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Pfarre Roitham am Traunfall
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So. 16.08.26

50 Jahre Goldhauben- und Kopftuchgruppe Roitham

Maria Himmelfahrt 15. August 2026

Das Hochfest Maria Himmelfahrt mit Kräuterweihe und ein besonderes Jubiläum durften wir Goldhaubenfrauen heuer am 15.08.2026 feiern. Die Goldhauben- und Kopftuchgruppe Roitham am Traunfall gibt es nunmehr seit 50 Jahren. Ins Leben gerufen wurde sie 1976 von Frau Anna Pülzl. Sie folgte damit einem in den 60er und 70er Jahre aufkommendem neuen Aufschwung die Goldhaube und die dazugehörende Tracht wieder auszuführen.

Die Kopfbedeckung an sich hat in der Geschichte der Menschheit schon immer Symbolkraft. Sei es im alten Testament als Krone für Könige oder Priester oder später hierzulande als Haube, Kopftuch oder Hut zur Sichtbarmachung der Standeszugehörigkeit und konnte nicht beliebig von jedermann getragen werden. Das Tragen einer Kopfbedeckung war für verheiratete Frauen nicht nur im Christentum üblich und sollte, ähnlich dem heutigen Ehering ausdrücken, dass Frau „unter der Haube“ war.

Prunkvolle Hauben mit Gold, Perlen oder Borten waren lange dem Adel vorbehalten. Erst im Zeitalter der Aufklärung wurde durch ein Gesetz Maria Theresias die Anschaffung von Kleidung und Kopfbedeckung nicht mehr durch den Geburtstand bestimmt, sondern war nun nur mehr durch die Möglichkeiten des eigenen Geldbeutels begrenzt.

Die Goldhaube, wie wir sie hierzulande kennen, ist als Linzer Goldhaube bekannt und entstand Ende des 18. Jahrhunderts in ihrer heutigen Form mit dem langen Flügel nach hinten und dem kleinen Knauf. Sie galt damals als Statussymbol der reichen Städterinnen und erlebte in den 1960er Jahren einen neuen Aufschwung und wurde 2016 ins Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

 

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    Kurzes Goldhaubenglossar

    Die Goldhaube

    Im wirtschaftlich aufstrebenden Land Oberösterreich entwickelte sich in den Städten, besonders aber in Linz, im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts eine Flügelhaube mit steifem, großflächigem Flügel, für die sich der Name Linzer Haube etablierte.

     

    Das Mädchenhäubchen

    Das Mädchenhäubchen wurde auf Initiative der Goldhauben-, Kopftuch- und Hutgruppen in Oberösterreich in den 1980er Jahren entwickelt, um den jüngsten Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, bei festlichen Anlässen mit dabei zu sein.

     

    Das Gold- oder Mädchenband

    Um die Lücke zwischen dem Mädchenhäubchen und den Goldhauben zu schließen wurde für die 14 bis 25jährigen Mädchen in den letzten Jahren das sog. Mädchenband entwickelt.

     

    Perl- oder Florhaube

    Als „Schwester“ der Goldhaube bekannt, kam sie zwischen den 1830er und 1850er Jahren in Mode. Durch die Verwendung von Tüllspitze und überwiegend schwarzen Perlen, war sie die etwas günstigere Variante.

     

    Das Kopftuch

    Kopftuchgruppe Roitham am Traunfall 19

    Ursprünglich als Arbeitskopfbedeckung werktags getragen, wurde das Kopftuch aus kostspieligeren Materialien wie Seide zum Kirchgang oder zu anderen festlichen Gelegenheiten getragen.

     

     

    Hier in Roitham folgten nach Anna Pülzl als Obfrauen Frau „Traudi“ Ortner, Frau Sylvia Huber, Frau Madeleine Eiersebner bis zur derzeitigen Obfrau Frau Monika Gruber nach. Alle diese Frauen tragen mit den Mitgliedern der Goldhauben- und Kopftuchgruppe mit der Brauchtumspflege oder dem Verschönern der Feste im Jahresverlauf sowie durch sozial-caritative Tätigkeiten und dem Organisieren der Agape bei der Erstkommunion und Firmung zu einem gelingenden Miteinander in Roitham bei.

    Den Duft der Kräuter und die Freude über das gemeinsame Arbeiten unter Frauen in den vergangenen 50 Jahren teilen wir auch in der Zukunft gerne mit euch und wünschen euch, dass mit den Kräuterbüscherl sich Gottes Segen und Schönheit in die Häuser, Wohnungen und Ställe ausbreitet.

    Text: Katharina Nickel
    Fotos: Claudia Huemer, Maria Pichlmann, https://www.ooe-goldhauben.at

     

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    Leben in Fülle
     

    Inmitten der Schönheit der Natur öffne ich meine Augen für dich, Gott.
    Ich lausche dem Lied deiner Schöpfung:
    Dem Säuseln des Windes, dem Singen der Vögel, den Geräuschen und der
    Stille und der Stimme des Herzens.
    Der Klang deiner Fülle berührt mein Herz.

    Inmitten der Schönheit der Natur öffne ich meine Augen für dich, Gott.
    Ich schaue das Wunder deiner Schöpfung: Die Vielfalt der Wesen,
    die Buntheit der Farben, die Phantasie deiner Liebe und die Kraft alles Lebendigen.
    Die Größe deiner Fülle berührt mein Sein.

    Inmitten der Schönheit der Natur öffne ich meine Sinne für dich, Gott.
    Ich ahne das Geheimnis deiner Schöpfung: den Windhauch der Liebe,
    die Zärtlichkeit des Wunders, den Atem der Ewigkeit und das Geheimnis in allem, was lebt.
    Die Zartheit deiner Fülle berührt meine Seele.

    Inmitten der Schönheit der Natur öffne ich mein Herz für dich, Gott.
    Ich erfahre mich als Teil dieser Schöpfung: ihres Sehnens und Hoffens,
    ihres Leidens und Ringens, ihrer Erfülltheit und Freude und all ihres
    Werdens hin auf dich;
    Das Wunder deiner Fülle berührt mein Sein.

    Marianne Pichlmann


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    pfarre.roitham@dioezese-linz.at
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