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Das Altarbild

Als das Kircheninnere mit Ausnahme der Wand hinter dem Altar fertig verputzt war machten sich Pfarrer Glas und Pfarrer Macsady auf die Suche nach einem Künstler für das Altarbild.

Beim Besuch mehrerer neuer Kirchen machte das Wandfries der Pfarrkirche Allerheiligen in Nürnberg den besten Eindruck. Es ist das wohl größte Werk von Prof. Hans Uhl.

 

Prof. Uhl wurde aufgefordert, Entwürfe für das Altarbild zu liefern und in der Folge mit der Erstellung der Malerei beauftragt. Uhl kam mit seiner Frau nach Wels und wurde in der Johann-Strauß-Straße 42 in Kost und Quartier untergebracht.

 

Die Entwürfe, die Prof. Uhl hier ausarbeitete, entsprachen nicht immer den Vorstellungen der Vertreter der Pfarre. So war vereinbart worden, die Evangelisten in das Altarbild aufzunehmen. Die Pfarrvertreter dachten dabei an eine figürliche Darstellung, während Prof. Uhl nur die Symbole der Evangelisten in den vier "lebenden Wesen" abbildete. Prof. Uhl begründete das damit, dass auf dem Bild sowohl Christus als auch der Heilige Geist dargestellt sind. Gott Vater wäre mit seinen Haupteigenschaften in den vier lebenden Wesen repräsentiert: Kraft, Macht, Unbezwingbarkeit, Menschenfreundlichkeit, Liebe, Erkenntnisvermögen, Allwissenheit.

 

Letztlich setzte sich Prof. Uhl mit seiner Auffassung durch und Pfarrer Glas stimmte zu.

 

Der Entwurf wurde dem Kunstreferat der Diözese übermittelt, der ihn mit einer etwas eigenartigen Argumentation approbierte:

 

"Der Entwurf wurde von den Theologen begrüßt, es handelt sich um eine ausgereifte Lösung dieses Themas. (...)

Eine derartige Lösung ist in diesem architektonisch wenig befriedigenden Raum wahrlich zu begrüßen. Auch die Rundbogenüberblendung könnte durch dieses Bild erträglicher werden."

 

Wenn ich (Rudi Bittmann) heute in unserer Kirche stehe bin ich dankbar, dass nicht alles nach dem Willen des damaligen Kunstreferates geschehen ist.

Der Bildinhalt ist der Offenbarung des Johannes entnommen.

Auf einem Flammenthron sitzt der Menschensohn "mitten unter Leuchten einer, der wie ein Mensch aussieht; er ist bekleidet mit einem Gewand, das bis auf die Füße reicht. Um die Brust trägt er einen Gürtel aus Gold.

Sein Haupt und sein Haar sind weiß wie weiße Wolle, leutend weiß wie Schnee, und seine Augen wie Feuerflammen; seine Beine glänzen wie Golderz, das im Schmelzofen glüht und seine Stimme ist wie das Rauschen von Wassermassen" (Offb 1,13-15).

Der Menschensohn Christus trägt die Wundmale, die ein Zeichen des Sieges über den Tod sind.

 

Über ihm schweben sieben Zungen, Sinnbild für den Heiligen Geist mit seinen sieben Gaben. (Jes 11,2: "Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm").

 

Links und rechts von ihm stehen Bäume des Lebens. (Offb 22,2 "hüben und drüben stehen Bäume des Lebens").

 

Der ganze Raum um den Menschensohn zeigt Andeutungen von Kristallen (Offb 4,6 "und vor dem Thron war etwas wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall").

 

Unterhalb des thronenden Christus sehen wir eine lange Tafel. Den Vorsitz führt Maria, die Mutter Jesu. Zur Rechten Marias sitzt Josef (mit dem goldenen Heiligenschein) sowie weitere Apostel oder Heilige.

 

Die Tafel mit weißem Tischtuch und den leeren Hockern an der rechten Seite ist Einladung zum ewigen Hochzeitsmahl (Offb 3,20).

 

Auf den leeren Plätzen sollen einst die Gläubigen der Pfarre sitzen.

 

 

Links und rechts dieses Mittelteils sind zwei blaue Türflügel. Sie sollen den Eingang in das Reich des Lichtes kennzeichnen, die Trennung zwischen der dunklen Welt des Glaubens und der Helligkeit im ewigen Hochzeitssaal. "... die Völker werden in diesem Licht einhergehen..., ihre Tore werden den ganzen Tag nicht geschlossen" (Offb 21,24).

 

Die Türangeln bilden die vier Lebewesen. "... rings um den Thron waren vier Lebewesen voller Augen, vorne und hinten. Das erste Lebewesen glich einem Löwen (rechts unten), das zweite einem Stier (links unten), das dritte sah aus wie ein Mensch (rechts oben), das vierte glich einem fliegenden Adler (links oben)" (Offb 4,6-8).

 

 

In diesen vier lebenden Wesen wollte Prof. Uhl die Eigenschaften Gottes darstellen: Macht (Löwe), Kraft (Stier), Erkenntnisvermögen (Adler), Liebe (Mensch).

 

Gleichzeitig sind Löwe, Stier, Adler und Mensch Sinnbilder für die vier Evangelisten Markus, Lukas, Johannes und Matthäus und deuten an, dass man durch das Lesen der Evangelien, durch die Frohbotschaft und ihre Befolgung zum ewigen Hochzeitsmahl eingeht.

 

 

Der rechte Flügel zeigt unten sieben Krüge. Die segnende Hand darüber, die Hand Gottes, deutet an, dass Gott durch Christus im Heiligen Geist durch die sieben Sakramente aus dem Wasser des Lebens den Wein ewiger Freude machen kann.

 

 

Und am linken Flügel steht ein Mensch in der Dunkelheit des Glaubens. In einer Hand hat er eine brennende Kerze, das Licht des Glaubens oder auch der heiligmachenden Gnade. Mit der anderen Hand klopft er um Einlass bittend an das Tor.

 

 

 

 

Prof. Hans Uhl signierte in der linken unteren Ecke der "linken Türe" sein Werk mit der Erinnerung an seine Gattin Luzia, die im Jahr der Arbeit an diesem Bild in Wels verstorben ist.

 

Frau Luzia Uhl hatte sich bei einem Ausflug auf den Linzer Pöstlingberg einen Fuß gebrochen. Sie war schwer an Diabetes erkrankt und starb nach längerem Siechtum im Krankenhaus Wels. Während dieser Zeit hatte Prof. Uhl kaum an dem Fresko gearbeitet; er widmete sich vollkommen seiner Frau. Prof. Uhl deutete an, er hätte seine Frau im Altarbild verewigt. Es wurde immer angenommen, dass die Maria in dem Bild die Züge seiner Frau tragen würde. Tatsächlich sind die Gesichtszüge der Maria so stilisiert, dass diese Erklärung unbefriedigend ist.

Von einem Zeitzeugen, der damals, als Jugendlicher, Prof. Uhl bei seiner Arbeit oft beobachtet hat, habe ich (Rudi Bittmann) gehört, dass Uhl bei der Ausführung der Gestalt links unten, die mit dem Licht in der Hand an das Himmelstor klopft, besondere Sorgfalt betrieben hat. Prof. Uhl hat sich nie dazu geäußert, aber es liegt nahe, dass er hier seine Frau Luzia als die "Lichtträgerin" verewigt hat. Als Menschen, von dem er zuversichtlich hoffte, dass sie Eingang in diesen ewigen Hochzeitssaal finden würde.

 

Auch die Signatur, die er in unmittelbarer Nähe dieser Lichtträgerin hinterlassen hat spricht für diese Deutung.

 

 

Am 17. Dezember 1960 wurde das Altarbild durch Msgr. Franz Viehböck geweiht.

 

Zu Beginn hat das Altarbild wenig Zustimmung in der Gemeinde gefunden. Es wäre unverständlich, überladen von Symbolen.

Aber Neues findet nicht immer Zustimmung, das war damals nicht anders als heute. Für mich (Rudi Bittmann) bietet das Altarbild, je länger ich mich damit beschäftige, immer wieder überraschend Neues.

 

Von besonderer Schönheit sind die Farben, die bisher nichts von ihrer Leuchtkraft eingebüßt haben. Höchstens durch den Staub, auf den wir bei der Neugestaltung der Kirche aufmerksam geworden sind. Bei der geplanten Renovierung des Bildes wird dieser entfernt werden. Aber auch jetzt gilt: wer einmal Gelegenheit hat, bei Sonnenaufgang einen Blick in die Kirche zu werfen, wird von der Farbenpracht des Freskos überrascht sein.

 

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