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Fr. 05.06.26

Gruß von Pfarrer Dr. Wagner an die Pfarre

In dieser Zeit, wo alle aufgerufen und gefordert sind, richtet Herr Pfarrer Dr. Gerhard M. Wagner am am Freitag an die Pfarrgemeinde einige Zeilen der Ermunterung.

 

 

 

 

Meine lieben Pfarrangehörigen, verehrte Leser im Internet!

 

Wenn wir heute am 5. Juni auf unseren Heiligenkalender blicken, dann finden wir dort den heiligen Bonifatius (672-754), den die Kirche seit Jahrhunderten als Apostel der Deutschen verehrt. Auf die Welt gekommen ist er als Winfried im angelsächsischen England, trat früh in das klösterliche Leben ein und ließ sich durch Gebet, Askese und das aufmerksame Hören auf Gottes Wort formen. Früh ergab sich für Bonifatius aus der inneren Verankerung, die zweifellos vorhanden war, seine Sendung: das Evangelium dorthin zu bringen, wo es noch nicht oder nur bruchstückhaft gelebt wurde.

 

Das erste Jahrzehnt seines Priesterlebens widmete der angelsächsische Mönch Winfried der Missionsarbeit und der Organisation der Kirche bei den Stämmen Germaniens. Allen sollte er den Hohen und Niedrigen, Reichen und Armen, jungen Menschen und alten Leuten das befreiende Evangelium verkündigen und allen ein treuer Hirte sein. Dabei zeichnete Bonifatius Gottvertrauen, Unerschrockenheit und Organisationstalent aus. Viele Klöster und Diözesen in Deutschland verdanken Bonifatius ihre Gründung. Bei der Friedensmission wurde der Apostel Deutschlands“ im Jahr 754 erschlagen, im Dom von Fulda wurde sein Grab errichtet.

 

Nun sollen wir alle Zeugnis ablegen. Wir dürfen das Leben weiterreichen, wenn wir die Starken stärken. Und dann dürfen wir auch das Leben weitergeben, wenn wir die Schwachen stärken, die Kraftlosen aufrichten, den Enttäuschten Mut machen. Schnelle Erfolge gab es im Leben des hl. Bonifatius nicht, denn es gab auch Rückschläge, Widerstände und innere Kämpfe. Doch gerade darin zeigt sich seine geistliche Größe. Bonifatius wusste, dass Mission nicht zuerst ein menschliches Werk ist, sondern Gehorsam gegenüber seinem Ruf. Unbestritten hatte Gott selbst in der Schwachheit gewirkt.

 

Berühmt wurde Bonifatius durch das Fällen der Donar Eiche bei Geismar, was weniger eine provokative Zerstörung bedeutete als vielmehr ein sichtbares Glaubensbekenntnis: Nicht die alten Mächte bestimmen das Leben der Menschen, sondern der lebendige Gott, der in Christus nahegekommen ist. Zugleich war Bonifatius ein Ordner und Aufbauender. Er gründete Klöster und Diözesen, ordnete die kirchlichen Strukturen und sorgte dafür, dass der Glaube nicht nur verkündet, sondern dauerhaft gelebt werden konnte. Immer blieb Bonifatius ein geistlicher Mensch, denn seine Briefe zeigen einen Hirten, der um die Reinheit des Glaubens ringt, der Leid an Verrat und Ungehorsam empfindet und dennoch nicht bitter wird. Er kennt Angst und Müdigkeit, aber auch die tröstende Nähe Gottes. Sein Tod ist kein Scheitern, sondern Vollendung: ein Leben, ganz hingegeben an Christus, besiegelt durch das Zeugnis des Blutes.

 

Auch heute ruft der heilige Bonifatius zur Erneuerung des Glaubens auf. Er lädt alle Christen ein, dass christliches Leben immer bei der Umkehr des Herzens beginnt, getragen von Gebet, Wahrheit und Mut. Steh auf, wo Gott dich hinsendet. Vertraue auf Gott, auch wenn der Weg dunkel ist und gründe dein Leben nicht auf vergängliche Mächte, sondern auf Christus, den Herrn der Geschichte und der Herzen.

 

In herzlicher und dankbarer Verbundenheit

Euer Pfarrer Dr. Gerhard M. Wagner

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