3. Adventsonntag
Es war einmal ein Mann, der besaß ein Haus, einen Ochsen, eine Kuh, einen Esel und eine Schafherde. Der Junge, der die Schafe hütete, besaß einen Hund, einen Rock aus Wolle, einen Hirtenstab und eine Hirtenlampe.
Auf der Erde lag Schnee. Ein kleiner Stern leuchtete am Himmel. Es war kalt und der Junge fror sehr. Auch der Rock aus Wolle schützte ihn nicht vor der großen Kälte.
„Kann ich mich in deinem Haus wärmen?“ bat der Junge den Mann.
„Ich kann meine Wärme nicht teilen“, sagte dieser, „das Holz ist teuer“ und er ließ den Jungen in der Kälte stehen.
Der kleine Stern am Himmel sah dies und er begann besonders hell zu leuchten. Da sah der Junge den Stern am Himmel in seiner schönsten Pracht. So ein Leuchten sah er noch nie bei einem Stern. Er nahm seinen Hirtenstab und seine Hirtenlampe und machte sich auf den Weg.
„Ohne den Jungen bleibe ich nicht hier“, sagte der kleine Hund und folgte seinen Spuren.
„Ohne den Hund bleibe ich nicht hier“, sagte der Esel und folgte seinen Spuren.
„Ohne den Esel bleibe ich nicht hier“ sagte die Kuh und folgte seinen Spuren.
„Ohne die Kuh bleibe ich nicht hier „ sagte der Ochse und folgte seinen Spuren.
„Ohne den Ochsen bleibe wir nicht hier“ sagten die Schafe und folgten seinen Spuren.
„Es ist auf einmal so still“ sagte der alte Mann zu sich, als er sich am warmen Feuer wärmte. Er rief nach dem Jungen, aber er bekam keine Antwort. Er ging in den Stall. Aber der Stall war leer. Er schaute in den Hof hinaus aber auch die Schafe am Hof waren verschwunden.
„Der Junge ist geflohen und hat alle meine Tiere mitgenommen“ schrie der Mann ganz laut, als er im Schnee die Spuren des Jungen, des Hundes, der Schafe, des Ochsen, der Kuh und des Esels bemerkte.
Doch kaum hatte der Mann die Verfolgung aufgenommen begann es zu schneien. Dann erhob sich ein gewaltiger Sturm, der dem Mann bis in die Kleider kroch und auf seiner Haut biss. Bald wusste er nicht mehr, wohin er sich wenden sollte und er versank immer tiefer in den Schnee. Der Schnee deckte alle Spuren zu. Der Mann stöhnte und jammerte: „Ich kann nicht mehr“. Er schrie ganz laut um Hilfe.
Plötzlich hörte es auf zu schneien und der Mann sah einen wunderschönen kleinen Stern am Himmel, der besonders leuchtete. Er dachte: „Was ist das für ein schöner großer leuchtender Stern“.
Der Stern stand über einem Stall, mitten auf dem Feld. Durch ein kleines Fenster drang Licht einer Hirtenlampe aus dem Stall. Der Mann ging darauf zu. Als er die Türe öffnete, fand er alle, die er gesucht hatte: die Schafe, die Kuh, den Ochsen, den Esel, den kleinen Hund und… den Jungen.
Sie waren alle um eine Krippe versammelt in der Krippe aber lag ein Kind. Es lächelte ihm entgegen, so als ob es ihn erwartet hätte. „Ich bin gerettet“ sagte der alte Mann und kniete neben dem Jungen vor der Krippe nieder. Am anderen Morgen kehrten der Mann, der Junge, der Hund, der Ochse, der Esel, die Kuh, die Schafe wieder zurück nach Haus. Es war kalt und Schnee lag.
„Komm ins Haus“ sagte der alte Mann zu dem Jungen „Ich habe genug Holz für uns beide. Komm wir teilen uns die Wärme“.
Oben am Himmel sah ein kleiner Stern zu.