Geschichte für den 2. Adventsonntag
In seiner einsamen Hütte auf einem Berg stand immer eine brennende Kerze im Fenster und man erzählte sich das Gerücht, dass diese Kerze nie verlöschen könnte.
So machten sich viele Menschen auf, um sich das Licht des Weisen zu holen.
Eines Tages kam ein kleiner Junge, dessen Vater gestorben ist. Müde und traurig stieg der Junge den Weg zur Hütte empor, seinen Blick immer auf das Licht im Fenster gerichtet. „Ich komme zu dir, alter Mann um deine Hilfe zu erbitten.“ sprach der Junge. „Ich bin sehr traurig, ich habe die Freude verloren. Gib mir bitte von deinem Licht, vielleicht kann es mein Leben wieder etwas hell machen.“
„Ich kann dir von meinem Licht gerne geben“, so sprach der alte Weise zu ihm. „Aber höre mein Junge. Dieses Licht ist nur ein Abglanz des Lichtes, das in dir selber brennt. Du musst lernen, dieses innere Licht in dir wieder zu entdecken. Geh nach Hause und schaue oft auf das Licht.“
So tat es der kleine Junge. Immer wenn er vor de Kerze saß kamen ihm viele Gedanken. Manchmal, so dachte er wurde seine Traurigkeit nur noch größer. Manchmal fühlte er sich getröstet und froh.
Eines Tages, als er wieder vor der Kerze saß, war ihm, als hörte er diese Worte: „Fürchte dich nicht, Ich bin bei dir. Hab Mut, alles wird gut.“
Er wusste nicht, ob jemand diese Worte gesprochen hatte oder ob er sich diese Worte nur eingebildet hatte. Ganz gleich, wie es war, diese Worte veränderten sein Leben plötzlich. Sie klangen in seinem Herzen und er begann das Leben wieder neu zu sehen.
Und als eines Tages die Kerze auf seinem Tisch ganz klein zusammen gebrannt war, da wusste er, dass er sie gar nicht mehr brauchte, weil das Licht nun wieder in seinem Herzen brannte.