Gruß von Pfarrer Dr. Wagner an die Kinder
Meine lieben Kinder, verehrte Gäste im Internet!
Immer wieder sind wir an einem Sonntag eingeladen, miteinander zu beten, zu singen und das Wort Gottes zu hören. Wir tun dies, weil wir uns mit dem Wort, das Gott uns schenkt, verbunden fühlen. Es ist wichtig, dass wir uns immer wieder treffen, um in Gemeinschaft zu feiern, dass unser Herr Jesus Christus für uns gestorben und auferstanden ist. Wenn ich zur Gemeinschaft gehöre, die sich am Sonntag in der Kirche trifft, dann gibt mir das Sicherheit und schenkt mir Geborgenheit. So wichtig, wie das Zusammensein in der Familie für Euer Leben ist, so wichtig ist auch das Zusammengehören in einer Kirche, wo wir gemeinsam glauben, dass Jesus der Retter ist, weil er den Menschen liebhat.
Es ist schon immer wieder spannend, wenn wir am Sonntag in der Kirche aus der Bibel lesen, und da ganz besonders das Alte Testament aufschlagen. Da lesen wir am kommenden Sonntag einen Text aus dem Buch Exodus im 19 Kapitel, die Verse 2 bis 6a. Nahe am Berg schlägt das Volk sein Lager auf; von dort geht Mose noch weiter, einen wesentlichen Schritt. Wir lesen, dass Mose zu Gott hinaufstieg. Und dann hören wir Gott zu seinem Volk Israel reden: „Ihr habe gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie euch auf Adlerflügeln getragen und zu mir gebracht habe“ (Ex 19,4). Was bedeutet das? Das bedeutet, dass Gott auf sein Volk aufpasst – so wie eine Adlermutter auf ihr Kind aufpasst. Das Volk Israel hatte es früher sehr schwer. Es musste in Ägypten hart arbeiten und war nicht frei. Gott hat gesehen, wie schlecht es den Menschen ging. Er hat ihnen geholfen und sie aus Ägypten herausgeführt. Gott wollte, dass die Menschen frei sind. Nach der Befreiung aus Ägypten waren die Menschen lange unterwegs, bis sie ihr Ziel erreicht hatten. Sie mussten eine Wüste durchqueren und natürlich gab es damals noch keine Autos, keine Züge und keine Flugzeuge. Der Weg durch die Wüste war sehr anstrengend und gefährlich. Sicher wisst Ihr, warum. In der Wüste ist es heiß, es gibt kaum Wasser und Nahrung und manchmal lebten dort gefährliche Tiere. Dazu kommt, dass die Ägypter, vor denen das Volk geflohen war, die Menschen nicht gehen lassen wollten. Immer wieder hatten die Menschen auf dem Weg durch die Wüste Hunger, Durst, aber auch Angst. Da haben sie geschimpft und gezweifelt, weil sie dachten, dass Gott nicht bei ihnen ist. Aber Gott war immer wieder da, denn er hat sie begleitet. Daran will er das Volk Israel und auch uns heute erinnern!
Am Berg Sinai lädt Gott sein Volk, das er so beschützt hat, ein, für immer zu ihm zu gehören. Gott zwingt niemanden, aber er fragt die Menschen, ob sie ihm vertrauen wollen. Gott bietet auch uns seine Hilfe an, aber wir dürfen selbst entscheiden, ob wir ihm vertrauen wollen. Manchmal haben wir Angst, und manchmal klappt auch etwas nicht sofort. Und wenn wir uns dann oft auch ganz allein fühlen, dann dürfen wir vertrauen, dass Gott da ist. Wir machen Fehler, und wir dürfen auch wissen, dass wir auch Fehler machen dürfen. Und dann sollen wir auch zuhause, wenn wir allein auf unserem Zimmer sind, rufen: „Gott ist bei mir“.
Das Volk Israel ist von Gott auserwählt und steht mit ihm im Bund. Wie das Volk einst auf die Stimme Gottes gehört hat, so soll die Kirche heute auch auf seine Stimme hören, damit wir wissen, was wir zu tun haben. Ja, diese Botschaft werden wir am kommenden Sonntag hören, wenn wir auch den Vatertag feiern. Wir wollen unserem Papa danken für alles Gute, das er für uns tut. Wir wollen miteinander in die Kirche gehen, aber nachher auch gemeinsam feiern.
Und am kommenden Freitag gehen wir auf unseren Kalvarienberg. Wir treffen uns um 19.30 Uhr bei der ersten Kreuzwegstation, beten dann auf dem Weg den Herz-Jesu-Rosenkranz, weil wir mit der ganzen Kirche das Herz-Jesu-Fest feiern. Um 20.00 Uhr beginnen wir mit der Heiligen Messe und danach entzünden wir das Herz-Jesu-Feuer und stehen in gemütlicher Runde zusammen.
Mit lieben und dankbaren Grüßen
Euer Pfarrer Dr. Gerhard M. Wagner
