Gemeinsam Zukunft gestalten
Am 22. und 23. Jänner traf sich der gesamte Pfarrgemeinderat zu einer zweitägigen Klausur im Bildungshaus Greisinghof, um gemeinsam Prioritäten, Visionen und Schritte für das kommende Jahr zu entwickeln. Begleitet wurde die Klausur – wie bereits im vergangenen Jahr – von Bernhard Rudinger, Personal- und Organisationsentwickler in der Diözese Linz, der zu Beginn seine Wertschätzung vieler Wahrnehmungen ausdrückte und im spirituellen Impuls sichtbar machte:
Unsere Pfarrgemeinde sei mit ihren zahlreichen engagierten Ehrenamtlichen wie „eine Stadt die auf einem Berge liegt, und kann nicht verborgen bleiben“. (vgl Mt 5,13-16)
Der vielfältig zusammengesetzte Pfarrgemeinderat, in dem alle Generationen vertreten sind, zeigt eindrucksvoll die Lebendigkeit unserer Pfarrgemeinde. Er ist Impulsgeber und „Salz der Erde“ für das, was in unserer Gemeinschaft wächst, schmeckt und aufblüht.
Motivierend für viele, die sich im Pfarrgemeinderat oder im Seelsorgeteam engagieren, ist die besondere Atmosphäre des Miteinanders: Freude am Tun, Offenheit, gegenseitige Unterstützung und das Gefühl, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen
Dass das gelingt, zeigt sich beim Zurückschauen auf das vergangenen Jahr, wo sich vieles verändert hat: durch den Tod von Pfarrer Engelbert Leitner und das Hineinwachsen in eine neue Struktur mit der Errichtung der am 1. Oktober 2025 errichteten Pfarre Perg.
Ein starkes Zeichen der Wertschätzung war die Teilnahme von Pfarrer Konrad Hörmanseder, der sich am gesamten Samstag an den Themen beteiligte, die sowohl den Pfarrgemeinderat als auch die ganze Pfarrgemeinde bewegen. Seit Weihnachten nutzten zudem viele Gemeindemitglieder die Möglichkeit, Anliegen und Rückmeldungen zur Arbeit des Pfarrgemeinderates einzubringen. Diese Stimmen flossen direkt in die Klausur ein.
Ein starkes Team – mit Freude und Engagement
Wie selbstverständlich Teamarbeit gelebt wird, zeigte sich in den gruppendynamischen Übungen, die mit Humor und Kreativität gelöst wurden und auch Klausurbegleiter Bernhard Rudinger verblüfften. Und wie selbstverstänlich es ist, aktiv Pfarrgemeinde zu gestalten, zeigte sich darin, dass sich jede und jeder Zeit für diese zweitägige Klausur genommen hat – ein Zeichen großer Verbundenheit, das keine Selbstverständlichkeit ist.
Besonders freuten sich alle, dass Lisa Gierlinger für die Katholische Jugend sowie Severin Kierlinger-Seiberl für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit ab sofort als Pfarrgemeinderäte mitwirken - sie wurden angelobt - und werden den Pfarrgemeinderat mit wertvolle neuen Perspektiven, Kompetenzen und frischen Blick bereichern.
Die Ernte dieser Klausur:
Aus dieser Klausur nehmen wir als Pfarrgemeinderat den gemeinsamen Wunsch und Auftrag mit, die begonnenen Schritte weiterzugehen. Im Geiste des Evangeliums und im Sinnne von „Kirche weit denken“ wollen wir Räume eröffnen, in denen Menschen wachsen können, in denen Vertrauen entsteht und in denen der Glaube sichtbar wird.
Wir wissen: auf diesen Schritt werden viele weitere folgen – von der Klärung konkreter Themen über das Weiterdenken pastoraler Schwerpunkte bis hin zum Finden und Einsetzen neuer Arbeitsgruppen und Fachteams, die mit ihren Charismen und Kräften das Pfarrgemeindeleben in Ried in der Riemark mitgestalten. So gehen wir als Pfarrgemeinderat gestärkt unseren Weg weiter: hoffnungsvoll, aufmerksam, miteinander und füreinander und in der Zuversicht, dass Gott in unserer Mitte wirkt und uns begleitet.
Aus dieser Haltung heraus ist in der Klausur auch eine Perspektive gewachsen, die uns leitet und inspiriert – eine innere Orientierung, die uns hilft, Kirche weit(er) zu denken und unser gemeinsames Wirken auszurichten auf:
- Eine Pfarrgemeinde, die Kinder und Jugendliche stärkt, indem sie Räume schafft, in denen junge Menschen wachsen, glauben, sich ausdrücken und Verantwortung übernehmen können
- Eine Pfarrgemeinde, die eine Pastoral entwickelt, die die Vielfalt der Lebenssituationen ernst nimmt und Menschen in ihren konkreten Fragen, Hoffnungen und Bedürfnissen begleitet – aufmerksam, zugewandt und verbindlich.
- Eine Pfarrgemeinde, die offen und wertschätzend auf jene zugeht, die in Ried in der Riedmark neu ankommen, und ihnen eine Heimat bietet, in der Vertrauen wachsen darf.
- Eine Pfarrgemeinde, die eine Kultur der Gastfreundschaft und Dankbarkeit lebt, in der Menschen sich willkommen, getragen und verstanden fühlen.
- Eine Pfarrgemeinde, die solidarisch mit älteren Menschen und jenen ist, die Unterstützung brauchen – getragen von unserer Tradition, verwurzelt im Glauben und als Ausdruck einer Gemeinschaft, die füreinander da ist.
- Eine Pfarrgemeinde, die Gottesdienste bewusst und gemeinschaftlich feiert, sodass Glaube spürbar, erfahrbar und stärkend wird und Menschen aus verschiedenen Lebenswelten verbindet.
- Eine Pfarrgemeinde, die ihre Gebäude achtsam und verantwortungsvoll nutzt, weil sie Orte der Begegnung, des Gebets und der Gemeinschaft sind.
- Eine Pfarrgemeinde, die partnerschaftlich und verlässlich mit vielen zusammenarbeitet und Brücken zur Pfarre Perg und ihren Pfarrteilgemeinden baut, Kooperationen mit dem Stift St. Florian, den Vereinen und der Gemeinde sucht und pflegt und so zeigt, wie Kirche in der Gesellschaft präsent und wirksam sein kann.
- Eine Pfarrgemeinde, die durch kreative und vielfältige Öffentlichkeitsarbeit sichtbar macht, was in unserer Pfarrgemeinde geschieht, wächst und aufblüht – und die damit Zeugnis gibt für eine Kirche, die sich weitet, erneuert und Hoffnung schenkt.