

I erzähl euch jetzt a bisschen vom Leben unserer Mami.
Geboren wurde sie am 11. März 1933 als 3. von 6 Kindern beim Mechtl in Sumetsrad.
Nach der Volksschule kam sie zum Dienst zum Moar z'Sumetsrad.
Wenn sie so von ihrer Kindheit und Jugend erzählt hat, sagte sie immer
„ghabt hama gar nix und schwa hama arbeiten müssen, aber unglücklich hama weng dem a ned gwen.“
Am 2.Mai 1960 hat sie dann unseren Papa an Schild Franz geheiratet, und ist zum Weber z'Loh gekommen. Vom Papa seiner 1. Ehe sind schon 2 Buben da gewesen, da Rudi und da Franzi. Einen Unterschied zu ihren eigenen Kinder hats nie gegeben.
1961 hat sie dann der erste Schicksalsschlag erreicht. Ihr 1. Kind, der Alfred ist bei der Geburt gestorben, geredet hat sie über das nicht gerne, aber einmal als ich sie gefragt hab, es ist vielleicht 10 Jahre her, da hat sie gesagt, dass sie es noch immer nicht überwunden hat, weil sie ihn ja nie gesehen hat und sich nicht verabschieden konnte. Ich hoffe dass jetzt beieinander sind. Dann kamen die Jahre des Aufbaus von Stall, Stadl und Haus. Kinderglück hat sich 1964 eingestellt, da bin ich gekommen, 1969 Gerti und 1971 der Manfred.
1972 war dann der 2. Schicksalsschlag, Rudi ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. An dem hat sie glaube ich ganz lange gehadert, als ich schon größer war hat sie oft gesagt, „hed i do nu was gsagt zu ihm, wie er beim Stall vorbeigegangen ist, 2-3 Sekunden wanns gwen, daun wa des ned passiert.“
Die Jahre vergingen, wir wuchsen heran, hatten eine schöne Kind- und Jugendzeit mit unseren Eltern. Dann kam das Jahr 1981, Christian und ich bekamen unsere 1. Kind, Christoph. Da ich noch sehr jung war und immer schon Krankenschwester werden wollte, hat sie für 3 Jahre die Aufsicht von Christoph übernommen. Und das hat sie ausgezeichnet gemacht. Christoph hat gesagt als er schon größer war, es ist ihm bei da Oma nix abgegangen.
Gleichzeitig hat sie in diesen Jahren auch noch ihre Schwiegereltern bis zu ihren Tod gepflegt und die Landwirtschaft hatte sie auch noch.
1985 bis 1988 kamen dann wieder ruhigere Jahre. Ein Highlight für sie 1987, unsere Eva ist geboren, sie strahlte. Dann kam der nächste Schicksalsschlag. Papa hatte eine Gehirnblutung, und war von da an halbseitig gelähmt und musste gepflegt werden. Das hat sie 14 Jahre lang gemacht. Das kann man sich, wenn man nicht in der Situation ist, gar nicht vorstellen was diese Frau geleistet hat. Sie musste auf sehr viel verzichten. 2002 im Jänner ist dann Papa gestorben. Da ist sie momentan in ein Loch gefallen, war sogar leicht depressiv, weil sie nichts mehr zu tun hatte. Aber dann. Aber dann kamen schöne Zeiten auf sie zu, 2002 im März ist Tobias geboren, 2002 im Oktober Elke, 2004 im Mai Leonie und 2007 im April Valentin. Ihre Welt war wieder in Ordnung, sie hatte das Gefühl gebraucht zu werden für und von ihren Enkeln.
Als Eltern ist man ja auch mal froh wenn man die Kinder bei der Oma lassen kann.
Und den Job hat sie mit absoluter Liebe ausgeführt. 2014 ist dann ihre Urenkelin Paula zur Welt gekommen, wieder ein Highlight in ihrem Leben. 2016 hat sie dann trotz beginnender Schwäche noch 2 sehr schöne Erlebnisse gehabt. Im Juni ist ihr 7. Enkel Sebastian zur Welt gekommen und Christoph hat seine Silvia geheiratet.
Am 9. November hatte sie dann eine schwere beidseitige Lungenembolie, von der sie sich nicht mehr erholt hat, und am 10. Jänner verstorben ist.
Ihre letzten 2 Monate hat sie im Bett verbringen müssen auf Grund ihrer körperlich Schwäche. Gejammert hat sie trotzdem nicht, nur gesorgt hat sie sich, weil wir so viel Arbeit mit ihr haben, dabei haben wir gar nicht so viel Arbeit gehabt, weil sie so brav und genügsam war. Die schönsten Momente in dieser Zeit waren für sie wenn ihre Enkel gekommen sind. Wenn wir ihr den Sebastian ins Bett gelegt haben, da hat sie gestrahlt. Einmal ist Eva gekommen und sie hat zur Oma gesagt, dass ihr so kalt ist. Da hat Oma zu ihr gesagt: „Leg de hoid eina zu mir“, gesagt getan – schön warm war es bei ihr im Bett. Jetzt muss ich euch auch noch sagen, dass sie auch schimpfen können hat. Wenn wir viel fort gefahren sind, dass hat sie gar nicht mögen, weil sie sich immer Sorgen um uns gemacht hat. Geschimpft hat sie auch wenn Manfred nicht ins Holz gegangen ist, wenn sie es sich eingebildet hat, weil sie ja sonst im Winter kein Holz zum Heizen haben, oder wenn Franz ihrer Meinung nach keine „Weachtahose“ zu Hause anhatte. Eine ganz große Rolle in ihrem Leben spielte auch der Glaube, ohne den hätte sie ihr Leben wahrscheinlich nicht so meistern können. Als sie nicht mehr in die Kirche gehen können hat, hat sie sich um ihr Seelenheil gesorgt. Ich hab dann immer zu ihr gesagt, da braucht sie sich keine Gedanken machen, weil wenn so ein Mensch wie sie nicht in den Himmel kommt, wer sollte dann hinkommen. Geglaubt hat sie es mir nicht recht.
Eine ganz große Charakterstärke war auch ihre große Hilfsbereitschaft. Beispielsweise war sie wegen großer Kreuzschmerzen im Krankenhaus und in ihrem Zimmer eine etwas ältere, schon sehr betagte Frau, die es nicht erwarten konnte, dass ihr die Schwestern beim Waschen helfen, also hat sie das übernommen, obwohl sie selbst große Schmerzen hatte. „Ist schon gegangen hat sie gesagt und den Schwestern hab ich auch geholfen, weils so drawig waren.“ Das war unsere Mami, es gebe noch ganz viele Geschichten.
Sie war a ganz starke, herzensgute, sehr genügsame und hilfsbereite Frau, die wir immer in unserem Herzen weiter tragen werden.