Frauenkurs 2026
Auszug aus dem Vorwort
Die Ausrichtung der menschlichen Existenz an einer guten Lebensführung, die auf richtigen Entscheidungen an mitunter krisenhaften Scheidepunkten des Lebensweges beruht, war seit der Antike Gegenstand der klassischen Ethik und ist bis heute Kern in der katholischen Morallehre.
Das impliziert, dass es falsche Entscheidungen gibt, die für das Leben heute, für die Zukunft und das ewige Heil des einzelnen Menschen verheerende Folgen haben. Ein ausdrucksvoller biblischer Bezugspunkt eines solchen existentiellen Moments der Entscheidung ist die Kreuzigungsszene mit dem guten und dem bösen Schächer. Während der eine Schächer den leidenden Christus verhöhnt: ,,Bist du denn nicht der Christus? Dann rette dich selbst und auch uns!", erkennt der andere Schächer, dessen Namen in der Tradition als Dismas überliefert ist, dass eine solche ewige Rettung - wie sie der Erlösung Delinquent sie in letzter Not vom Sohn Gottes erbittet - Reue für die begangenen Taten und vor allem auch Gottesfurcht voraussetzt. Erst danach kann vergeben werden, wenn auch nicht in dieser Welt: ,,Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst! Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein'" (Lk, 23,39-43).
Prominente christliche Autoren, Philosophen, Theologen, Psychologen und Literaten, nehmen in prägnanten Beiträgen in diesem Band dazu Stellung, wie sich menschliche Existenz unter den Bedingungen von Leid, Schuld, Sinnverlust, Gewalt und Wahrheitsskepsis heute denken, deuten und verantworten lässt. Wie erleben und bewäliten Menschen im Lichte christlicher Anthropologie persönliche Krisen und woraus erwachsen neu Verwöhnung und Frieden auch für die Gesellschaft? Gibt es überhaupt noch eine tragende Hoffnung in einer wieder zunehmend von Ungerechtigkeiten, Konflikten, Zerstörungen und Kriegen gekennzeichneten Welt?
