gerhard M. Wagner
