Gruß von Pfarrer Dr. Wagner an die Kinder
Meine lieben Kinder, verehrte Gäste im Internet!
Ohne Wasser gibt es kein Leben. Unser menschlicher Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasser, sodass wir zum Leben regelmäßig Flüssigkeit brauchen. Wenn der Mensch kein Wasser hat, stirbt er bereits nach wenigen Tagen. Am kommenden Sonntag hören wir eine Lesung aus dem Alten Testament (vgl. Ex 17,3-7), die uns mitnimmt in die Wüste der Sinaihalbinsel, wo es kein lebensspendendes Wasser gibt. – ein lebensfeindlicher Ort also!
Du weißt es, und ich sage es Dir trotzdem: Jeden Sonntag treffen sich Christen auf der ganzen Welt in der Kirche, um gemeinsam zu feiern. Sie beten und singen, hören aus den Erzählungen der Bibel und danken Gott dafür, dass er bei ihnen ist. Das wollen auch wir an jedem Sonntag in Windischgarsten tun, denn der Herr ist bei uns, wenn wir uns als Kirche – Gemeinschaft des Glaubens – in seinem Namen versammeln. Jesus bringt uns die Frohe Botschaft Gottes, und wir dürfen zu ihm kommen, auch wenn wir Fehler gemacht haben.
Immer wenn ich in der Bibel davon lese, dass die Menschen in Israel in der Wüste unterwegs sind oder vom Durst die Rede ist, erinnere ich mich an den Schrifttext aus dem Alten Testament, Ex 17,3-7, den wir am kommenden Sonntag bei allen Gottesdiensten hören werden. Erst recht wird mir klar, wie unersetzbar und kostbar eigentlich Wasser ist. Pflanzen könnten ohne Wasser nicht wachsen, Menschen und Tiere brauchen es dringender als feste Nahrungsmittel. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass die Israeliten mit Mose unzufrieden sind und schimpfen. Schließlich hat er sie überredet, aus Ägypten loszuziehen. Nun sind sie in der Wüste und haben nichts zu trinken. Voller Sorgen und Angst beschweren sie sich: „Wozu hast du uns überhaupt aus Ägypten herausgeführt, um mich und meine Söhne und mein Vieh vor Durst sterben zu lassen?“ (Ex 17,3).
Nun zweifeln die Menschen, die Mose gefolgt sind, an ihm, weil es ihnen an Wasser fehlt und sie fragen sich, ob Gott noch zu ihnen hält: „Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?“ (Ex 17,7). Ganz sicher ist Gott mit seinem Volk, denn er gibt dem Mose den Auftrag, auf einen Felsen zu schlagen, um Wasser für die durstigen Menschen zu bekommen. Weil Gott den durstigen Israeliten das lebensnotwendige Wasser gibt, können sie sich stärken und gemeinsam den Weg weitergehen. Gott nimmt die Sorgen der Menschen ernst und hilft ihnen. So zeigt Gott, dass er treu ist. Er hält zu seinem Volk und vergisst es in der Not nicht. Wenn Du heute über diese Erzählung in der Bibel nachdenkst, dann dürfen wir uns alle merken, dass Gott auch zu uns hält, und dass wir ihm unsere Sorgen und Bitten immer wieder anvertrauen dürfen.
So beten wir heute für alle Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Bitten wir für alle, die auf der Flucht sind und eine neue Heimat suchen. Für alle wollen wir beten, die mitten im Krieg und im Streit leben. Sollen wir nicht auch für jene beten, die sich von Gott und den Menschen verlassen fühlen? Immer wieder ist es gut, wenn wir für unsere Familien beten, aber auch in unseren persönlichen Anliegen. So lässt uns der Herr spüren, dass er uns nicht enttäuscht, weil er uns von Herzen liebt und deshalb treu für uns sorgt.
Und am Freitag gehen wir am Abend wieder auf unseren Kalvarienberg, um dort die Abendmesse zu feiern. Warum sollen da nicht auch Kinder mitgehen, wenn Ihr am nächsten Tag weder Schule noch Kindergarten habt? Um 19.00 Uhr treffen wir uns am Fuß des Kalvarienberges, beten dann den Rosenkranz und hören bei der Hl. Messe die Fastenpredigt „Gott stiftet Gemeinschaft“.
In Dankbarkeit für unseren gemeinsamen Glauben grüßt Euch
Euer Pfarrer Dr. Gerhard M. Wagner
