Gedanken zum Evangelium
'Herr zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.' (Joh 6,68)

Gedanken zum Tagesevangelium:
'Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet!'
Laetare - Freue dich! Der vierte Fastensonntag ist ein besonderer: Dieser Tag kündet von der Freude auf das kommende Fest. Worauf in dieser Zeit freuen, wo wir gerade von Ereignissen überrollt werden, die uns zu mehr Sorge als zur Freude veranlassen und es nicht einmal gewiss ist, ob und wie wir das Osterfest feiern können.
Doch ich entdecke in diesen Tagen auch viele positive Zeichen, die Solidarität und Lebensfreude ausdrücken und in denen auch etwas vom Fest der Auferstehung zum Ausdruck kommt. Menschen machen sich auf ganz verschiedenen Wegen Mut und öffnen füreinander die Augen für all das, was noch alles Lebensbejahende möglich ist.
Auch das heutige Evangelium hat sehr viel Mutmachendes für uns in dieser Krise: Jesus steht mit seinem Verhalten in großer Auseinandersetzung mit den Glaubenshütern seiner Zeit. Sein Verhalten irritiert die Pharisäer, sie fühlen sich von Jesus immer wieder provoziert. Doch darum geht es Jesus gar nicht. Er will ihnen die Augen öffnen, will ihnen zeigen wer und was Gott für uns Menschen ist. Mit der Heilung des Blindgeborenen setzt er wiederum ein wichtiges Zeichen und die Heilung ist Beweis genug, dass Gott auf der Seite derer ist, die sich ihm in ihren Schwächen und Nöten ganz anvertrauen. Vertrauen wir in diesen Zeiten auf diese stärkende Botschaft: Der Glaube an Jesus bringt Licht in unser Leben.
Tagesevangelium vom 22. März 2020:
'In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Jesus spuckte auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen. Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus. Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube. Jesus sagte zu ihm: u siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.' (Joh 9, 1.6-9.13-17.34-38)
Text: Katharina Mayr-Jetzinger / Bild: Pixabay