Altar
Inhalt:
Ursprünglich markierte der hohe Chorbogen vor dem Altarraum die Grenze zwischen dem Bereich Gottes, der dem Priester vorbehalten war, und der Gemeinde, die sich davor versammelte, um dem Mysterium der Messe zu folgen. Erst im 18. Jh. wuchs die Gemeinde so stark, dass sich die Kirchbänke über den Bogen hinaus nach vorne ausbreiteten. An der Grenze zwischen den beiden Bereichen erhebt sich rechts oben die Kanzel. Hier verkündete der Pfarrer als Mittler zwischen Gott und den Menschen der Gemeinde das Wort Gottes.
Gleich dreifach begegnen wir im Altarraum dem Patron unserer Kirche und der Kirche in der Welt, dem heiligen Petrus. Auf dem neugotischen Hochaltar, der 1904 anstelle eines barocken Altars errichtet wurde, kniet Petrus vor seinem Herrn und empfängt die Schlüssel des Himmelreichs und den Auftrag, auf Erden die Kirche Gottes aufzubauen. Zwei Jünger (Jakobus und Johannes) beobachten staunend die Szene.
Josefsaltar:Der Josefsaltar war eine Stiftung des Marktrichters (Bürgermeister) Franz Joseph Jetschgo (1752). Dementsprechend erinnert der heilige Josef (Patron der Arbeit und Zimmerleute) im Zentrum des Altars an seinen Stifter. Die heutige Statue wurde allerdings erst 1938 von Frau Rauch aus Altmünster geschaffen. Engel mit Zimmermannswerkzeugen begleiten ihn.
Michaelsaltar:Der Michaelsaltar entstand unter Pfarrer Michael Weillenpöck (1754-1768). Dementsprechend erinnert der Erzengel Michael mit seiner Seelenwaage im Zentrum des Altars an seinen Stifter; er war aber auch Mahnung für die Gläubigen, dass ihre Sünden am Tag des Gerichts vor Gott gewogen werden.
Leonhardsaltar:Für ihre besonderen Sorgen und Nöte fanden die Bauern ihre Helfer ursprünglich in zahlreichen Dorfkapellen, Marterln und natürlich auch in der Wallfahrtskirche St. Leonhard bei Sarleinsbach. Als diese 1780 aufgelöst wurde, wanderte der heilige Leonhard in die Pfarrkirche und fand seinen Platz im linken Seitenschiff. 1904 wurde die gotische Figur des heiligen Leonhard aus dem 15. Jahrhundert zunächst in einen neogotischen Altar eingefügt, der 1947 einem neuen Altar im neubarocken Stil weichen musste. Drei wichtige Nothelfer finden die Menschen auf dem Land auf diesem Altar vereint. Der heilige Leonhard mit der Kette ist ursprünglich der Tröster aller Gefangenen, aber für die Bauern war er immer ein Beschützer des Viehs und vor allem der Pferde. So ist er auch auf unserem Altar umgeben von allen Tieren des Bauernhofs, von Rind und Pferd, aber auch Lamm, Schwein, Huhn u.a. Unter ihm stehen die beiden Patrone der Menschen auf dem Land, links die heilige Notburga von Ratternberg (Tirol). Sie ist die Patronin der Dienstboten, Knechte und Mägde und war in ihrem Leben ein Beispiel an Pflichttreue, Nächstenliebe und Frömmigkeit. Ihr gegenüber steht der heilige Isidor von Madrid (Spanien), Patron der Bauern. Er war ein Knecht der bei aller Arbeit nie das Gebet vernachlässigte. Beide Statuen wurde unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg angefertigt und erinnern in Stil und Ausführung noch sehr stark an die Verherrlichung des "arischen" Bauernstandes in der Nazizeit.
Marienaltar:Die rechte Seitenkapelle wird heute in erster Linie der heiligen Maria gewidmet. Wo sich bis 1904 der Josefsaltar erhob, finden wir heute den neubarocken Marienaltar, den 1943 Dechant Böck anstelle eines neugotischen Vorgängers errichten ließ. Auf ihm sehen wir eine Steinskulptur der Gottesmutter (18. Jh.), die früher über der Quelle von Maria Bründl in Putzleinsdorf stand, bis sie über die Kapelle in Lämmerdorf den Weg in unsere Kirche fand. Hier sehen wir Maria als glückliche Mutter; das Kind klettert auf ihrem Arm zu ihrem Gesicht hoch und hat seine Mutter sehr lieb. Umgeben ist sie vom göttlichen Strahlenkranz, in dem wir die Bilder und Symbole für Maria finden, die noch heute in der Lauretanischen Litanei gebetet werden: den Stern als Tröster der Verirrten, die Himmelspforte, durch die wir eintreten, den Turm Davids, der uns vor dem Bösen schützt, u.v.m.