Ökumenische Reise der Trauner Pfarrgemeinden nach Sizilien
Bei frühlingshaftem Wetter begleiteten nicht nur verschiedene Zitruspflanzen, auch die Überfülle der gelben Blüten der „falschen Mimose“ (Silberakazie) und des Ginsters, violett blühende Judasbäume, Aronstab und die Früchte der Japanischen Wollmispel, beeindruckende Kapokbäume und Kaktusfeigen die Reisegruppe auf ihrer fast 2000 Kilometer langen Fahrt zu ausgewählten Orten der Insel.
Gott sei Dank war das Wetter dann doch wesentlich besser als angekündigt, so konnte sogar der Ätna in seiner ganzen Pracht erlebt werden. Viele ließen sich von dem heftigen Wind nicht abhalten, den Silvestri-Krater zu umrunden, andere bestaunten die schwarze Vulkanlandschaft mit den Schneewächten und die faszinierende Stimmung auf dem Mongibello, wie der Vulkan von den Sizilianern genannt wird.
Zitronen, Ätna – und Mafia! Der Priester Guiseppe Puglisi wurde 1993 im Alter von 55 Jahren erschossen, weil er die mafiösen Strukturen vehement bekämpfte. 2013 wurde „Don Pino“ seliggesprochen. Seine Wohnung im Viertel Brancaccio und die Einrichtung „Padre Nostro“ der Jugendsozialarbeit konnten die Reiseteilnehmer:innen besuchen. Julia und Rinaldo führen durch das kleine Museum und erzählten über ihre Arbeit im Zentrum Padre Nostro. Die beiden Jugendlichen sind spürbar beeindruckt von dem Beispiel von Padre Puglisi, der für viele in Sizilien ein Vorbild im Kampf gegen die Mafia ist. Auch die Don Pino im Dom in Palermo gewidmte Kapelle wurde besucht.
Viele, viele Highlights aus der reichen Kulturgeschichte wie das Tal der Tempel und die Mosaike in der Villa Romana del Casale, die Capella Palatina im Normannenpalast und der Kreuzgang in Monreale standen auf dem Programm.
Die Besichtigung der Städtchen Erice, Cefalu und Taormina und der Barockstadt Catania ermöglichten, weitere Facetten von Sizilien zu erleben.
Auch auf den Spuren des Apostels Paulus war die Reisegruppe unterwegs. In Syrakus soll bereits 44 n.Chr. eine christliche Gemeinde gegründet worden sein, die Paulus auf dem Weg in die Gefangenschaft in Rom aufgesucht haben soll.
Von der vermutlich ältesten christlichen Kirche in Syrakus gingen die Teilnehmer:innen in einen ganz anderen Sakralbau in unmittelbarer Nähe zu den Katakomben: die Kirche Madonna della Lacrime. Diese riesige Wallfahrtskirche wurde 1994 fertiggestellt und von Papst Johannes Paul II. eingeweiht, sie hat Platz für 11.000 Besucher! Zwei so unterschiedliche beeindruckende Kirchen machten die Vielfalt Siziliens unmittelbar erlebbar.
Heilige und die von ihnen gewirkten Wunder spielen in der Kultur eine nach wie vor große Rolle. Die Stadtheilige von Catania, die Heilige Agatha, hat ihre Grabstätte in der Kathedrale. Die nach ihr benannte Mehlspeise Minne di Sant’Agata, auch als „Nonnenbrüstchen“ bekannt, findet sich in jedem Café in Catania.
In Palermo wird die Heilige Rosalia verehrt. Die Einsiedelei auf dem Ponte Pellegrino ist heute eine vielbesuchte Wallfahrtstätte. In dieser stimmungsvollen Wallfahrtsgrotte konnte die Reisegruppe am Sonntag eine ökumenische Andacht feiern.