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Fr. 04.09.26

Gruß von Pfarrer Dr. Wagner an die Pfarre

In dieser Zeit, wo alle aufgerufen und gefordert sind, richtet Herr Pfarrer Dr. Gerhard M. Wagner am Freitag an die Pfarrgemeinde einige Zeilen der Ermunterung.

 

 

 

Meine lieben Pfarrangehörigen, verehrte Mitarbeiter!

 

Gott segne uns am Beginn eines neuen Arbeitsjahres. Er schenke uns seine Liebe, damit wir mit großer Hingabe die Arbeit, die auf uns zukommt, aufnehmen und das Evangelium allen Menschen verkünden. Da ich längst wieder in Windischgarsten und schon mitten in der Arbeit bin, melde ich mich heute wieder im Internet, um auf wichtige Zusammenhänge in der seelsorglichen Arbeit am Anfang eines neuen Arbeitsjahres hinzuweisen. Zum einen schaue ich auf eine schöne Zeit in den Ferien zurück, wo ich viel gearbeitet, mich aber auch erholt habe, zum andern wird mir aber auch wieder bewusst, wie wichtig es in Zukunft sein wird, auf der Grundfeste unseres katholischen Glaubens neue Akzente zu setzen, um auch etwaige Probleme, die in Zukunft anstehen, ebenso lösen zu können. In die Stille gehen und die Besinnung suchen, sich bewusst machen, worum es geht, und was wichtig ist, und umsetzen, was wir erkannt haben: das scheint mir ein passender Dreischritt zu sein für einen guten Start in den nächsten Wochen, wo wir uns immer wieder zusammentun, um den Glauben zu vertiefen, aber auch wichtige Schritte auf den Weg zu bringen.

 

Zunächst fahren wir morgen mit den Jungscharführern und den Jugendaktivisten – das sind immerhin 30 junge Leute - nach Obertraun, um dort das neue Jahre in der Kinder- und Jugendarbeit zu planen. Auch heuer betone ich, dass es dabei nicht nur um Termine geht, die gefunden werden müssen, sondern um die Motivation, die uns antreibt, gemeinsam den Weg der Kirche mit unseren Kindern und den Jugendlichen zu gehen. Nicht vergessen wollen wir, dass jede Aktivität in der Kirche eine spirituelle Grundlage braucht, sodass wir in der Seelsorge zweifellos nur dann etwas weiterbringen, wenn wir aus den Quellen des Glaubens: aus dem Gebet, dem sakramentalen Leben und dem missionarischen Geist gemeinsam Zukunft gestalten.

 

Selbstverständlich gibt es ein neues Jahresthema, das aber auch ein wenig vom alten Jahresthema geprägt ist: „Hoffnung aus dem Glauben – im Zeichen der Liebe und des Friedens“. Weil es gerade Papst Leo XIV. ist, der von Beginn seines Pontifikats auf den Frieden aufmerksam macht, habe ich in einem letzten redaktionellen Eingriff dem „Zeichen der Liebe“ auch das „Zeichen des Friedens“ hinzugefügt. Die Liebe, die wir Gott schenken, wird zum Frieden auch untereinander. Haben nicht viele Menschen den Respekt vor dem andern und die Wertschätzung des andern deshalb verloren, weil Gott in ihrem Leben nicht mehr vorkommt? Dabei wollen wir uns in Vorbereitung auf das 300 Jahr - Jubiläum 1728, wo Windischgarsten am 28. April gebrannt hat, im Arbeitsjahr 2026/27 im Dienst der Nächstenliebe bewähren, bevor wir uns dann im Arbeitsjahr 2027/28 auf die Liturgie der Kirche einlassen, die in der Eucharistie ihre Quelle und den Höhepunkt christlichen Lebens verkündet.

 

Wenn es nun Tatsache ist, dass wir in der Kirche in Österreich und in großen Teilen Europas zu wenig Priester haben, dann müssen wir zum einen über das Warum nachdenken, zum andern aber auch alles tun, damit in Zukunft wieder Priester- und Ordensberufungen entstehen und wachsen können. Warum soll in Zukunft noch jemand Priester werden, wenn es als Pastoralassistent in einer ganz anderen Lebensform auch geht? Deswegen müssen wir ganz klar feststellen: Eine Wort-Gottes-Feier kann eine Messfeier am Sonntag nur im Notfall ersetzen, wenn kein Priester zur Verfügung steht, und nicht, wenn sich andere, die nicht Priester sind, wichtig machen und „priesterähnlich“ um den Altar auftreten. Eine Wort-Gottes-Feier, in der eine Kommunionfeier von der Kirche nicht vorgesehen ist, muss als solche auch deklariert sein, damit die Gläubigen vorher wissen, worum es geht: um eine Eucharistiefeier oder eine Wort-Gottes-Feier. Allgemein von einem Gottesdienst zu reden, ist verwirrend! Ebenso wichtig ist es zu wissen, dass ein Priester nur durch einen Priester ersetzt werden kann. Ohne diese Grundeinsichten sind wir auch in Zukunft nicht mehr katholisch, weil es nicht mehr die Kirche Jesu Christi ist!

 

Zudem halte ich es am Anfang eines neuen Arbeitsjahres in der Pfarrgemeinde von St. Jakob Windischgarsten, aber auch in der „Großpfarre“ Kremstal-Phyrn für wichtig, dass wir einander nicht täuschen und uns nichts vormachen. Alles, was wir in Zukunft tun, muss katholisch sein, damit wir nicht die eigene Zukunft in Frage stellen und Hoffnung auf unserem Weg unmöglich machen. Deswegen müssen auch die Probleme, die die Menschen wirklich haben, beim Namen genannt werden, damit wir nach sauberen Lösungen suchen und miteinander in Erfahrung bringen, was geht und was nicht geht. Zweifellos muss in unserer Zeit von einer Glaubenskrise und nicht von einer Kirchenkrise gesprochen werden. Was in der Diözese im Kontext der Pfarrreform alles im Umlauf ist und auch lautstark vertreten wird, ist schaurig und unglaublich. Da bin ich ganz sicher nicht dabei! Jene, die eine andere Kirche wollen, sollen das ehrlich auch zugeben, damit klar wird, worum es vielen wirklich geht. Und machen wir Schluss mit dieser Schönrederei, die letztlich auch niemandem hilft!

 

In der Hoffnung, dass wir katholisch bleiben, weil es um das „Heil des Menschen“ geht, grüßt Euch alle sehr herzlich

Euer Pfarrer Dr. Gerhard M. Wagner

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