Gruß an die Jugend
Meine lieben Jugendlichen, verehrte Gäste im Internet!
Die Kirche versteht es, Feste zu feiern, denn ohne Feste gibt es keine Kirche, und was wäre die Kirche ohne die Feste, die sie immer wieder feiert. Sind es zunächst die kirchlichen Feste, die sich vom Kirchenjahr ergeben, weil die Kirche Allerheiligen, Weihnachten, Ostern und Pfingsten und viele Heiligen usw. feiert, so gibt es auch viele weltliche Feierlichkeiten, die sich auch daher ergeben, weil die Kirche immer wieder feiert.
So feiern wir heute bereits um 8.00 Uhr bei der Morgenmesse den hl. Blasius, der zu den 14 Nothelfern zählt. Beim Blasiussegen, den es am Schluss der Messfeier geben wird, werden zwei geweihte brennende Kerzen gekreuzt vor den Hals gehalten, was bei Halsschmerzen und anderen Halserkrankungen stärkend sein soll. Blasius war ursprünglich Arzt und ist zu Beginn des 4. Jahrhunderts Bischof von Sebaste in Armenien (heute Türkei) geworden. Während seiner Amtszeit fielen die Christenverfolger von Kaiser Diokletian in Sebaste ein und warfen neben vielen anderen Christen auch den Bischof in den Kerker. Eines Tages stürzte der Gefängniswärter, der einen Buben auf dem Arm trug, der Erstickungsanfälle hatte, in die Zelle des Bischofs. Während der verzweifelte Vater um die Rettung bat, zog Blasius eine Fischgräte aus dem Hals des Buben. Gott sei Dank!
Es ist noch nicht lange her, da haben wir in unserer Pfarre den Pfarrball gefeiert, schon immer wieder ein Erlebnis für alle in unserer Pfarrgemeinde. Auch heuer, wo das Pfarrheim bis zum letzten Platz gefüllt war, war die Stimmung großartig. So viele Masken, die in kleineren oder größeren Gruppen gekommen waren, haben für beste Stimmung gesorgt. Die Gigolos spielten toll auf und unterstützten gekonnt die lustigen Beiträge, wobei Yoga genauso ein Thema war wie die neue Pfarrstruktur und die Park- und Essgewohnheiten des Pfarrers. Keiner braucht sich persönlich angegriffen fühlen, in Herzlichkeit, Freundschaft und viel Humor sind alle versammelt. Schön, wenn immer wieder auch solche kommen, die mit der Kirche weniger verbunden sind.
Was unseren Pfarrball immer wieder auszeichnet, ist die Präsenz der Jugend: zum einen sind es die Jugendlichen, die im Service stehen und die Gäste bedienen, aber auch viele, die maskiert auftreten und so für Furore sorgen. Obwohl es natürlich auch ein Ratespiel gibt, wer sich hinter welcher Maske verbirgt, bleibt das vielfach ein „Geheimnis“ bis nach der Demaskierung, wo dann die Überraschung oftmals riesengroß ist und alle Rätsel gelöst werden. Allen, die zum Pfarrball gekommen sind, möchten wir sehr herzlich danken. Allen, die einen Dienst übernommen haben, sagen wir herzlich Vergelt’s Gott. Bernhard Grossauer danken wir ganz herzlich für seine Tätigkeit als Ballsprecher, denn er hat vor allem die Demaskierung sehr humorvoll geleitet. Und dem Festausschuss unter der Leitung von Thomas Reitmann danken wir ganz herzlich für alle Ideen und für alle Organisation, die zum Gelingen des Pfarrballs ganz wesentlich beigetragen haben.
Halten wir fest, dass der Pfarrball ein ganz wichtiges Fest im Laufe eines Jahres ist. Dass die Pfarre Glaubensfeste in der Kirche feiert, ist eigentlich selbstverständlich. Dass wir die Festesfreude aus der Kirche ins Leben hineintragen, ist eine ganz wesentliche Konsequenz daraus. So gehen wir den Weg durch das Jahr gemeinsam, weil es ja neben dem Pfarrball auch das Pfarrfest, aber auch andere Feste gibt, die wir in Zukunft in keinem Fall vergessen oder geringschätzen dürfen. Im Übrigen werde ich nicht müde, die Christen immer wieder daran zu erinnern, dass die Kirche ein großer Experte für Festfeiern ist. Niemand kann das so gut, wie die Kirche das kann. Warum? Weil die Feiern der Kirche einerseits in den Himmel hinein reichen, andererseits alle aufgerufen und eingeladen sind, ein gemeinsames Fest zu feiern. Wenn die Kirche ihre Feste feiert, ist niemals jemand ausgeladen, sondern alle sind eingeladen. Und dann freut man sich ganz einfach auch auf ein gutes Essen und Trinken, ohne dass jemand maßlos wird. Und wie wichtig sind jene, die uns auf eine persönliche und liebevolle Art Essen und Trinken servieren.
Dass auch wir immer besser erkennen, dass wir alle in seiner Hand sind, deswegen feiert die Kirche ihre Feste.
Mit frohen und lieben Grüßen
Euer Pfarrer Dr. Gerhard M. Wagner
