Gedanken zum Evangelium
'Herr zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.' (Joh 6,68)

Gedanken zum Tagesevangelium:
'Wer bist du denn?'
Im heutigen Evangelium wählt Jesus einen sehr harten und schroffen Umgangston und man stellt sich die Frage, an wen sind diese Worte gerichtet? Es heißt, dass er zu den Pharisäern spricht, aber trotzdem überlege ich mir, was da auch für uns relevant sein könnte, wie ihn der Evangelist Johannes in diesem Abschnitt sprechen lässt? 'Wer bist du denn?' Bei dieser Frage könnten wir einhacken. Das ist eine Grundfrage, die sich jede Generation der Christinnen und Christen neu stellen muss: Wer ist er eigentlich?
Wer einen Menschen kennenlernen will, muss sich auf ihn einlassen, in seine Welt mitgehen und ihn dort neu 'entdecken'. Das ist wahrscheinlich der Grund warum Jesus so abweisend reagiert. Er merkt, dass die Pharisäer sich nicht wirklich auf ihn einlassen wollen, auch nicht bereit sind ihn zu verstehen. Ständig sind sie auf der Suche nach irgendwelchem Fehlverhalten, um ihn endlich anklagen können. Wären sie nicht so verbohrt, er hätte für sie die Wahrheit, nach der sie eigentlich suchen.
Das Ziel des schwierigen Gesprächs, auf das Jesus hinaus will wäre, dass sie zu der Erkenntnis kommen, dass er kein selbsternannter Messias ist, sondern dass er von Gott gesandt ist. Er ist ganz der Vater - der Vater im Himmel! Das wäre es gewesen. Das macht uns alle zu seinen Kindern und somit zu Schwestern und Brüder. Wenn wir ein 'Vater Unser' beten, dann verbinden wir uns mit allen Menschen auf dieser Erde, mit dem Geist der Empathie und der Solidarität.
Tagesevangelium vom 31. März 2020:
'In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen? Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben. Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit euch? Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt. Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte. Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat. Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt. Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.' (Joh 8, 21 - 30)
Text: Katharina Mayr-Jetzinger / Bild: Pixabay