Das zweite Vatikanische Konzil
Über 2500 Bischöfe trafen sich zu vier großen Sitzungsperioden, die jeweils im Herbst begannen und rund zwei Monate dauerten.
Die Eröffnung des Konzils war am 11. Oktober 1962. In seiner Eröffnungsrede „Gaudet Mater Ecclesia“ stellte Papst Johannes XXIII. das Ziel des Konzils vor. Zur Verkündigung der Lehre sagte er: „Ja, diese Lehre … muss so erforscht und ausgelegt werden, wie unsere Zeit es verlangt.“ Durch eine „Verheutigung“ (aggiornamento) des Glaubens und der Kirche sollten sowohl die Kirche als auch der Glaube der Menschen „einen Sprung nach vorne“ machen. Die wichtigsten Ergebnisse des Konzils waren bzw. sind: die Öffnung der Kirche zur Welt und eine positive Sicht der Welt, eine neue Sicht von Kirche als Gemeinschaft bzw. wanderndes Volk Gottes und Heilszeichen für die Welt, Betonung des gemeinsamen Priestertums aller Gläubigen, Würdigung der Laien, Erneuerung und Vertiefung der Liturgie, Wertschätzung der Gewissens- und Religionsfreiheit, Wertschätzung der anderen Religionen und was ihnen „wahr und heilig ist“.
Die Texte und Reformanliegen wurden mit einer Zustimmung von weit über 90 Prozent verabschiedet. Nach dem Tod Johannes XXIII. am 3. Juni 1963 wurde Giovanni B. Montini zum Papst gewählt.
Als Paul VI. führte er das Konzil weiter und beendete es am 8. Dezember 1965. Unter anderem wurde am Ende des Konzils eine Botschaft des Papstes an die Jugend verlesen.
Hier heißt es: „Die Kirche hat vier Jahre daran gearbeitet, ihr Gesicht zu verjüngen, um besser den Absichten ihres Gründers Christus zu entsprechen, der ewig jung und lebendig ist. … Besonders für Euch, die Jugend, hat die Kirche mit ihrem Konzil ein Licht entflammt, ein Licht, das die Zukunft erhellen soll, Eure Zukunft.“
(Text: Dr. Stefan Schlager)