Gruß von Pfarrer Dr. Wagner an die Pfarre
Meine lieben Pfarrangehörigen, liebe Leser im Internet!
Grundsätzlich bin ich schon der Meinung, dass man die Sorgen, die Menschen haben, nicht vergleichen und verharmlosen darf. Immer müssen wir die Nöte, die ein Mensch hat, ernstnehmen. Kinder sorgen sich und haben Angst vor einem Mitschüler; junge Menschen bangen um ihre Zukunft, weil sie im Beruf Probleme haben, und auch ältere Menschen leben in der Ungewissheit, wie es denn in ihrem Leben mit ihrer lebensbedrohenden Krankheit weitergehen wird. Und die Kirche sorgt sich um das ewige Heil der Menschen und muss dafür sehr viel Hohn und Spott einstecken.
Aber was sind die Probleme, die die Kirche im Westen hat? Womit beschäftigen wir uns in Österreich? Mit dem Priestertum der Frau und damit, dass es die Kirche untersagt, dass zwei Frauen in Beziehung miteinander leben? Darüber schäme ich mich geradezu, wenn ich mir vorstelle, was die Christen in Nordkorea durchmachen und im Iran. Was trägt sich in Afrika alles zu und in Lateinamerika, wo die Christen leiden? Und wir? Diese Gedanken sind mir in den letzten Wochen wieder verstärkt gekommen.
Immer wieder konnte man in einschlägigen katholischen Medien lesen, dass Papst Leo XIV. für ein Ende aller Feindseligkeiten im Nahen Osten betet und der „vielen Unschuldigen, darunter viele Kinder“ gedenkt, die bei den unzähligen Bomben- und Drohnenangriffen ums Leben gekommen sind. Zuletzt hat er auch für jene gebetet, die ihnen zu Hilfe gekommen sind, wie der maronitische Priester Pierre El-Rahi, der am 9. März bei einem Angriff im Libanon ums Leben gekommen ist. Bei P. Pierre handelt es sich um den maronitischen Priester, der in Qlaya bei einem Angriff getötet wurde, der ein Haus in seiner Pfarrei in den Bergen getroffen hat. Dabei wurde eines seiner Gemeindemitglieder verletzt. Angeblich war P. Pierre zusammen mit Dutzenden anderer junger Menschen herbeigeeilt, um dem Gemeindemitglied zu helfen. In diesem Moment gab es einen weiteren Bombenangriff auf dasselbe Haus, bei dem der Priester verletzt wurde. Obwohl er zügig in ein Krankenhaus in der Umgebung gebracht wurde, überlebte er nicht.
Nun sage ich Ihnen auch noch, wer die Maroniten sind. Maroniten sind eine mit der römisch-katholischen Kirche verbundene Ostkirche syrisch-antiochenischer Tradition. Diese Kirche ist nach dem Einsiedler Maron († um 410), benannt und hat ihr geistliches Zentrum in Bkerke, Libanon, wo der Patriarch sitzt. Auf der ganzen Welt gibt es mehr als drei Millionen Maroniten, die insbesondere im Libanon, wo sie die größte christliche Gemeinschaft bilden, sowie in der Diaspora (u. a. Brasilien, Argentinien, Europa) leben.
Und wir? Uns passt bei dem dieses nicht und bei jener das andere nicht. Schrecklich, wenn ich daran denke, was der Wohlstand, für den wir einerseits nicht genug danken können, andererseits hervorbringt: Neid, Eifersucht, Besserwisserei und Gleichgültigkeit. Und wenn wir dann über den Andern Macht ausüben können, dann „glauben“ wir uns schon im Recht, weil wir ja stets wissen, was der andere falsch gemacht hat.
Morgen, 14. März, beginnt um 13.00 Uhr im Pfarrheim der Männereinkehrtag mit P. Georg Haumer, einem Benediktiner aus Seitenstetten zum Thema: „Kommt, wir kehren zum Herrn zurück! Denn er hat Wunden gerissen, er wird uns auch heilen“ (Hos 6,1). Diese wenigen Stunden bis 17.00 Uhr mit Messfeier und gemütlichem Ausklang soll sich jeder Mann, der hoffnungsvoll in die Zukunft gehen will, gönnen. Und am Sonntag werden beim Gottesdienst um 8.30 Uhr die Caritashelfer ausgesandt, und um 10.00 Uhr gibt es die Familienmesse mit unseren Kleinkindern aus dem Kindergarten in Windischgarsten. Wir freuen uns, wenn viele in die Kirche kommen, denn Gott sieht auf das Herz der Menschen.
Mit lieben Grüßen und guten Wünschen
Euer Pfarrer Dr. Gerhard M. Wagner
