Montag 10. Dezember 2018
Pfarre Steyr-Münichholz

Geschichte der Pfarre

Die Geschichte des Stadtteiles Steyr Münichholz begann 1938 - 39. Um die vielen Arbeitskräfte der Rüstungsindustrie unterbringen zu können, errichtete man hier die ersten Wohnblocks. Nach den damaligen Plänen sollte Münichholz eine Stadt mit bis zu 25.000 Bewohner werden, aber ohne Gotteshaus.
Als Pfarrer Josef Meindl von der Jesuitenkirche hier 1941 mit der Seelsorge unter den Menschen aus den verschiedensten Ländern Europas begann, konnte er nur geheim Taufen spenden und Gottesdienste feiern. Erst nach Kriegsende erlaubte der russische Besatzungskommandant nach langen Verhandlungen die Feier von Gottesdiensten in einer alten, wind- und regendurchlässigen Baracke. An der Haagerstraße erinnert ein kleines Denkmal daran, dass sich in Münichholz auch eine Zweigstelle des KZ Mauthausen befand; inhaftiert waren hier vor allem spanische und französische Gefangene des Hitlerregimes.

 

 

 

Mit viel Eifer hatte sich die katholische Bevölkerung von Münichholz im Herbst 1945  noch an den Bau einer Kirche gemacht, scheiterte aber am schlechten Baumaterial. So wurde im Sommer  1946 noch einmal begonnen; diese "alte Kirche" wurde im Dezember 1946 bei klirrender Kälte eingeweiht - für Pfarrer Josef Meindl war dies die Krönung seiner Mühen in diesem Stadtteil.

 

 

 

Er beendete seine missionarische Aufbauarbeit in Münichholz mit Ende des Jahres 1946 und gab die Seelsorge an die Ordensgemeinschaft der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria. Diese Ordensgemeinschaft war 1946 aus der damaligen Tschechoslowakei vertrieben worden und mit etwa 30 Patres nach Österreich geflohen. Der Bischof von Linz war froh, dass diese "Flüchtlinge" ihre Dienste in seiner Diözese anboten - und der Bischof bat sie, die Pfarre Münichholz zu übernehmen. Die Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria wurden 1816 in Südfrankreich gegründet, um das nach der französischen Revolution darniederliegende religiöse Leben wieder zu neuem Leben zu erwecken. Sie predigten vor allem "Volksmissionen", übernahmen aber auch bald Missionsgebiete in Kanada ("Eismission" bei den Eskimos), in Südfrankreich und Indien. Deutsche Oblaten hatten seit 1920 in der Tschechoslowakei Niederlassungen gegründet und dort sehr segensreich gewirkt - doch diesem Blühen wurde 1946 ein jähes Ende bereitet durch die Ausweisung aller Deutschsprachigen; auch der Oblaten. Sie fanden in Österreich eine neue Heimat und wirkten gegenwärtig in 7 Niederlassungen. Seit der "Wende" gibt es auch in der "alten Heimat" Tschechien wieder eine Niederlassung: Kremsier in Mähren. Die Oblaten nahmen sich gemäß ihrem Wahlspruch "Zu den Armen hat mich der Herr gesandt"  in Münichholz der oft armen Bevölkerung durch Lebensmittelspenden von der Pfarrcaritas als auch durch den Bau eines Pfarrkindergartens und eines -hortes an.

 

1964 wurde der Grundstein zum Bau der neuen Christkönigskirche gelegt, denn die Notkirche hatte sich als zu klein erwiesen. Dieses Gotteshaus mit nahezu 700 Sitzplätzen zählte damals zu den größten Kirchen, die nach dem Krieg in Österreich gebaut wurden. Pfarrer Alois Blumör hatte mit viel Einsatz den Bau der Kirche begleitet. Die architektonische Konzeption ist auf die wesentliche Funktion für den Gottesdienst zugeschnitten, auf Farbgebung  wurde weithin verzichtet. Den einzigen Kontrast zum grauen Sichtbeton bilden die plastische, in warmem Naturton gehaltene Holzdecke und die Bänke. Der 41 m hohe separat stehende Kirchturm ist zu einem Wahrzeichen von Münichholz geworden. Das religiöse Leben der Pfarre wird auf verschiedene Weise spürbar: Im Caritaskindergarten und -hort, im Religionsunterricht an den Schulen, in Erstkommunion- und Firm-vorbereitungsgruppen, in den Runden der Frauenbewegung, im Angebot guter Bücher in der Pfarrbücherei, in der außerschulischen Erziehungsarbeit bei Jungschar, Jugend und Pfadfindern, in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, in der Legio Mariä, in der Gestaltung der Gottesdienste, mit Ministranten, Kirchenchor und Singgruppe, Lektoren und Kommunionsspendern. Immer wieder werden auch neue Mitarbeiter für verschiedene Dienste in der Pfarre gesucht, zum Beispiel für den Krankenbesuchsdienst und die Krankenbetreuung oder auch die verschiedenen Feste und Veranstaltungen. Denn nur dann, wenn immer neue Menschen bereit sind zur Mitarbeit, bleibt eine Pfarre eine lebendige Gemeinde.

 

Pfarre Steyr-Münichholz
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Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

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