Gruß an die Jugend
Liebe Jugendliche, verehrte Gäste im Internet!
Am Sonntag haben wir uns gemeinsam zur Abendmesse um 19.00 Uhr in der Pfarrkirche getroffen. Dafür möchte ich allen danken, die die Vorbereitung für diese Begegnung mit dem Herrn und miteinander erbracht haben. Danke Florian Rumplmayr für die Vorbereitung der Lieder und Bernadette Buchebner für die musikalische Begleitung und allen, die mitgebetet und mitgesungen haben. Dass wir uns trotz des schlechten Wetters am Samstag zum Schitag auf dem Hotzlift getroffen haben, war sicher nicht nur ein Wagnis, sondern auch ein lustiges Erlebnis. Weil bei Schönwetter jeder Schi fahren geht, haben wir uns nicht geärgert, sondern viel gelacht, aber auch uns beim Hotz gestärkt und in der Jausnstubn Singerskogel bestens gegessen. Danke dafür!
Wir sind Christen, aber was zeichnet unser Christsein aus? Worauf kommt es im Leben eines jungen Christen an? Selbstverständlich muss ich mich als Christ immer wieder erweisen. Ich muss mein Christsein im Alltag zeigen, obwohl meine tiefste Wahrheit nicht gemacht, sondern geschenkt ist. Bevor ich täglich etwas tue und mich als Christ zeige, muss ich mich jeden Morgen neu verankern in dieser Zusage, dass ich bejaht und geliebt bin. Diese Wahrheit stärkt den eigenen inneren Wesenskern: Dass wir von Gott geliebt sind. Von Gott getragen sind wir und von ihm angenommen. Das Wunder geschieht, wenn wir auf die Stimme hören, die den Himmel durchbricht (vgl. Jes 42,1; Mt 3,17), damit wir Menschen erfahren, dass wir Gottes geliebte Söhne und Töchter sind.
Wenn Johannes der Täufer das Volk auf das Kommen des Messias vorbereitet, dann symbolisiert die Taufe Umkehr, Reinigung und die Bereitschaft, Gottes Reich zu empfangen. Wer sich von Johannes taufen ließ, bekundete damit seinen Willen zur Umkehr, seine Bereitschaft für das Kommen der Gottesherrschaft. Obwohl Jesus ohne Sünde ist, lässt er sich taufen, um sich in die Reihe der Menschen zu stellen und den göttlichen Plan der Erlösung zu erfüllen. Die Taufe markiert den Beginn seines öffentlichen Wirkens, wo Jesus in die Geschichte des Menschen eintritt. Jesus wird, bevor er sein öffentliches Wirken beginnt, mit dem Geist Gottes ausgerüstet und von Gott als sein „Sohn“ beziehungsweise als sein „Erwählter“ (Joh 1,35) vorgestellt: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe“ (Mt 3,17). Der Geist wird ihn bei der Erfüllung seines Auftrags beständig begleiten und für Menschen, die Jesus begegnen, als heilende und befreiende Kraft erfahrbar werden (vgl. Mt 12,28).
Wenn wir uns nun auf die Taufe besinnen, die niemals eine Privatangelegenheit ist, dann haben wir den Geist nicht für uns selbst empfangen, sondern wir verpflichten uns, dass wir handeln wie Jesus gehandelt hat. Gut ist es, wenn Christen Gott zur Ehre und zum Wohl der Gemeinschaft nach dem Beispiel Jesu handeln. Wir müssen Zeugnis ablegen dafür, dass Jesus gegenwärtig ist, aber wir müssen uns auch einsetzen für das Recht der Schwachen und Unterdrückten, für jene, die am Boden liegen Wer sich als Christ stets nur in seine Gruppen zurückzieht, d.h. einen selbstgefälligen Gruppenegoismus betreibt, der verrät seine Taufe und den Geist. Schon damals war es nicht anders als heute, denn wer Jesus verstanden hat, der setzte seine ganze Hoffnung in ihn und folgte ihm nach. Es gibt auch in unserer Zeit viele, die Jesus im Alltag nachfolgen und nach seinem Beispiel leben. Aber es gibt auch diejenigen, die wenig oder gar nichts mit dem christlichen Glauben anfangen können, vielleicht sogar an Gottes Existenz zweifeln und womöglich der Kirche Jesu sehr kritisch und mit Ablehnung begegnen. Und andere wiederum sind sich gar nicht bewusst, dass sie getauft sind, weil sie ihren Glauben – aus Bequemlichkeit oder anderen Gründen – nicht leben.
Der Sonntag der Taufe Jesu lädt uns jedes Jahr wieder ein, uns selbst dieser Würde bewusst zu werden, dass wir aufgrund unserer eigenen Taufe zu Brüdern und Schwestern und damit zu geliebten Kindern Gottes geworden sind. Gott stärke uns mit seinem Geist, damit wir ihm die Ehre erweisen und durch unser lebendiges Glaubenszeugnis seine Liebe und seinen Frieden verbreiten – gerade dies auch am Ende der Friedenswoche in unserer Pfarrgemeinde.
Schließlich erzähle ich Euch noch etwas Wichtiges: am letzten Samstag wurden in Assisi die großen Jubiläumsfeiern begonnen, weil wir in diesem Jahr den 800. Todestag des Hl. Franziskus begehen, der am 3. Oktober 1226 in Santa Maria degli Angeli gestorben ist. Da wird uns hoffentlich auch noch einiges einfallen, damit wir unseren großen Pfarrpatron nicht vergessen!
Mit großer Dankbarkeit, lieben Grüßen und guten Wünschen
Euer Pfarrer Dr. Gerhard M. Wagner
