2. Adventsonntag
Siehe, GOTT, der Herr, kommt mit Macht,
er herrscht mit starkem Arm.
Siehe, sein Lohn ist mit ihm
und sein Ertrag geht vor ihm her.
Wie ein Hirt weidet er seine Herde,
auf seinem Arm sammelt er die Lämmer,
an seiner Brust trägt er sie,
die Mutterschafe führt er behutsam.
(Jes 40,1.10-11)
Die adventliche Botschaft ist eine tröstliche Botschaft. In meiner Trost-Bedürftigkeit darf ich durch Gottes Wirken Trost erfahren.
Gott kommt. Wo er kommt, wird Unheil in Heil verwandelt. ER kommt – das bedeutet nicht, dass der Mensch dazu nichts beitragen kann, dass ER ankommt. Dem Herrn muss der Weg bereitet werden. Die Hindernisse, die es schwierig machen, müssen aus dem Weg geräumt werden. Vielleicht ist es meine fehlende Aufmerksamkeit, oder dass ich zu sehr mit unwesentlichen Dingen beschäftigt bin. Es braucht eine geistige Ausrichtung, sonst wird seine Botschaft nicht mein Herz berühren.
Wenn er kommt, dann wird das auch eine Wirkung haben. Johannes der Täufer spricht vom Geist, den er schenken wird: Ich taufe euch nur mit Wasser, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
Wenn er kommt, dann wirkt er mit seiner Macht. Aber er wirkt nicht mit Gewalt auf uns ein, sondern er wirkt behutsam über die Menschen. Er ist wie ein Hirt. Er sammelt die Menschen, er führ sie, und er trägt die Lämmer auf dem Arm. Vielleicht kann dieses Bild sich einprägen in uns – das Bild eines Gottes, der wie ein Hirt ist, der behutsam mit seiner Herde umgeht. Das Bild eines Gottes, der so in Verbindung ist mit den Menschen, dass diese sich gerne von ihm leiten lassen.
Mögen wir erkenne, wo wir Trost brauchen - dann kann uns die Botschaft vom Kommen des Herrn eine Quelle des Trostes sein. Mögem wir erkennen, was wir selber tun können, damit seine tröstende Botschaft uns erreichen kann. Mögen wir die Zärtlichkeit seiner Liebe spüren.
H. Franz