Gedanken zum Evangelium
'Herr zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.' (Joh 6,68)

Gedanken zum Tagesevangelium:
'Jesus erwiderte ihm: Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg.'
Wie sehr sehnen wir uns zur Zeit nach einem Wunder, welches die gesamte Coronapandemie ausser Kraft setzen könnte. Unzählbare Gebete sind diesbezüglich schon zum Himmel geschickt wurden. Könnten wir doch dadurch diese schreckliche Krankheit zum Stillstand bringen, das entsetzliche Leid, das dadurch entsteht abwenden.
Auch zu Jesus kommen immer wieder Menschen, die ein Wunder sehen wollen, ein Zeichen, ob er wirklich dieser Mann ist, von dem schon aussergewöhnliche Zeichen berichtet wurden. Nicht der Glaube führt sie zu Jesus, sondern eine Art Wundersucht. Dieses Verhalten ist für Jesus jedoch nicht Ausdruck des Glaubens, sondern bezeugt eher deren Unglauben.
Anders ist es beim königlichen Beamten im heutigen Evangelium, dessen Sohn schwer erkrankt ist. Er kommt zu Jesus weil er davon überzeugt ist, dass er seinen Sohn vom Tode retten kann. In dem Moment, wo er sein ganzes Vertrauen Jesus schenkt, geschieht dieses erhoffte Wunder: Das Fieber weicht von seinem Sohn und er erwacht wieder zum Leben. Nicht weil er ein Wunder sah, kam er zum Glauben, sondern weil er glaubte konnte dieses Wunder geschehen.
Tagesevangelium vom 23. März 2020:
'In jener Zeit ging Jesus von Samaria nach Galiläa. Er selbst hatte bestätigt: Ein Prophet wird in seiner eigenen Heimat nicht geehrt. Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er in Jerusalem während des Festes getan hatte; denn auch sie waren zum Fest gekommen. Jesus kam wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. In Kafarnaum lebte ein königlicher Beamter; dessen Sohn war krank. Als er hörte, dass Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen war, suchte er ihn auf und bat ihn, herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn er lag im Sterben. Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht. Der Beamte bat ihn: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt. Jesus erwiderte ihm: Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg. Noch während er unterwegs war, kamen ihm seine Diener entgegen und sagten: Dein Junge lebt. Da fragte er sie genau nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten war. Sie antworteten: Gestern in der siebten Stunde ist das Fieber von ihm gewichen. Da erkannte der Vater, dass es genau zu der Stunde war, als Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er wurde gläubig mit seinem ganzen Haus. So tat Jesus sein zweites Zeichen, und zwar nachdem er von Judäa nach Galiläa gekommen war.' (Joh 4, 43 - 54)
Text: Katharina Mayr-Jetzinger / Bild: Pixabay