Sternsingeraktion 2013 - Fokus Äthiopien
Sternsingen – Routen 2013
27. Dezember 2012: Wulln, Wögersdorf, Kramsreith, Daglesbach, Berg, Egnersdorf
28. Dezember 2012: Pernersdorf, Pfann, Glotzing, Mitterweg
02. Jänner 2013: Bründl, Holzreith, Streinesberg, Neundling, Kaindlsdorf, Sonnenweg, Lindenweg, Schulstraße, Josef-Hofer-Weg,
Spitalstraße, Färberstraße, Bachweg, Neumühle, Flurstraße, Mühlenweg, Hanriederstraße
03. Jänner 2013: Moos, Vernatzgersdorf, Krien
Markt, Halfingerweg, Seilerweg, Bründlstraße, Winkelweg, Ameisbergstraße
04. Jänner 2013: Männersdorf, Höhenweg, Dorfstraße, Erlenweg, Neubau, Angerweg, Stelzlmühle, Bleicherweg
Kronewittet, Mangstraße, Peyrerstraße, Fischerweg, Fischerhäusl, Fischerberg, Gartenstraße, Baderfeld
Mit den Spenden der Sternsingeraktion werden jährlich rund 500 Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützt. Um den konkreten Nutzen der Projektarbeit anschaulich zu vermitteln, werden Beispielprojekte ausgewählt, die in der Öffentlichkeit mit Hintergrundinfo zum Land dargestellt werden. Für die Sternsingeraktion 2013 kommen diese Projekte aus Äthiopien.
Fokus Äthiopien
Äthiopien ist wie kein anderes afrikanisches Land von großen Gegensätzen geprägt. Mit über 1 Mio. km2 bietet das Land - außer einem fehlenden Zugang zum Meer - alle nur erdenklichen Klimazonen. Es reicht vom Hochland, das auf über 4.000 m hinaufsteigt, zu tropischen Regenwäldern im Westen, trockenen Savannen und Wüsten im Osten und Süden. Es ist Heimat für eine unglaubliche Vielfalt an unterschiedlichen Gesellschaften. Das Christentum, das schon im 4. Jhdt. Fuß fasste und der Islam sowie traditionelle afrikanische Religionen leben seit vielen Jahrhunderten in diesem Land zusammen.
Äthiopien ist eines der ärmsten Länder Afrikas. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei ungefähr 120 USD und ist somit eines der niedrigsten weltweit. Neben dem Pro-Kopf-Einkommen gibt es noch andere Faktoren, die auf die Armut in diesem Land hinweisen. So sind die Kindersterblichkeits- und die Analphabetenrate sehr hoch. Die Infrastruktur, vor allem bezüglich der sanitären Einrichtung, der Wasserversorgung und der Bildungseinrichtungen, gilt als sehr schlecht und ist nur einem geringen Prozentsatz der Bevölkerung zugänglich. Als besonders von der Armut betroffen gelten Menschen, die in ländlichen Gebieten wohnen und hier vor allem Frauen und Kinder. Durch die wirtschaftlich schlechte Lage in Äthiopien gibt es kein staatliches soziales Auffangnetz.
Blitzlicht – Straßenkinder* in Äthiopien
In Äthiopien leben mindestens 300.000 Kinder auf den Straßen der Städte. Sie fliehen vor dem Elend und der Gewalt in ihren Elternhäusern. Viele haben Eltern durch HIV/AIDS verloren, andere sind vor Dürre oder Krieg in die städtischen Slums geflüchtet.
Das Überleben auf der Straße ist hart, es ist ein täglicher Überlebenskampf, geprägt von Nahrungsmangel, Krankheiten, schwerer Kinderarbeit und sexualisierter Gewalt. Besonders die Mädchen leben in ständiger Angst vor Überfällen und Vergewaltigungen. Nässe und Kälte, aber auch verdorbenes Essen und fehlende medizinische Versorgung führen zu Krankheiten.
Die Gefahr einer HIV-Infektion ist groß. Drogen sind auf der Straße immer in erreichbarer Nähe und werden zur Betäubung des Hungergefühls für die Kinder attraktiv. Die Polizei ist den Straßenkindern meist keine Hilfe, sondern verjagt die Mädchen und Buben oft gnadenlos. Einige wandern ins Gefängnis. Ohne jede Betreuung geraten viele Kinder mit den Gesetzen in Konflikt.
(Der Begriff Straßenkinder wird sowohl für Kinder benutzt, die auf der Straße arbeiten, aber noch bei ihren Familien wohnen, als auch für Kinder, die keinen Kontakt zu ihren Familien haben. Sie arbeiten und leben ganz auf sich gestellt auf der Straße.)
Blitzlicht - Situation von Frauen in Äthiopien
Die Situation von Frauen ist oft von körperlich sehr harter Arbeit, Benachteiligung und Bevormundung, von traditioneller Rollenzuschreibung und Gewalterfahrungen geprägt. Etwa 85 % aller Frauen in Äthiopien leben auf dem Land. Sie und ihre Familien leben von Subsistenzlandwirtschaft, von dem was sie für sich selbst anbauen, und sind eingebunden in ihre jeweilige ländliche Gemeinschaft.
Die Arbeit ist hart und körperlich anstrengend: Wasser und Feuerholz oft viele Kilometer weit nach Hause zu tragen, ist Sache der Frauen und Mädchen. Obwohl sie somit mindestens die Hälfte der Arbeitslast tragen, werden sie, was z B. Besitzrecht und Erbe angeht, trotz vorhandener Gesetze noch immer benachteiligt.
Die Frauen gebären im Durchschnitt 6 Kinder. Genitalverstümmelung(FGM) ist gesetzlich verboten, wird aber dennoch in vielen Regionen des Landes weiter praktiziert. Etwa 45 % aller Mädchen und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren sind beschnitten. Auch die sehr frühe Verheiratung von Mädchen ist ein großes Problem.
Äthiopien - Zahlen und Fakten
Fläche: 1.104.300 km² (Österreich: 83.871 km²)
Bevölkerung: rd. 90 Millionen (Österreich: 8,3 Millionen)
Sprachen: rund 80 Sprachen werden in Äthiopien gesprochen, Amtssprache auf Bundesebene ist Amharisch, das von etwa 20 Mio. Menschen gesprochen wird.
Bevölkerungswachstum: 2,4 % (Österreich: 0,14 %)
Analphabetismus: 57,3 % (Österreich: 2 %)
Schulbesuch: nur 41 % der Kinder besuchen eine Grundschule, 10 % besuchen eine weiterführende Schule. Bei Mädchen ist dieser Anteil noch niedriger als bei Buben
Armut: 39 % der Bevölkerung haben weniger als 1,- € pro Tag zum Leben.
Ernährung: 46 % der Bevölkerung sind unterernährt
Lebenserwartung: 58,7 Jahre (Österreich 80,1 Jahre)
Human Development Index (HDI): Rang 174 von 187 (Österreich: Rang 19)
Gesundheitsversorgung: 3 Ärzte/innen pro 100.000 Einwohner/innen (Österreich 478)
Quelle und weitere Informationen:
http://www.sternsingen.at