Gruß von Pfarrer Dr. Wagner an die Pfarre
Meine lieben Pfarrangehörigen, verehrte Leser im Internet!
Der Fasching ist zu Ende, die Fastenzeit hat begonnen. Masken sind verstaut, die Herzen sind geöffnet. Gott lädt uns ein und er wartet auf uns. Wenn wir jetzt die Fastenzeit angefangen haben, dann ist es für uns alle an der Zeit, dass wir uns auf den Weg machen. So hoffe ich, dass auch Sie jetzt in der Fastenzeit schon angekommen sind, denn was diese Zeit bringen wird, hängt von jedem selber ab. Entscheidend ist, was jeder von uns mit der „Gnade Gottes“ tut. Selbst wenn es in der Fastenzeit unserer Pfarre viele Angebote gibt, muss jeder selber danach verlangen und auch etwas dazu beitragen.
Sehr herzlich möchte ich mich bei jenen bedanken, die am Aschermittwoch um 19.00 Uhr die Abendmesse mitgefeiert und das Aschenkreuz empfangen haben. Heute am Freitagabend treffen sich jene, die in der Pfarrkirche beten wollen, um 18.30 Uhr dort, und um 19.00 Uhr treffen wir uns am Fuß des Kalvarienberges und beten dort auf dem Weg zur Kalvarienbergkirche den Rosenkranz. Um 19.30 Uhr beginnen wir mit der Abendmesse und der Fastenpredigt zum Thema: „Gott ruft heraus aus alten Bahnen – Stadtplatz Assisi“. Bei jeder der Fastenpredigten möchte ich immer auch Bezug nehmen auf die Stadt Assisi und auf einen zentralen Ort, der gut zum Predigtthema passt. Nach der Messfeier ist es wieder wichtig, dass wir gemeinsam, aber in Stille bis zur ersten Kreuzwegstation zurückkehren. Dass der ganze Weg zur Kalvarienbergkirche in ein kleines Licht gehüllt ist, das aus den Stationen leuchtet, gibt nicht nur dem Weg eine tiefe Spur, sondern auch jeden von uns, die wir da auf ein Ziel unterwegs sind.
Am kommenden Montag werde ich den ganzen Tag im Altenheim unterwegs sein, mit den Bediensteten reden und die Bewohner besuchen. Zuvor beginnen wir mit einer Messfeier um 8.30 Uhr, und dann geht es so richtig los. Ich freue mich auf diese gemeinsame Zeit, die wir im Altenheim verbringen. Und am Dienstag gibt es dann keine Frühmesse, weil wir uns zur Erklärungsmesse um 16.00 Uhr in unserer Pfarrkirche versammeln werden. Dorthin sind die Erstkommunionkinder mit den Eltern, die Tischmütter, aber auch Gäste, die sonst aus der Pfarre kommen, eingeladen, um die hl. Messe durch meine priesterlichen Erklärungen insgesamt besser kennenzulernen.
Schließlich möchte ich Ihnen doch noch etwas zum Fasten sagen, damit alle wissen, worum es geht. Christen sollen in der Österlichen Bußzeit (=Fastenzeit) tatsächlich fasten. Aber bestimmt nicht, um sich zu quälen und zu kasteien. Vielleicht können wir in diesen Fastenwochen bewusster darauf achten, womit wir uns ernähren. Ich meine schon, dass es wichtig wäre, weniger zu essen, um den Geschmack des Essens wieder besser wahrzunehmen. Warum sollen wir das Essen nicht auch auf der Zunge zergehen lassen! Vielleicht sollten wir in diesen Tagen der Fastenzeit versuchen, Egoismus, Selbstbezogenheit und Ichsucht zu fasten, und vielmehr beginnen, für jene da zu sein, die uns brauchen. Wir verzeihen dem andern, weil er an uns schuldig geworden ist, und begegnen ihm mit Anerkennung und Wertschätzung. Und wenn jemand verspottet wurde, könnten wir ihm neue Würde zukommen lassen. Vielleicht könnten wir uns auch um Verwandte kümmern, die in unserer Familie untergehen. Papst Leo XIV. nutzte vor zwei Tagen die Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz, um die Gläubigen auf einen Weg der inneren Erneuerung einzustimmen. Dabei überraschte er mit einem konkreten Rat: Dem Fasten von Worten, die andere verletzen. Lassen wir uns am Beginn dieser Fastenzeit wieder neu darauf ein, zu fasten…zu unserem Wohl und zum Wohl der Nächsten.
Und dann gibt es heute von 17.00 – 18.30 Uhr in der Pfarrkirche Beichtgelegenheit in der Hoffnung, dass viele ihren Ballast abwerfen, um frei zu werden von allem, was sie bedrängt oder auch bedrückt. Oder wollen Sie die ganze Fastenzeit diesen „Mist“ weiter mit sich herumschleppen? Und dann wird sich bald niemand mehr wundern, dass die Menschen seelisch leiden und auch körperlich krank werden.
Mit lieben Grüßen und guten Wünschen für die Fastenzeit
Euer Pfarrer Dr. Gerhard M. Wagner
