Nachruf Hedwig Schaubmayr

„Wenn Gott uns heimführt aus den Tagen der Wanderschaft, uns heimbringt aus der Dämmerung in sein beglückendes Licht, das wird ein Fest sein!“ (Martin Gutl)
Mit den Worten des Dichters und Priesters Martin Gutl wollte ich beginnen, denn sie drücken eine große Zuversicht aus, die trotz aller Trauer über das Heimgehen unserer Frau Hedwig Schaubmayr hindurchleuchet wie die Morgendämmerung durch den Nebel dringt.
Die gute Seele unseres Pfarrhofes hat ihre Wohnung verlassen.
Wir wussten, dass dieser Tag kommen würde, früher oder später. Und wir sind dankbar für die lange Zeit, die unsere Hedi – wie sie hier liebevoll genannt wurde – für die vielfältigen Aufgaben rund um Pfarrgemeinde, Pfarrhof und Pfarrkirche im wahrsten Sinn des Wortes da war.
Einfach da sein, das war ihre Art. Sie machte nicht viel um ihre Person, stellte sich gerne selbst zurück oder winkte ab, wenn sie für ihre vielfältigen Dienste und Tätigkeiten dann und wann einen Dank erhielt. „Das kann ich ja leicht noch machen, wenn ich sowieso da bin“, sagte sie dann gerne.
Und sie machte viel, im und um den Pfarrhof. Vieles das nicht einmal jemand wahrgenommen hat. Sie war ein Segen für das Haus.
Als sie nach dem plötzlichen Unfalltod unseres damaligen Pfarrers, Herrn Friedrich, dem sie viele Jahre als Haushälterin gedient hatte, noch weiterhin im Pfarrhof wohnhaft blieb, war Hedi für die ganze Pfarre eine große Hilfe in dieser schwierigen Zeit.
Auch wenn ab dieser Zeit kein Pfarrer mehr hier seinen festen Wohnsitz hatte, war sie da und kümmerte sich um das Haus, wusste um alles Bescheid. Sie war Gastgeberin für die Aushilfen, wie zum Beispiel Pater Matthäus, wenn er im Sommer für einige Wochen hier in seiner früheren Heimat Putzleinsdorf auf Urlaub war. Und auch sonstige Gäste waren immer willkommen.
Herr Alfred in den ersten Jahren nach Herrn Friedrichs Tod und danach Herr Franz konnten sich auf sie verlassen. Das Frühstück zwischen den Sonntagsmessen, das sie für Herrn Franz oder Herrn Ulrich bereitete, war immer noch ein fixer Bestandteil in ihrem Arbeitsplan, wenngleich es für sie schon mit viel Mühe verbunden war.
Sie war Haushälterin bis zuletzt.
Auch das Aufschreiben der Messanliegen war ihre Aufgabe, und die Menschen kamen gerne zu ihr. Man hatte nie das Gefühl, ungelegen zu kommen. „Geh, sitz die her a weng“, bot sie freundlich einen Platz an ihrem kleinen Küchentischerl an, und schon entwickelte sich ein Gespräch über Dieses und Jenes.
Hedwig Schaubmayr war auch lange Zeit im Pfarrgemeinderat aktiv, brachte ihre Ideen und vielleicht auch manch andere Sichtweise in diesem Gremium ein. Viele Jahre arbeitete sie im Büchereiteam mit, sie erstellte lange Zeit die Einteilung der Ministrant*innen, half mit bei der Caritas-Haussammlung, und, und….
Vieles wurde genannt, aber ich weiß, dass jetzt ganz viel von dem, was sie alles getan hat, nicht zur Sprache kommen kann.
Im Namen der Pfarre möchte ich meinen aufrichtigen Dank zum Ausdruck bringen.
„Wenn Gott uns heimführt, da wird unser Staunen von neuem beginnen. Wir werden Lieder singen, Lieder, die Welt und Geschichte umfassen. Wir werden singen, tanzen und fröhlich sein.“ (Martin Gutl)
Auch singen und fröhlich sein war ihre Art. Hedwig Schaubmayr war über 30 Jahre Mitglied und eifrige Sängerin in unserem Kirchenchor und in der Hanrieder-Hofer-Sängerrunde. Gerne denken jene an die gemeinsame Zeit zurück, die mit ihr zusammen gesungen und in fröhlicher Runde beisammen waren.

Liebe Hedi! Du wirst in unserer Mitte sehr fehlen. Doch wir lassen dich voll Dankbarkeit heimgehen in die himmlische Wohnung, die dir bereitet ist.
„Wenn Gott uns heimführt, das wird ein Fest sein. Ein Fest ohne Ende.“ (Martin Gutl)
Vergelt´s Gott für alles, was du für die Pfarre und die Menschen getan hast!