Gruß von Pfarrer Dr. Wagner
Meine lieben Kinder, verehrte Gäste im Internet!
Schön war der Kinderfasching, den unsere Jungschar organisiert hat, wo wir allen Kindern danken, die ins Pfarrheim gekommen sind. Was waren das für lustige Masken, die viele trugen. Einmal so richtig lachen können und sich über Faschingskrapfen freuen! Danke den Jungscharführern für die Vorbereitung und die Gestaltung dieses fröhlichen Kinderfestes. Zugleich wissen wir, dass das Leben nicht immer nur lustig ist. So gibt es gerade auch in unserer Zeit viele Menschen, die traurig sind und gerade nichts zum Lachen haben. Auch sie dürfen wir nicht übersehen und auch nicht überhören, weil sie gerade traurig sind und großes Leid zu tragen haben.
Als Priester kümmere ich mich ganz besonders um die Kranken. Ich komme ins Haus, um sie zu besuchen. Da kann ich dann mit einem Kranken darüber reden, was ihn bedrückt. Ich komme auch, um ihnen die Heilige Kommunion zu bringen. Dadurch bleiben die Kranken in Verbindung mit der Kirche und haben Anteil an der Eucharistiefeier der Gemeinde. Weil Jesus auch Blinde und Lahme geheilt hat, hat er den Aposteln den Auftrag gegeben, dies genauso zu tun. Indem Jesus die Kranken empfängt, möchte er zeigen, dass Gott sich vor allem um die Ärmsten der Armen sorgt. Die Heilungen, die Jesus vornimmt, sind wie Vorboten für den Tag des Sieges, wo Gottes Liebe den Tod und das Böse überwinden wird. So komme ich in die Wohnungen bzw. Häuser, um den Kranken die Krankensalbung zu spenden. Auch dieses Sakrament kann man mehrmals empfangen und nicht nur kurz vor dem Tod. Zur Krankensalbung, wenn der Kranke noch alles mitbekommt, gehört die Beichte, die Salbung der Stirn und der Hände und der Empfang der heiligen Kommunion. So begegnet Jesus dem kranken Menschen, um ganz bei ihm zu sein!
Wenn ich heute auf meinen Kalender schaue, dann sehe ich den 11. Februar: den Lourdestag. Weil wir heute mit der ganzen Kirche den Krankentag feiern, war ich schon im Altenheim, um die Heilige Messe um 8.30 Uhr zu feiern und denen, die gekommen sind, den Krankensegen zu spenden. Warum der 11. Februar? Weil an diesem Tag im Jahr 1858 zum ersten Mal Maria, die Jungfrau und Mutter Gottes, Bernadette Soubirous, ein Mädchen mit vierzehn Jahren, in Lourdes erschienen ist. Das abgelegene Dörfchen Lourdes in den Pyrenäen kannte damals noch niemand. Bernadette hütete die Schafherde ihrer Eltern, als sie eines Tages über der Grotte von Lourdes in Frankreich die Muttergottes sah. „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis“, sagte die Jungfrau Maria zu dem Mädchen. Neunzehnmal war Maria Bernadette Soubirous erschienen. Viele Menschen eilten herbei, aber sie sahen nichts. Es dauerte einige Zeit, bis die Leute Bernadette glaubten, doch dann wanderten sie in Scharen zur Grotte. Viele Menschen fahren auch in unserer Zeit nach Lourdes und kommen getröstet, manchmal sogar geheilt wieder nach Hause. Millionen Menschen schöpfen hier aber auch Mut. Bernadette trat nach den Marienerscheinungen in Nervers in ein Kloster ein. Inzwischen ist Bernadette, die von vielen für verrückt gehalten wurde, von der Kirche heiliggesprochen, und Lourdes als Wallfahrtsort anerkannt worden.
Wenn Ihr Kinder nun jemand wisst, der krank ist, dann sollt Ihr für ihn beten. Vergesst aber nicht, dass wir alle sterben müssen. Da hilft kein Beten. Obwohl es den Tod gibt, sollen wir wissen, dass Gott trotz allem jeden Einzelnen von uns liebhat und will, dass wir glücklich sind. Gott versteht die Traurigkeit des Menschen und er ist bei uns. Wenn Menschen in der Vergangenheit gestorben sind, dann ist das bis heute so, dass jemand nicht mehr gesund werden konnte. Gottes Macht und Stärke drückt sich in der Liebe aus, sodass er uns begleitet, damit wir neuen Lebensmut fassen.
Darüber freut sich und dafür betet
Euer Pfarrer Dr. Gerhard M. Wagner
